vergrößernverkleinern
Franz Beckenbauer wurde als Spieler 1974 und als Trainer 1990 Weltmeister © getty

Der "Kaiser" kritisiert das Abschneiden der europäischen Teams. Neuseeländische Schulkinder üben Schwalben wie die Italiener.

Johannesburg - "Kaiser" Franz Beckenbauer hat das bisherige Abschneiden von Europas "Big Five" bei der WM in Südafrika kritisiert.

"Sie haben alle Probleme. Die Spanier, die Engländer, die Franzosen, die Deutschen oder auch die Italiener. Es ist bislang ein sehr eigenartiges Turnier. Ich habe dafür nur eine Erklärung: Die Kleinen werden besser, die Großen werden schlechter", schrieb Beckenbauer in seiner Kolumne in der südafrikanischen Tageszeitung "The Sowetan".

Skandale, Blamagen, Enttäuschungen: Tatsächlich haben die fünf europäischen Fußball-Mächte bei der WM bislang größtenteils ein erschreckendes Bild abgegeben.

"Selbst England würde ich nach dem schwachen Spiel gegen Algerien nicht explizit kritisieren, denn alle größeren Teams haben sich sportlich einen Schritt zurückbewegt. Auch die Niederlande waren trotz ihrer Siege nicht wirklich gut", meinte Beckenbauer.

Als Vorteil betrachtet der 64-Jährige die zahlreichen Schwächen der WM-Torhüter. "Es ist ein großes Glück für das Turnier, dass es bei der WM bislang so viele Fehler von Torhütern gab. Ansonsten wären bislang wohl sehr wenige Treffer gefallen", schrieb Beckenbauer.

SPORT1 fasst weitere WM-Splitter zusammen:

Robben will gegen Kamerun spielen

Superstar Arjen Robben hat sich vor dem letzten WM-Gruppenspiel der niederländischen Nationalmannschaft gegen Kamerun (Do., ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) fit gemeldet und hofft auf einen Einsatz.

"Es ist möglich, dass ich spiele", sagte der Flügelspieler von Bayern München, wollte aber keine großen Erwartungen schüren: "Ich habe wieder richtig trainiert. Es ist aber nicht so, dass ich aufs Feld kommen und innerhalb einer Viertelstunde drei Tore machen kann."

Robben sieht das für das Weiterkommen nicht mehr entscheidende Spiel gegen Kamerun als perfekte Gelegenheit an, um Spielpraxis zu sammeln und erstmals bei der WM aufzulaufen.

"Ich brauche die Minuten, um meinen Rhythmus zu finden. Vielleicht ist unser drittes Spiel eine gute Gelegenheit dafür. Ich werde das mit dem Trainer besprechen", sagte Robben und blickte bereits weit nach vorn.

"Mein Traumfinale ist Niederlande gegen Deutschland", sagte der Stürmer und fügte schmunzelnd hinzu: `Aber da müssen wir gewinnen. Sonst kann ich nicht zu den Bayern zurückgehen und muss mir einen neuen Verein suchen."

Neuseeland: Schüler üben Schwalben wie Italiener

Fallen wie ein echter Italiener: Das sensationelle 1:1 ihres Nationalteams gegen Weltmeister Italien hat ganz Neuseeland in Fußball-Euphorie versetzt, doch die "Kiwis" fühlen sich auch um den Sieg betrogen.

In einer Schule in Auckland übten Kinder am Morgen nach dem WM-Spiel in Nelspruit, wie ein Italiener zu fallen. Alle Schüler waren wie ihre Idole der "All Whites" komplett weiß angezogen und hatten die neuseeländische Fahne auf die Wangen gemalt.

Auch die neuseeländischen Medien klagten die vermeintliche Schwalbe von Daniele de Rossi vor dem Elfmeter zum 1:1 an. "Schlag mich mit einer Feder nieder", hieß ein Beitrag beim Sender "TV3".

Sehr originell war der "NZ Herald", dessen Autoren sichtlich Spaß daran hatten, die italienische "Fallsucht" mit unzähligen Vergleichen zu beschreiben.

So sei de Rossi zu Boden gesunken, "als hätte ein hinter dem Grashügel lauernder Heckenschütze auf ihn geschossen." Der schiefe Turm von Pisa "strengt sich mehr an, stehenzubleiben".

Und schließlich stellte das Blatt sogar fest: "Nicht zufrieden mit seiner ersten Oscar-Nominierung, wälzte sich de Rossi sieben Minuten später schon wieder auf dem Rasen."

Die Webseite des staatlichen Fernsehens "TVNZ" titelte am Montag: "All Whites - Hollywood-Betrüger 1:1". 250592(DIASHOW: Tops und Flops der WM)

Die Website kam zu dem Schluss: "Der Weltmeister spielte und benahm sich wie ein Haufen verwöhnter Gören. Mitanzusehen, wie die Italiener zu einem lächerlichen, jammernden, schauspielernden und Schiedsrichter-verhöhnenden Pöbelhaufen verkamen, war fast so schön wie der Schlusspfiff."

Der meistgeklickte Online-Link im Land seit dem Abpfiff war über die Schlagwörter "Italians" und "diving" zu finden.

Elano: "Meine Töchter haben mich gerettet"

Ein Schutzengel und sein Nachwuchs haben den brasilianischen Nationalspieler Elano womöglich vor einem vorzeitigen WM-Aus bewahrt. "Meine Töchter haben mich gerettet", sagte der 29-Jährige nach dem 3:1-Sieg der Selecao am Sonntagabend in Johannesburg gegen die Elfenbeinküste.(der WM-Tabellenrechner)

Der Profi des türkischen Spitzenklubs Galatasaray Istanbul hatte vor einem brutalen Tritt seines Gegenspielers Ismael Tiote das zwischenzeitliche 3:0 erzielt und anschließend seine Schienbeinschoner mit den Namen seiner Töchter Maria Teresa und Maria Clara in die Kamera gehalten.

"Im ersten Moment habe ich gedacht, das Bein ist gebrochen, so hat es beim Zusammenprall gekracht", meinte Elano, der gegen die Ivorer nach 67 Minuten ausgewechselt werden musste.

Zum letzten Vorrundenspiel der Brasilianer am kommenden Freitag in Durban gegen Portugal (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) soll der Mittelfeldspieler, der bereits zwei Turniertreffer auf dem Konto hat, aber wieder einsatzbereit sein.

Niederländische Botschaft hilft "Bier Babes"

Juristische Hilfe von der niederländischen Botschaft in Pretoria erhalten die beiden "Bier Babes" in ihrem Prozess am Dienstag am Rande der WM in Südafrika wegen illegaler Werbung. 249109(DIASHOW: Die Schönheiten der WM)

Nach einem Bericht des TV-Senders "NOS" will die Botschaft im Konflikt um die Werberechte zwischen der FIFA und der Brauerei Bavaria vermitteln.

Sie will verhindern, dass die Frauen zu Opfer in diesem Streit gemacht werden. Die Niederländerinnen waren gemeinsam mit 34 anderen jungen Frauen während des WM-Auftaktspiels von Oranje gegen Dänemark von der Polizei befragt worden, weil sie orangefarbene Sommerkleider mit kleiner Sponsoraufschrift der Brauerei trugen.

Bavaria gehört nicht zu den offiziellen WM-Sponsoren der FIFA. Zwei der Frauen wurden schließlich festgenommen und angeklagt.

Die FIFA betrachtet das Outfit als Schleichwerbung (Ambush Marketing) und stellte Strafanzeige. Die "Bier Babes" riskieren eine Gefängnisstrafe von bis zu sechs Monaten. Gegen die anderen 34 Frauen hat die südafrikanische Polizei keine Anzeige erstattet, sondern nur die Personalien aufgenommen.

Sie wohnen alle in Südafrika.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel