vergrößernverkleinern
Uruguays Diego Forlan (l.) erzielte beim 3:0-Sieg gegen Südafrika einen Doppelpack © getty

Südafrika kommt gegen Uruguay unter die Räder. Forlan sorgt für reichlich Frust beim Gastgeber. Parreira ätzt gegen Busacca.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Pretoria - Die Fußball-Party droht für Gastgeber Südafrika zu enden, bevor sie richtig angefangen hat.

Bei ihrem zweiten Auftritt in der Gruppe A unterlag "Bafana, Bafana" Uruguay völlig verdient mit 0:3 (0:0) und steht vor dem Ausscheiden schon in der Vorrunde. (Der WM-Spielplan)

Diego Forlan, Torjäger von Atletico Madrid und bester Mann auf dem Platz, brachte die "Celeste" nach 24 Minuten in Führung.

Dann verwandelte er einen Elfmeter, den Ithumeleng Khune verursacht hatte (80.). Der südafrikanische Torwart hatte für sein Foul die Rote Karte gesehen. Alvaro Pereira stellte in der Nachspielzeit den Endstand her.

Südafrikas Coach Alberto Parreira ließ seinen Frust nach der Partie an Schiedsrichter Massimo Busacca aus: "Er war bislang der schlechteste Schiedsrichter in diesem Turnier, er hat von Anfang an gegen uns gepfiffen."

"Ich hoffe, ich sehe sein Gesicht nie mehr. Er hat es nicht verdient, hier zu sein", schimpfte der Brasilianer.

Masilela für Thwala

Vor 42.652 Zuschauern im Loftus-Versfeld-Stadion hatte Parreira seine Mannschaft im Vergleich zum Eröffnungsspiel gegen Mexiko (1:1) nur auf einer Position verändert.

Tsepo Masilela übernahm von Lucas Thwala den Posten des Linksverteidigers. Uruguays Coach Oscar Tabarez brachte mit Edinson Cavani eine zusätzliche Spitze anstelle von Mittelfeldmann Ignacio Gonzalez.

Den Südafrikanern war von Beginn an eine enorme Nervosität anzumerken. Der Eifer war da, doch das Passspiel so unpräzise, dass sie den Ball selten über mehrere Stationen hielten.

Wirkungsvoller Abräumer

Das lag auch an Egidio Arevalo. Der uruguayische Abräumer nahm Südafrikas Spielmacher Steven Pienaar in der ersten Halbzeit völlig aus dem Spiel.

Damit fehlte den Gastgebern ein Plan, um die bissig verteidigenden Südamerikaner in Verlegenheit zu bringen.

Die Uruguayer ihrerseits setzten immer wieder Nadelstiche in der Offensive. So verzog Luis Suarez nach einem Doppelpass mit Forlan aus zehn Metern (7.).

Khune im Nachfassen

Einen 17-Meter-Schuss des Angreifers von Ajax Amsterdam parierte Südafrikas Schlussmann Khune erst im Nachfassen (23.). Doch dann war Khune machtlos.

[image id="93289367-65bd-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Forlan hatte aus 23 Metern abgezogen. Der Ball streifte die Schulter von Bafana-Kapitän Aaron Mokoena und erhielt dadurch einen Drall, der ihn plötzlich zum 0:1 unter die Latte fallen ließ (24.).

"Wir sind nicht ins Spiel gekommen und voll in die Falle gelaufen. Heute war nicht unser Tag", gestand Kapitän Aaron Mokoena.

Das Tor verunsicherte Südafrika noch mehr. Einzig ein Kopfball der einzigen Spitze Katlego Mphela erzeugte vor der Pause einen Hauch von Torgefahr (40.).

Auch nach der Pause verkrampft

Auch in der zweiten Halbzeit legte "Bafana, Bafana" die Verkrampfung nicht ab. Stattdessen kam Uruguay dem zweiten Treffer gefährlich nahe. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Zunächst wurde ein Abschluss Edinson Cavanis nach Hereingabe von Suarez im Fünfmeterraum geblockt (48.).

Dann drückte Schiedsrichter Busacca bei einem Klammergriff von Bongani Khumalo gegen Suarez im Strafraum beide Augen zu und verzichtete auf den Elfmeterpfiff (51.).

Uruguay verschwenderisch

Nach Freistoßflanke Forlans schließlich kam der aufgerückte Kapitän Diego Lugano völlig frei zum Kopfball, traf den Ball aber nicht richtig (54.).

Uruguay ging leichtfertig mit seinem Möglichkeiten um. So ließ Cavani den Volley nach einer mustergültigen Flanke Forlans unbedrängt über den Schlappen rutschen (68.).

Dass Busacca zudem eine üble Grätsche von Kagisho Dikgacoi an Jorge Fucile übersah, war weiteres Glück für Südafrika (63.).

Platzverweis und Elfmeter

Das war dann aber aufgebraucht. Ein Schuss von Forlan landete über Umwege bei Suarez, der aus abseitsverdächtiger Position einen Haken schlug und dabei an der Fußspitze Khunes hängenblieb.

Das hatte die Rote Karte für den Keeper und einen Strafstoß zur Folge (78.). Den verwandelte Forlan gegen den für Steven Pienaar eingewechselten Ersatztorwart Moneeb Josephs sicher zum 0:2 (80.).

"Es ist immer schön, Tore zu schießen, aber das Wichtigste ist, dass die Mannschaft gewonnen hat. Wir haben den Sieg verdient", so Forlan bescheiden.

Der Widerstand der Südafrikaner war gebrochen. Uruguay legte sogar noch das 0:3 drauf. Nach Hereingabe von Suarez durfte Pereira aus fünf Metern zum Endstand einköpfen (90.+4).

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel