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David James begann seine Profi-Karriere im Jahr 1988 beim FC Watford © getty

Englands Keeper will einen Shootout vermeiden. "Pitbull-Primadonna" Rooney bekommt eine Seelenmassage. Defoe ist selbstbewusst.

Rustenburg/Bloemfontein - Null-Tore-Stürmer Wayne Rooney zerbricht sich den Kopf über seine Flaute, den traditionellen Elfmeter-Versagern zittern schon die Knie:

Der vermeintliche Star-Angreifer Rooney erhielt im WM-Camp der englischen Nationalmannschaft von Teammanager Fabio Capello eine Seelenmassage (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Bei Keeper David James dagegen brach vor dem Achtelfinale gegen Deutschland am Sonntag in in Bloemfontein (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) die Panik vor einem möglichen Elfmeterschießen aus.

Wie ein Münzwurf

"Ich hoffe, dass wir das nicht erleben. Wir wollen das Spiel in 90 Minuten gewinnen, spätestens in der Verlängerung", sagte der 39 Jahre alte Schlussmann vom Premier-League-Klub FC Portsmouth am Freitag in Rustenburg.

"Ein Elfmeterschießen ist zwar auch ein möglicher Ausgang der Partie, aber dann könnte man auch eine Münze werfen."

Englische Niederlagenserie

Viermal ist England seit 1990 bei großen Turnieren aufgrund von Niederlagen im Elfmeterschießen gescheitert.

Bei der WM 1990 und der EM 1996 jeweils im Halbfinale gegen Deutschland, bei der EM 2004 und der WM 2006 jeweils im Viertelfinale an Portugal.

"Vor vier Jahren waren wir nicht gut genug über die Schützen informiert. Jetzt ist das anders", sagte James, der als einziger Spieler ehrlich mit dem Elfmeter-Phlegma des Fußball-Mutterlandes umging.

"Wir wissen alles über die Deutschen. Aber man kann seine Hausaufgaben machen und Videos studieren - eine hundertprozentige Erfolgsgarantie gibt es nicht."

England übt schon

Wie groß die Angst der Engländer vor einem neuerlichen K.o. im Shootout ist, beweist Capello bereits seit über einem Monat.

Denn die bislang ziemlich zahmen Löwen üben schon seit dem Beginn der WM-Vorbereitung vor fünf Wochen täglich den Schuss aus elf Metern.

Falls am Sonntag einmal mehr zu einem Elfmeterschießen kommt, sollen Rooney, Chelsea-Profi Frank Lampard, Kapitän Steven Gerrard sowie Gareth Barry und James Milner erste Wahl von Capello sein.

Defoe zuversichtlich

"Wir trainieren bereits seit unserem ersten Trainingslager in Österreich jeden Tag Elfmeterschießen. Wir sind alle bereit und uns sicher, dass wir auch gegen Deutschland ein Elfmeterschießen gewinnen werden", sagte Angreifer Jermain Defoe.

Der Stürmer der Tottenham Hotspurs hatte die Three Lions mit seinem Siegtor gegen Slowenien in die Runde der letzten 16 geschossen.

"Germans Wurst at Penalties"

Die englischen Boulevardmedien versuchen bereits mit Hilfe von Statistiken, den Spielern die Angst zu nehmen.

Laut der Tageszeitung "The Sun" hat der englische Kader eine Erfolgsquote aus elf Metern von 80 Prozent, das deutsche Aufgebot dagegen nur eine von 79 Prozent. "Germans Wurst at Penalties", lautete die Schlagzeile.

Nicht ohne Stolz erwähnt die Zeitung, dass Torwart James zuletzt neun von 29 Elfmetern parierte, was eine Quote von 37,9 Prozent ergibt. DFB-Schlussmann Manuel Neuer dagegen hielt vier von elf Strafstößen - eine Quote von 36,4 Prozent (die WM-Kader im Überblick).

Verschwiegen wurde, dass die DFB-Auswahl bei Weltmeisterschaften eine Erfolgsquote von 97 Prozent, England aber nur eine von 50 Prozent hat.

Rooney - die Null steht

Die Torquote von Rooney liegt derweil bei der WM bei genau null Prozent. Die "Daily Mail" schrieb über den Angreifer von Manchester United:

"Rooney wirkt verloren: Er scheint an seine eigene Publicity zu glauben und zugleich von ihr erdrückt zu werden."

"Pitbull-Primadonna"

Im Trainerstab wird ebenfalls gemunkelt, dass Rooney von seinem Weg abgekommen sei.

Der 24-Jährige würde sich im englischen WM-Camp verhalten wie eine "Pitbull-Primadonna".

So soll Rooney ständig Nebenkriegsschauplätze eröffnen, weil er unzufrieden mit sich selbst ist.

Am Freitag nahm sich Capello den Stürmer noch mal zur Brust, damit bei Rooney der Knoten bei der WM doch noch platzt.

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