Die Fans ärgern sich derzeit fast weniger über die Leistungen ihrer Mannschaften als über diverse Schiedsrichterentscheidungen.

Die Auftritte der Schiedsrichter während der WM haben in den bisherigen Vorrundenspielen reichlich Diskusionsstoff geliefert. Ein Hauptproblem ist die unterschiedliche Regelauslegung.

Umstrittene Szenen gab es bei dieser WM viele:

Der Platzverweis von Klose bei Deutschlands 0:1-Niederlage gegen Serbien erschien vielen zu hart. Ebenso die Rote Karte für die Australier beim 1:1 gegen Ghana.

In Südafrika wurde darüber geklagt, die Rote Karte gegen Torwart Khune für das Elfmeter-Foul an Uruguays Suarez sei übertrieben gewesen.

Das nicht geahndete Handspiel von Luis Fabiano beim 3:1 gegen die Elfenbeinküste, das der Brasilianer anschließend sogar offen zugab, ließ - zu Recht - die Verfechter des Fair-Play-Gedankens aufschreien. (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle)

[image id="c2355328-65bc-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Die Schweizer ärgerten sich über den saudi-arabischen Referee Khalil Al Ghamdi, der einem Eidgenossen beim 0:1 gegen Chile vom Platz stellte, anschließend in einer vergleichbaren Situation die Rote Karte für einen Chilenen stecken ließ.

Trainer Ottmar Hitzfeld beklagte sich über die Ungleichbehandlung und forderte, bei einer WM sollten nur "die besten Schiedsrichter der Welt angesetzt werden, die auch in den großen Ligen pfeifen - und nicht irgendwo am Strand".

Recht hat er. Bei einer WM steht sehr viel auf dem Spiel. Es geht nicht nur um Sieg oder Niederlage, sondern um Stolz, Ehre - und nicht zuletzt um viel Geld.

Auch die immer wiederkehrende Forderung nach einem Torrichter oder dem Videobeweis ist berechtigt.

Es gab zwar bei dieser WM schon einige Treffer, die aus einer Abseitsposition erzielt wurden, aber zum Glück noch kein "Wembley-Tor". Sollte dies passieren, wird das Geschrei wieder groß sein.

Solange aber die Rufe nach technischen Hilfsmitteln beim Weltverband FIFA auf taube Ohren stoßen, muss man im Fußball weiter mit krassen Fehlentscheidungen leben.

Wichtig ist aber, dass die Schiedsrichter wenigstens nach einer einheitlichen Linie pfeifen. Und das war bisher nicht der Fall.

Hier eine kleinliche Regelauslegung, wie bei Deutschland gegen Serbien, dort die großzügige Variante, wie bei Brasilien gegen die Elfenbeinküste, wo es bei einigen üblen Tritten teilweise nicht einmal eine Verwarnung gab.

Fouls, die die Gesundheit der Spieler gefährden, müssen hart bestraft werden, aber nicht jede kleine Rangelei.

Ein guter Schiedsrichter lässt auch mal etwas durchgehen. Autorität verschafft sich ein Unparteiischer nicht durch viele Karten oder große Gesten, sondern durch eine ruhige Ausstrahlung und eine klare Linie.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel