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Robinho gehört zu den Superstars im Kader von Brasilien © getty

Brasilien gibt sich vor dem Auftakt gegen Underdog Nordkorea gelassen. Eine Legende kritisiert jedoch den Dunga-Stil.

Port Elizabeth - Brasilien kämpft mit Turbulenzen an allen Fronten, der Medizinmann der Elfenbeinküste um den Einsatz von Drogba, der einstige Weltfußballer Ronaldo gegen seine Torflaute im Nationalteam:

Vor dem Start der sogenannten "Hammer"-Gruppe G sorgen die drei Favoriten auf den Einzug ins Achtelfinale der WM in Südafrika für reichlich Schlagzeilen (Der Spielplan) .

Zudem kommt es in der Gruppe F zum Treffen der Außenseiter Neuseeland und Slowakei (Di., ab 13 Uhr LIVE-TICKER)

Der Druck für alle Teams ist groß. Sowohl beim Duell Elfenbeinküste gegen Portugal (Di., ab 15.30 Uhr LIVE-TICKER) in Port Elizabeth als auch bei Brasilien gegen Nordkorea (Di., ab 20 Uhr LIVE-TICKER) in Johannesburg gilt das Motto: Verlieren verboten.

"Brasilien ist ein Düsenjet"

"Wir wissen, dass wir in der Verantwortung stehen, ein gutes Turnier zu spielen. Wir sind hochmotiviert, gut abzuschneiden und unsere Ziele zu erreichen", sagte Dunga vor der Begegnung mit den politisch geächteten Asiaten, die fußballerisch ein unbeschriebenes Blatt sind.

Und Angreifer Luis Fabiano ergänzte: "Brasilien ist ein Düsenjet im Landeanflug, der alle überraschen wird."

Doch die Vorzeichen scheinen nicht allzu günstig. Argentinien und Spanien sind die Top-Favoriten dieses Turniers - Brasilien? Von der Selecao redet kaum ein Experte.

Socrates hat keinen Spaß

Das liegt vor allem an Dunga, der mit ergebnisorientiertem Spiel zahllose Kritiker auf den Plan gerufen hat. "Wir spielen nicht typisch brasilianisch, wir spielen wie die Deutschen", lästerte der bekannte Radiojournalist Osvaldo Pascoal.

An der Spitze der Zweifler steht die Legende Socrates. "Der brasilianische Stil ist ein Angriff auf unsere Fußball-Kultur. Es geht nurmehr ums nackte Ergebnis. Mir macht es keinen Spaß mehr, Brasilien zuzuschauen", sagte er vor einigen Tagen.

Socrates hat die Fußball-Welt 1982 und 1986 mit schönem Spiel begeistert - aber nichts gewonnen. Dunga dagegen, darauf legt er Wert, hat Brasilien 1994 als Kapitän zum vierten WM-Titel geführt und als Trainer die Copa America, Olympia-Bronze und den Confed-Cup gewonnen.

"Wir werden gewinnen"

Brasilien hat seit dem 1:2 1934 gegen Spanien kein Auftaktspiel mehr verloren, die letzten sieben Male gab es Siege - doch Nordkorea beeindruckt das nicht.

"Unsere Herzen sind tapfer, unser Geist ist stark. Wir werden gewinnen", sagte Jong Tae-Se, angeblich der Wayne Rooney Asiens (Die WM-Kader im Überblick).

Der Sensationssieg gegen Italien 1966 (1:0) durch ein Tor von Pak Do-Ik soll Nordkorea, das dem demokratischen Nachbarn im Süden derzeit mit einem "Flammenmeer" und "unbegrenzten Militärschlägen" droht, beflügeln.

Drogba weiter fraglich

"Wir sind für viele ein Mysterium, aber wir haben den deutschen Geist. Ich bin mit den Bildern von 1966 aufgewachsen. Ich möchte genauso sein", sagte Angreifer Jong Tae-Se.

Die Elfenbeinküste sorgt sich derweil um Drogba. "Es geht von Tag zu Tag besser", berichtete Nationalcoach Sven Göran Eriksson nach den individuellen Trainingseinheiten, doch grünes Licht für den Einsatz des Stürmerstars gab der Schwede bisher nicht.

Seit sich der 32 Jahre alte Torjäger von Englands Meister FC Chelsea im Testspiel am 4. Juni in Bern gegen Japan (2:0) den Unterarm brach, bangt eine ganze Nation um Drogba und ihre "Elephants".

Ronaldo ohne Tor

Immerhin insgesamt 37-mal traf der Fußballer des Jahres auf dem Schwarzen Kontinent in der abgelaufenen Saison für die "Blues".

Auch Portugal hat Sorgen - Superstar Cristiano Ronaldo kämpft aber mit einem ganz anderen Handicap (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Denn der mit 95 Millionen Euro teuerste Fußballer der Welt, der in seiner ersten Saison für den spanischen Rekordmeister Real Madrid 26 Treffer erzielte, hat seit 16 Monaten nicht mehr für die Seleccao getroffen.

"Ich habe hart gearbeitet"

"Ich mache mich nicht verrückt. Dass ich so lange nicht getroffen habe, belastet mich nicht. Ich habe hart gearbeitet und werde auch sicher noch dafür belohnt. Ein großer Fußballer hat mal gesagt: Tore sind wie Ketchup. Erst kommen gar keine, dann kommen ganz viele auf einmal", sagte Ronaldo.

In Rustenberg kommt es zum Duell der Außenseiter. Die Slowakei war noch gar nicht bei der WM, Neuseeland kassierte 1982 bei dem bislang einzigen WM-Auftritt drei Niederlagen.

Trainer Ricki Herbert war damals schon als Spieler dabei, durfte aber im ersten WM-Spiel in der Geschichte des Landes nicht mitwirken. Er saß enttäuscht und den Tränen nahe auf der Ersatzbank.

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