Sean Dundee schreibt in seiner SPORT1-WM-Kolume über das Aus der Gastgeber und erklärt, warum die Trainer-Auswahl falsch war.

Hallo Fußball-Fans,

jetzt ist es also passiert, Südafrika ist ausgeschieden. Die Stimmung bei den Leuten hier im Land ist gemischt.

Es war natürlich kein schlechtes Spiel gegen Frankreich. Aber die Gastgeber sind raus, das ist ein bisschen enttäuschend, auch wenn es schon zu erwarten war.

Jetzt muss man das Positive rausziehen: Die Mannschaft hat gewonnen und einen guten Abschluss gehabt und hat nicht so schlecht gespielt, dass die Fans traurig sein müssten.

Viele sind sehr stolz auf das Team. Vor allem diejenigen, die viel Ahnung vom Fußball haben, wussten, dass es in dieser Gruppe sehr schwer wird. Der Abschluss mit vier Punkten ist zufriedenstellend.

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Ich hätte lieber gesehen, dass wir gleich im ersten Spiel gegen Frankreich gekommen wären. Die waren so schlecht während der ganzen WM und auch schon in der Vorbereitung.

So etwas wie das, was bei den Franzosen abgelaufen ist, habe ich selbst als Spieler nie erlebt. Ich bin gespannt, was im Nachhinein herauskommt. Für Frankreich kann es nur noch besser werden.

Für Südafrika war die Niederlage gegen Uruguay entscheidend für das Aus. Wir haben da ein bisschen zu hoch verloren. Aber die WM geht weiter.

Dass die Stimmung schlechter wird, glaube ich nicht. Sehr viele Südafrikaner, die sich bisher nicht für Fußball interessiert haben, sind voll im WM-Fieber. Deshalb macht das Aus Südafrikas keinen großen Unterschied für die WM.

Die Südafrikaner werden sich einfach hinter eine afrikanische Mannschaft oder ihren persönlichen Favoriten stellen. Hier mögen alle die Brasilianer, die Frauen meistens Portugal.

Für das südafrikanische Nationalteam geht es nach der WM ohne Trainer Carlos Alberto Parreira weiter. Bei ihm war schon vorher klar, dass er nach dem Turnier gehen würde.

Ich hätte es sowieso viel lieber gesehen, wenn Südafrika von Anfang an auf einen Trainer aus dem eigenen Land gesetzt hätte. Aber man gibt lieber viel Geld für einen ausländischen Trainer aus.

Das ist sehr schade, denn hier in Südafrika gibt es ein paar sehr gute Trainer, die Mannschaft und Spieler sehr gut kennen und die Sache vielleicht noch besser hätten machen können.

Ich glaube, dass Gavin Hunt, der mit Supersport drei Mal in Folge Meister in Südafrika geworden ist, jetzt gefragt werden könnte, den Job zu übernehmen. Er wollte das ohnehin schon machen. Jetzt wäre er die Idealbesetzung.

Die Entscheidung für Parreira zeigt aber auch ein großes Problem im afrikanischen Fußball. Es wird sehr wenig in die Nachwuchsförderung investiert. Südafrika gibt viel Geld für den Trainer oder andere Sachen aus, an denen man hätte sparen können.

Jetzt ist es soweit, dass viele Leute fordern, mehr Geld für den Nachwuchs auszugeben.

Dass die afrikanischen Mannschaften bei der WM so schlecht abschneiden, konnte man beim Afrika-Cup in diesem Jahr ahnen. Das Niveau war sehr niedrig und deutlich schlechter geworden.

Die einzige Mannschaft, die beim Afrika-Cup richtig gut gespielt hat, war Ägypten - und die sind bei der WM nicht dabei.

Euer Sean Dundee

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