SPORT1-Redakteur Thorsten Mesch trifft WM-Kolumnist Sean Dundee. Der erzählt vom Leben in Durban und den Gefahren am Strand.

Am Dienstag brach der Winter über Südafrika herein. Eine Kaltfront mit Regen und sogar Hagelschauern ließ sogar uns in Durban in unserem Strandparadies am Indischen Ozean zittern.

In Johannesburg froren Brasilianer und Nordkoreaner bei Temperaturen um den Gefrierpunkt, auf dem weltberühmten Tafelberg in Kapstadt schneite es, was nur alle fünf bis zehn Jahre einmal vorkommen soll.

Doch schon am Mittwochmorgen meldet sich das schöne Wetter zurück. Zumindest bei uns in Durban.

Zum Glück, denn wir erwarten Besuch: Sean Dundee kommt vorbei. Er wurde in Durban geboren und wuchs auf dem Bluff im Süden der Stadt auf, ganz in der Nähe unserer Unterkunft.

Sean hat seinen vierjährigen Sohn Jordan dabei, und beide sind begeistert von der Anlage und dem Blick auf den Indischen Ozean.

Von unserer Terrasse aus sehen wir täglich Delfine in Strandnähe schwimmen, weiter draußen auch Wale, die aus dem Wasser springen.

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Wir gehen auf einer steilen Holztreppe durch dichtes Gebüsch hinunter zum Strand, und Sean, der in Deutschland für Karlsruhe und Stuttgart spielte, erzählt uns vom Leben in Durban.

"Wenn man längere Zeit in Johannesburg ist, merkt man, dass dort alles sehr schnell zugeht", erklärt er: "Dort gibt es Hektik und Konkurrenzdenken, hier ist es total anders. Die Leute sind entspannt, alles ist voll locker."

Kein Wunder, denke ich und blicke auf den wolkenlosen Himmel und die ersten Surfer, die am Garvies Beach auf den im Vergleich zu Deutschland doch recht hohen Wellen reiten.

"Das Wetter ist fast immer sehr schön, die Strände sind der Hammer und die Leute sind sehr freundlich. Sie interessieren sich nicht so sehr dafür, was woanders passiert", sagt Sean, während sein Sohn im Sand spielt.

Schwimmen sollte man hier besser nicht, denn es gibt viele kleine Felsen, eine starke Strömung und: Haie.

"Ein paar hundert Meter weiter sind Hai-Netze", erzählt Sean. Daher könne man ohne Probleme baden.

"Wenn etwas Verdächtiges zu sehen ist, wird sofort Alarm geschlagen und die Menschen gehen aus dem Wasser."

Die letzte Hai-Attacke in Südafrika habe es vor etwa fünf Monaten gegeben, erzählt Sean: "Das war in Kapstadt. Ein Engländer hat die Warnungen nicht beachtet und ist nicht wieder aufgetaucht."

Angst um unser Leben oder unsere Wertsachen haben unser Fanreporter Christian und ich in Südafrika bisher nie gehabt.

Auf der Fanmeile in Durban sorgen Polizei-Patrouillen und viele freiwillige Helfer für Sicherheit, der Public-Viewing-Bereich direkt am Meer ist ein Traum.

Hier kann man während der Spiele im Sand liegen und zwischendurch sorgen DJ's für Partystimmung.

Nur einmal hatten wir bei uns auf dem Bluff ein Problem - doch damit waren wir nicht allein.

"Während des Italien-Spiels ist im ganzen Viertel für zwei Stunden der Strom ausgefallen", erzählt Sean. "Ich hatte gerade meinen Sohn ins Bett gebracht, es stand 1:1 - und auf einmal war das Bild weg."

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