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Fabio Capello löste 2007 Steve McClaren als England-Coach ab © getty

Englands Nationalcoach "Furcht" als Grund für Franz Beckenbauers Kritik. Michael Ballack sieht Deutschland klar besser als England.

Von Martin Hoffmann

München - Es ist längst nicht sicher, ob es den Achtelfinal-Kracher zwischen Deutschland und England überhaupt geben wird

Aber die Gemüter sind schon jetzt mächtig erhitzt.

Franz Beckenbauers harsche Kritik am mauen Auftaktauftritt der "Three Lions" beim 1:1 gegen die USA ist in England als Erstschlag in psychologischer Kriegsführung aufgefasst worden.

Auch Trainer Fabio Capello interpretiert die kaiserliche Generalkritik - Stichwort: Kick-and-Rush-Rückfall - offenbar als gezielten Destabilisierungs-Angriff auf sein Team.

Und er wittert dahinter angeblich die deutsche Angst vor dem Rivalen (der WM-Spielplan).

"Sie fürchten sich vor uns"

"Sie fürchten sich vor uns, weil wir uns gegenseitig ausschalten können", zitiert der "Telegraph" eine Quelle aus Capellos Umfeld.

Demnach sieht der italienische Coach die Angst vor einem direkten Duell als Grund für Beckenbauers Attacken, die auch ihn direkt trafen.

Beckenbauer hatte in Zweifel gezogen, ob Capello seine Kicker im Lauf des Turniers noch verbessern könne.

Allzu ernst soll Englands Übungsleiter Beckenbauers Einlassungen aber nicht nehmen. Er sehe es eher als Kompliment an, dass er es für nötig befinde, sein Team schlecht zu reden.

Ballack: Deutschland ist besser

Der verletzte DFB-Kapitän Michael Ballack blickt einem möglichen Duell gegen die Briten zuversichtlich entgegen (die WM-Kader im Überblick).

Er kommt in seiner "Times"-Kolumne zum Schluss, dass Deutschland besser sei als England29125 (DIASHOW: Michael Ballacks Karriere).

"Von den Einzelspielern her hat England die bessere Mannschaft. Aber ich würde definitiv Deutschland vorziehen. Wir haben eine der austrainiertesten Mannschaften des Turniers, spielen einen tollen Fußball und haben eine herausragende Mentalität", schrieb der 33-Jährige.

"Die Vergangenheit schüchtert sie ein"

Ballack sieht auch Unterschiede darin, wie Deutsche und Engländer mit den stets großen Erwartungshaltungen an sie umgingen.

"Diese Erwartungshaltung schafft eine Drucksituation", meint Ballack: "Aber unsere Fußballgeschichte weckt in uns Begeisterung. Bei den englischen Spielern habe ich eher das Gefühl, dass sie ihre Vergangenheit einschüchtert."

Dem deutschen Team sei stets bewusst, "dass unsere Gegner lieber nicht auf Deutschland treffen würden". Er habe das Gefühl, "dass das so für England nicht zutrifft. Die Vergangenheit wiegt schwer auf ihren Schultern."

Auch gegen die USA hätten viele Engländer "auf mich einen nervösen Eindruck gemacht".

Mehr Tempo und Intensität nötig

Ballack sieht England trotzdem als Topfavorit für ein Weiterkommen als Gruppenerster in der Gruppe C, "denn die USA sind ihr stärkster Gruppengegner". An ein Achtelfinale Deutschland - England glaubt er daher nicht (GAMES: das WM-Tippspiel).

Die "Three Lions" müssten sich allerdings steigern, um mehr als das Achtelfinale zu erreichen: "England hat die nötigen Spieler dabei, aber sie müssen ihre Einstellung ändern. Sie müssen mehr Bewegung in ihr Spiel bringen und mehr Risiken eingehen."

Die Engländer müssten mehr Tempo und mehr Intensität an den Tag legen, wie man es aus der Premier League kenne: "Genau wie Deutschland sollten sie sich auf ihre Stärken besinnen."

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