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Der Italiener Fabio Capello (vorne) ist seit 2007 Trainer der "Three Lions" © getty

In England reagieren die Medien erfreut auf das große Achtelfinalduell gegen Deutschland. Jens Lehmann glaubt an die DFB-Elf.

Von Mathias Frohnapfel

München - Die englischen Medien frohlocken schon, denn der Fußball-Knüller gegen Deutschland im WM-Achtelfinale am Sonntag (ab 15.30 Uhr im LIVE-Ticker) regt die "fantasy" auf der Insel an.

"Macht euch bereit für die deutsche Kriegsmaschine - der alte Feind hat das Achtelfinale gegen England gebucht", macht die "Sun" nach dem 1:0-Sieg gegen die Slowenen auf spezielle Weise die englischen Fans heiß.

Und die "Daily Mail" behauptet: "Mesut Özil führt Deutschlands Krieg der Worte an".

Dazu zitiert das Blatt den deutschen Spielmacher, der erst Respekt vor England äußert, ehe er das DFB-Team als "extremly strong" ("extrem stark") charakterisiert haben soll.

Beckenbauer sieht müde Engländer

Klar ist: Auf der Insel horten sie seit Mittwochabend um 22.19 Uhr und dem Spielende zwischen Deutschland und Ghana wie Pyrotechniker dankbar alles, was nach Feuerwerk und Getöse aussieht (Der WM-Spielplan).

Franz Beckenbauer wollen sie daher nach unbestätigten Meldungen demnächst eine Medaille widmen.

"Die Engländer scheinen etwas müde, sie haben wegen der Premier League mehr Spiele in den Knochen und zwei nationale Pokalwettbewerbe", befindet der Bayern-Ehrenpräsident in der "Bild".

Steigerung gegen Slowenien

Und er fügte hinzu: "Dummerweise haben die Engländer als Gruppenzweiter ein bissel gepatzt."

Deutschland müsse Respekt haben, "Angst sicher nicht! Die ersten beiden WM-Auftritte der Engländer waren dürftig, gegen die Slowenen haben sie sich gesteigert".

Engländer haben großen Respekt

Jens Lehmann sieht ebenso Deutschland leicht im Vorteil.

"Die Jungs haben mehr Respekt vor uns haben als umgekehrt. Von den Engländern weiß ich: Denen ist mulmig", sagte der frühere Arsenal-Profi bei "Sky".

Keegan glaubt an seine Engländer

Auf der Insel lassen sie sich von solchen Worten aber kaum beeindrucken. Ex-HSV-Star Kevin Keegan gibt sich siegesgewiss: "Ich bin sehr optimistisch. Ich bin überzeugt, dass England stärker ist als Deutschland", sagte er der "Sun". (England freut sich auf "deutsche Kriegsmaschine")

"Wir haben es in dem Turnier noch nicht gezeigt, die Deutschen haben zwei oder drei herausragende Spieler, aber sie sind definitiv schlagbar." (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Letzte Chance für Schlüsselspieler?

Die Hoffnung der Engländer dürfte zudem darauf beruhen, dass das Team deutlich erfahrener ist als die junge DFB-Truppe.

Und Franz Beckenbauer weist noch auf eine weitere Motivation der Engländer hin:

"Die Schlüsselspieler Frank Lampard, Steven Gerrard und John Terry spüren, dass es möglicherweise die letzte Chance in ihrer Karriere ist, einen WM-Triumph zu erringen. Schließlich wartet England seit 1966 auf den Titel."

Rooney rechnet mit Einsatz

Mut schöpfen die "Three Lions" auch mit Blick auf ihren Superstar Wayne Rooney.

Der Angreifer von Manchester United rechnet trotz seiner Blessur am Sprunggelenk fest mit einem Einsatz im Achtelfinale.

"Es sieht gut aus. Der Knöchel wird okay sein. Ich muss aber noch auf den Befund der Ärzte warten", sagte Rooney nach dem 1:0 gegen Slowenien.

Allerdings dürfte Rooney in den Tagen vor dem Deutschland-Spiel entweder gar nicht oder nur sehr dosiert trainieren, um kein Risiko vor der für beide Teams so wichtigen Partie einzugehen.

Gute Erinnerung an K.o.-Spiele

Seit 16 Jahren ist Deutschland für das Mutterland des Fußballs eine Art Schreckensgespenst bei internationalen Turnieren. Sowohl bei der WM 1990 als auch der EM 1996 warf die Nationalmannschaft England im Halbfinale aus dem Turnier und schnappte sich dann den Titel.

Entscheidend waren jeweils Elfmeterschießen.

Wembley-Tor ist unvergessen

Die Engländer ziehen derweil immer noch Honig aus dem Finalsieg von Wembley 1966, die Schwarz-Weiß-Bilder des umstrittenen Tors werden aber auch in Deutschland gewiss wieder und wieder vor dem wichtigen Spiel laufen.

Etwas weniger Zeit ist seit dem 5:1-Kantersieg der Engländer während der WM-Qualifikation 2002 vergangen.

Bilanz spricht für England

Insgesamt gab es in der Länderspielhistorie 31 Auseinandersetzungen, von denen Deutschland zwölf für sich entschied und England 15.

Vor der 32. Auflage des Klassikers werden nun beide Seiten sämtliche Kriegslisten auspacken, der "Krieg der Worte" hat gerade erst begonnen.

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