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Lukas Podolski verschießt gegen Serbien seinen ersten Elfmeter im DFB-Dress © getty

Häme und Verwunderung nach der Niederlage des DFB-Teams. England erfreut sich an Podolskis verschossenem Elfer. Pressestimmen.

Johannesburg - Mit einer Mischung aus Häme, Erleichterung und Verwunderung hat die internationale Presse auf Deutschlands 0:1-Niederlage gegen Serbien bei der WM in Südafrika reagiert.

In Italien sieht "La Repubblica" "Super-Deutschland wieder auf dem Planeten der Normalen", während das deutsche Team für "Tuttosport" "eine Mannschaft bleibt, die ein Protagonist dieser WM sein kann" (GAMES: das WM-Tippspiel).

Die englischen Blätter schütten hingegen nach mehreren Negativerfahrungen ihrer Elf gegen Deutschland bei Elfmeterschießen wegen des vergebenen Strafstoßes von Lukas Podolski geradezu kübelweise Hohn und Spott aus (Der WM-Spielplan).

"Die gefährlichste Mannschaft der Welt vergibt sogar einen Elfmeter", schrieb die "Daily Mail".

Frage nach tatsächlichem Potenzial

Andere Blätter hingegen stellten sich die Frage nach dem tätsächlichen Potenzial der deutschen Mannschaft.

"Kann es sein, dass bei Deutschland nach dem tollen Auftakt schon Schluss mit dem schönen Spiel ist?", fragt im Rekordweltmeister-Land Brasilien die Sportzeitung "Lance".

Die Pressestimmen zu Deutschlands WM-Niederlage gegen Serbien sowie zu den beiden weiteren Freitag-Spielen im Einzelnen:

Deutschland - Serbien

Italien:

"Gazzetta dello Sport":Die Deutschen verlieren nicht nur wegen des Schiedsrichters, sondern auch wegen der fehlenden Inspiration von Özil und Müller.

"Corriere dello Sport": Deutschland Flop, Serbien fliegt. Verwunschenes Match für die Deutschen. Die Euphorie nach dem Match gegen Australien ist für die Deutschen verflogen.

"Tuttosport": Deutschland bleibt eine Mannschaft, die ein Protagonist dieser WM sein kann, vor allem wenn sie im Angriff konkreter wird. Die Leistungen der Deutschen sind stark von dem Schiedsrichter bedingt worden, der auf ungerechte Weise Klose vom Platz gestellt hat.

"La Repubblica": Deutschland kehrt auf die Erde zurück. Ab heute lebt das Super-Deutschland der vier Tore gegen die eingeschüchterten Australier wieder auf dem Planeten der Normalen.

"Corriere della Sera": Kein Respekt für Deutschland. Die Mannschaft stürzt gegen Serbien ab und muss jetzt um die Qualifikation bangen. Bei dieser WM gibt es keinen Respekt für große Mannschaften.

England:

"Daily Mail": Der kann doch kein Deutscher sein! Podolski verpatzt einen Elfmeter... aber er wurde auch in Polen geboren.

"Daily Mirror": Wir hätten nie gedacht, dass wir das mal erleben würden: Die Deutschen verschießen zum ersten Mal seit 28 Jahren einen Elfmeter bei einer Weltmeisterschaft. Wir dürfen alle erleichtert einmal tief durchatmen. Deutschland ist doch nicht unfehlbar.

"The Sun": Freut euch... wenigstens haben die Deutschen verloren!

"The Times": Haltet die Zeitungsdruckereien an, macht die erste Seite frei, ernennt einen offiziellen Feiertag: Diese historisch disziplinierte und erbarmungslose Nation hat gerade ihren ersten Elfmeter während einer WM seit 1974 verschossen.

The Guardian: Zehn-Mann-Deutschland rutschte in eine kontroverse und erstaunliche Niederlage, nachdem es zum ersten Mal seit 28 Jahren wieder einen Elfmeter verschoss.

Spanien:

"AS": Undiano und Podolski töten Deutschland. Undiandos Rot für Klose war viel zu streng, und Podolski vergeigt beim Elfmeter. Es gibt einfach keinen Schiedsrichter, der Spanien bei einem großen Turnier gut aussehen lässt, nicht einmal dieser, der Beste, den wir seit Jahren geschickt haben.

"Marca":Deutschland fällt aufs Maul. Die Deutschen konnten nicht ihre Linie aus dem Australien-Spiel fortsetzen und müssen jetzt noch einmal um das Achtelfinale kämpfen.

El Mundo Deportivo: Deutschland von Serbien vom Sockel gestoßen. Kloses Rot schadete der deutschen Mannschaft.

Sport: Der Ausblick für Deutschland ist düsterer geworden. Die deutsche Dampfwalze muss jetzt gegen Ghana um alles oder nichts spielen.

Brasilien:

"Folha de Sao Paulo": Deutschland verliert Torjäger, Elfmeter und Spiel. Der vermeintliche Favorit enttäuschte.

"Lance" (Sportzeitung): Kann es sein, dass bei Deutschland nach dem tollen Auftakt schon Schluss mit dem schönen Spiel ist? Özil und Müller waren nur ein Schatten der ersten Partie. Podolski ließ die besten Chancen aus.

"Placar" (Sportzeitung): Das Sensationsteam der ersten Spielrunde erleidet Schiffbruch, als es auf den ersten schwierigen Gegner trifft. Den vergebenen Chancen nach hat Deutschland seine Torquelle schon gegen Australien ausgeschöpft.

Argentinien:

"Ole" (Sportzeitung): Deutschland ereilt das gleiche Schicksal wie Spanien und kehrt wieder auf den Nullpunkt zurück. Wann spielt noch Brasilien?

"La Nacion": Deutschland nur ein Schatten. Unverzeihliche Fehler von einem Team, das den Titel anstrebt.

England - Algerien

ENGLAND:

"The Times": Rooney 0, Capello 0, England 0, Algerien 0. Fürchtet euch. Fürchtet euch sehr. Eine erneute schwache Vorstellung lässt England zittern. Englands Unfähigkeit, den Ball flach, flüssig und mit Kreativität in den eigenen Reihen kreisen zu lassen, liegt ausschließlich an den selben alten Schwächen.

"The Sun": Roo-Boo-Zela. Das Geräusch der Vuvuzelas wurde übertönt von Buhrufen, während die Three Lions nach dem schwachen 0:0 vom Platz schlichen.

"Daily Mail": Der beste Spieler der Welt? Rooney wendet sich gegen buhende Fans, die viel Geld zahlten, um ihren Helden zu sehen. Der bestbezahlte Trainer im internationalen Fußball sollte seinen 64. Geburtstag schnell vergessen und anfangen, sich sein Geld wirklich zu verdienen.

"Daily Star": Capellos Trottel sind ein einziges Chaos. Rooney gibt buhenden Fans das F-Wort. Eine höllische Geburtstagsparty, bei der die Fab-Boys enttäuschen. Capello hat am selben Tag wie Paul McCartney Geburtstag - und gestern wollte die ganze Nation rufen: Help!

"Daily Mirro"r: Cape Clowns. Capello ist hilflos - und England steht kurz vor dem Aus. Ein grässliches England scheitert erneut, und Rooneys Form bereitet große Sorgen.

Slowenien - USA

USA:

"New York Times": Erst Desaster, dann Hoffnung. Dann wurden sie bestohlen. Aber wenn sie so energisch von Beginn an gespielt hätten, hätten sie das Tor, das mit Sicherheit berechtigt war, gar nicht gebraucht.

"Chicago Tribune": Der Schiedsrichter hat etwas gesehen, was keiner sah. Das Spiel endete 2:2, doch die Amerikaner werden immer behaupten können, sie hätten 3:2 gewonnen.

"USA Today": "Ein kontroverser Pfiff versagt den USA einen Comeback-Sieg gegen Slowenien.

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