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Salomon Kalou spielt in der englischen Premier League für den FC Chelsea © getty

Der Ivorer nennt einen Grund für das schlechte Abschneiden der afrikanischen Teams. In Bloemfontein beginnt die englische Invasion.

München - Der ivorische Nationalspieler Salomon Kalou hat die hohe Erwartungshaltung für das schlechte Abschneiden der afrikanischen Mannschaften bei der WM in Südafrika verantwortlich gemacht.

"Ich denke, die afrikanischen Mannschaften haben sich selbst enorm unter Druck gesetzt, da sie zum ersten Mal bei einer WM auf dem eigenen Kontinent antreten konnten", sagte Kalou.

Der Offensivspieler vom englischen Double-Gewinner FC Chelsea erklärte, dass der Druck die afrikanischen Spieler extrem gestresst habe.

"Ich denke, er hat uns gehemmt, frei aufzuspielen. Es war nicht zu übersehen, dass viele Spieler den hohen Erwartungen bei diesem Turnier einfach nicht standhalten konnten", betonte der 24-Jährige. 253025(DIASHOW: Tops und Flops der WM)

"Strategie ist nicht aufgegangen"

Nach der bislang mageren WM-Bilanz der Elfenbeinküste übte der Nationalspieler Selbstkritik. "Unsere Strategie ist nicht wirklich aufgegangen", sagte Kalou.

Gegen Brasilien (1:3) habe man zu verhalten gespielt, und im ersten Gruppenspiel gegen Portugal (0:0) habe man die sich bietenden Chancen in der Schlussphase sträflich vergeben.

Kalou schränkte aber auch ein: "Unsere Mannschaft ist noch sehr jung, das darf man nicht vergessen."

Hoffnung auf nächste WM

Mit dem zweiten Gruppenspiel gegen Brasilien hatte sich für Kalou ein Traum erfüllt. "Seit ich ein kleiner Junge war, habe ich davon geträumt, einmal bei einer WM gegen Brasilien anzutreten."

Noch nicht ganz aufgegeben hat Kalou die Hoffnung, in vier Jahren mit seinem Teamkameraden Dider Drogba vom FC Chelsea vielleicht noch eine WM gemeinsam zu spielen.

"Bei der WM 2014 in Brasilien wird Didier 36 Jahre alt sein. Er wäre nicht der erste Spieler, der in diesem Alter noch an einer WM teilnimmt."

SPORT1 fasst die weiteren WM-Kurzmeldungen zusammen.

Englischer Ansturm

Eine Invasion Tausender englischer Fans steht Bloemfontein vor dem WM-Achtelfinale der Three Lions am Sonntag (ab 16 Uhr im LIVE-TICKER) gegen die deutsche Nationalmannschaft bevor.

Rund 25.000 Anhänger aus dem Fußball-Mutterland begleiteten den Weltmeister von 1966 bisher bei den WM-Spielen in Südafrika.

Zu wenig Betten

Das Problem: Die Hauptstadt der Provinz Free State hat nur 6500 Hotelbetten. Ob besondere Sicherheitsmaßnahmen ergriffen werden, wollte FIFA-Sprecher Nicolas Maignot nicht sagen.

"Die Sicherheit ist ein Schlüsselement dieser Veranstaltung. Es gilt, bei jedem Spiel hundertprozentige Sicherheit zu garantieren - darauf liegt unser Fokus", erklärte Maignot und ergänzte auf Nachfrage:

"Wir geben niemals Details über unsere Sicherheitsvorkehrungen an die Öffentlichkeit. Das könnte ausgenutzt werden."

Bloemfontein deckt sich mit Bier ein

Bloemfontein rüstet sich für den großen Durst: Restaurants und Bars haben vor dem WM-Achtelfinal-Duell zwischen Deutschland und England am Sonntag (ab 16 Uhr im LIVE-TICKER) ihre Bier-Vorräte aufgestockt.

"Wir haben alle darauf hingewiesen, dass die Fans beider Lager aus Ländern mit einer großen Bier-Kultur kommen", sagte George Mohlakoana vom lokalen Organisationskomitee.

In dem Städtchen werden 25.000 englische und 10.000 deutsche Fans erwartet. "Einige Anhänger werden vielleicht schon morgens anreisen und durstig sein", sagte Mohlakoana.

Ein Alkokolverbot werde es nicht geben, die Polizei werde jedoch die Augen offen halten: "Ich rechne nicht mit Problemen. Jeder ist in WM-Stimmung, bisher haben sich alle vorbildlich verhalten."

Strafe für Flitzer

Zwei mexikanische und ein amerikanischer Fan sind von einem Schnellgericht zu Geldstrafen verurteilt worden, nachdem sie beim WM-Vorrundenspiel zwischen Mexiko und Uruguay (0:1) den Platz gestürmt hatten.

Jeder der Flitzer muss eine Geldbuße von umgerechnet 54 Euro (500 Rand) zahlen. Dies berichtet die Tageszeitung "Times" und bezog sich auf Polizeisprecher Junior Metsi.

Lob für Schiedsrichter

Nach Häme und Spott erhalten die in der Kritik stehenden WM-Schiedsrichter Unterstützung der besonderen Art:

Die in der Deutschen Gesellschaft für Sportmedizin und Prävention (DGSP) organisierten Sportärzte lobten das strenge Vorgehen der Referees bei der Ahndung der Fouls in Südafrika.

"Die Häufigkeit und Schwere von Verletzungen und Überlastungsschäden sind im Profifußball sehr gut dokumentiert. Besonders Fouls von hinten müssen geahndet werden, weil der gefoulte Spieler keine Möglichkeit hat, sich darauf einzustellen oder sich dem Angriff zu entziehen", sagte DGSP-Vizepräsident und FIFA-Arzt Ingo Tusk:

"Die Hälfte aller Verletzungen wird durch Foulspiele verursacht." Nach Angaben der DGSP müsste in einer Profimannschaft mit etwa vier bis acht schwerwiegenden Verletzungen pro Saison gerechnet werden.

Das heißt, dass 20 bis 25 Prozent der Spieler pro Spielzeit einen Monat aufgrund von Blessuren nicht am Spielgeschehen teilnehmen können.

30 Millionen gespart

Der US-amerikanische Großinvestor Warren Buffett hat die wohl teuerste Wette der WM gewonnen.

Der Milliardär hatte gegen Frankreich als Weltmeister in Südafrika gewettet und lag goldrichtig. Das peinliche Ausscheiden der Equipe Tricolore spart dem Investor 30 Millionen Dollar.

Seine Holding Berkshire Hathaway hatte einem Kunden, der sich gegen einen Sieg Frankreichs absichern wollte, eine Versicherung mit einer Summe von 30 Millionen US-Dollar verkauft. Diesen Betrag hat Buffett nun gespart.

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