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Konstantinos Katsouranis (l.) feiert den Siegtorschützen Vassilis Torisidis © getty

Das Rehhagel-Team dreht nach einem frühen Rückstand die Partie gegen Nigeria. Ein Platzverweis schwächt die Afrikaner entscheidend.

Bloemfontein - "Maurermeister" Otto Rehhagel hat Griechenland mit einem Sturmlauf zum ersten WM-Sieg geführt und träumt weiter vom WM-Achtelfinale.

Gegen zehn Nigerianer gab der deutsche Trainer seine Betontaktik nach einem 0:1-Rückstand auf und wurde mit der Wende zum 2:1 (1:1) belohnt.

Damit hat der 71-Jährige weiter alle Chancen, bei seiner WM-Premiere mit dem Europameister von 2004 im letzten Vorrundenspiel gegen Argentinien am 22. Juni die K.o.-Runde zu erreichen.

Die Chancen auf das Weiterkommen beurteilt "Rehakles" aber angesichts des kommenden Gegners Argentinien realistisch: "Argentinien hat eine Weltklassemannschaft, die sind klar besser als wir. Wir haben eine Chance, aber das wird eine schwere Nummer."

Rehhagel löst alle Fesseln

Nach dem 0:1 durch Kalu Uche (15.) löste Rehhagel, der mit Steinzeit-Taktik und drei Innenverteidigern begonnen hatte, alle Fesseln.

Im Anschluss an den Platzverweis gegen Sani Kaita (33.) wechselte er einen dritten Stürmer ein, und die Griechen spielten, wie man sie selten gesehen hatte.

Dimitrios Salpingidis (45.) mit Griechenlands erstem WM-Tor im fünften Spiel und Vassilis Tosoridis (71.) drehten die Begegnung.

"Waren der verdiente Sieger"

"Heute haben sich die Jungs unwahrscheinlich ins Zeug gelegt und gezeigt, dass sie unbedingt gewinnen wollen. Am Ende waren wir der verdiente Sieger", freute sich Trainer-Routinier Rehhagel hinterher über den Sieg.

Der nigerianische Kapitän Joseph Yobo sah den Platzverweis als entscheidende Szene an: "Vor dem Platzverweis haben wir das Spiel kontrolliert. Jetzt wird es sehr schwierig, wir sind fast schon draußen", zeigte sich der Everton-Spieler entäuscht.

Nach zwei Niederlagen haben die "Super Eagles" in der Tat nur noch eine Minimalchance.

Rot für Kaita nach Tätlichkeit

Das Spiel wurde äußerst hart geführt und war von Beginn an von Fouls geprägt. Mittelfeldspieler Kaita musste nach einem Schubser und einem Tritt gegen Torosidis vom Platz.

Rehhagel reagierte und brachte Georgios Samaras.

Die Afrikaner hatten zunächst mehr vom Spiel und brachten die Defensive der Griechen mit ihrem weiträumigen Spiel immer wieder in Verlegenheit.

In der 21. Minute wusste sich der Ex-Frankfurter Sotiris Kyrgiakos vom FC Liverpool vor dem eigenen Strafraum gegen Lukman Haruna nur mit einem Foul zu helfen. Der fällige Freistoß landete aber in der griechischen Mauer.

Kyrgiakos sorgt für Gefahr

Nur selten konnten sich die Rehhagels Schützlinge vom Druck der Nigerianer befreien. In der 23. Minute hatte der Europameister von 2004 die erste Chance.

Nach einer Freistoßflanke von Georgios Karagounis landete der Kopfball von Kyrgiakos neben dem Tor. (Der WM-Spielplan)

In der 31. Minute war es erneut Kyrgiakos, der nach einer Ecke per Kopfball scheiterte.

Charisteas auf der Bank

Nach dem 0:2 im ersten Gruppenspiel gegen Südkorea hatten die Griechen extrem vorsichtig begonnen. Weil die Vierer-Abwehrkette gegen Südkorea gepatzt hatte, bot Rehhagel einen zusätzlichen Innenverteidiger auf.

Dafür musste unter anderem der Nürnberger Stürmer Angelos Charisteas weichen.(GAMES: Das WM-Tippspiel)

Obasi vergibt Hundertprozentige

Nigerias Trainer Lars Lagerbäck verzichtete zunächst auf seine Bundesliga-Legionäre:

Der Hoffenheimer Chinedu Obasi, der nach seiner Einwechslung in der 59. Minute den Ball am leeren Tor vorbeischob, musste zunächst ebenso auf der Bank Platz nehmen wie der Wolfsburger Obafemi Martins.

Rasante Partie nach der Pause

In der zweiten Halbzeit wurde das Spiel immer rasanter.

Nach einer Flanke von Uche konnte Torwart Alexandros Tzorvas den Ball gerade noch über die Latte lenken, ehe Obasi wenige Sekunden nach einer Riesenchance des Berliners Theofanis Gekas auf der Gegenseite die Nerven versagten.

Torosidis nutzt Towart-Patzer

Die Griechen drängten mit Erfolg auf den Führungstreffer. In der 68. Minute kam Samaras frei zum Kopfball, doch Nigerias Keeper Vincent Enyeama rettete glänzend.

Drei Minuten später war es dann soweit: Das 2:1 war eine Erlösung und wurde von allen Spielern euphorisch gefeiert. Enyeama konnte einen Weitschuss von Alexandros Tziolis nicht festhalten, Torosidis staubte ab.

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