München schaut WM. In Biergärten, im Olympiastadion und in der Nobeldisko P1. SPORT1 war vor Ort und hat auch Promis leiden sehen.

Die Verwandlung dauert weniger als 30 Sekunden. Derart fix haben die drei Männer ihre Krawatten ausgezogen.

"Wir sind jetzt raus aus dem Büro", soll das wohl heißen.

Im Anzug passieren sie dann die vorgeblich härteste Tür Deutschlands im P1. Problemlos.

Doch der Türsteher der Münchner Nobeldisko nimmt seine Aufgabe derzeit sowieso lockerer wahr als zu anderen Zeiten.

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Menschen mit schwarz-rot-goldenen Perücken, bemalten Gesichtern und Deutschland-Trikots strömen an ihm vorbei. Die in feiner Abendgarderobe sind leicht in der Unterzahl. Drin ist?s eng, aber nicht ungemütlich.

Wer rechtzeitig gekommen ist oder reserviert hat, fläzt sich bereits auf einem der schwarzen Ledersofas. Der Rest wartet auf Holzbänken - vor sich Prosecco und Bier in Eiskübeln - aufs Deutschlandspiel.

Die Edeldiskothek, in der sich bisweilen auch Spieler des FC Bayern tummeln, setzt zu WM-Zeiten aufs Public-Viewing in gediegener Atmosphäre.

Sehen und gesehen werden, dazu Fußball schauen - die Idee scheint zu funktionieren.

Die Anmoderation läuft bereits - auf sechs Großleinwänden.

Bei der Hymne dann die Nationalspieler in Übergröße, egal, wohin man den Blick wendet. Selbst wer nur einen Stehplatz in dem propenvollen Laden erwischt hat, sieht das Spiel gegen Ghana bestens.

Und wenn mal wieder eine Chance versemmelt wird, kann man nur wegschauen, wenn man den Boden oder die Decke anstarrt.

Schlagersänger Patrick Lindner verfolgt die erste Halbzeit mit ebenso angespannter Miene wie die Fans um ihn herum.

Auch die Schauspielerin Olivia Pascal und "Tatort"-Kommissar Dominic Raacke zittern mit. Wie ein Krimi, dessen Auflösung nicht absehbar ist, entwickelt sich auch das Spiel.

Die Regie-Anweisung: Nur nicht zu früh auflösen, ob es mit dem Achtelfinaleinzug klappt.

Patrick Lindner beißt zwischenzeitlich herzhaft in eine Pizza, die übrigens von H'ugo's stammt, bekanntlich früher eine der bevorzugten Münchner Pizzabäckereien von Luca Toni.

Dann springt der Schlagerbarde auf, klatscht in die Hände. Mesut Özil hat fulminant zum 1:0 getroffen.

Für einen Fotografen und einen Kameramann wiederholt Lindner seinen Jubler noch mal. Showbusiness.

Auf den Leinwänden bahnt sich das Happy-End an, Deutschland springt ins Achtelfinale.

Gleich darauf donnern aus den Lautsprechern die "Sportfreunde Stiller" den WM-Song "54,74, 90, 2010", das P1 verwandelt sich wieder in eine Disko - die "After-Match-Party" startet.

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