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Steve McClaren (r., mit Shaun Wright-Phillips) war von 2006 bis 2007 Englands Trainer © getty

Wolfsburgs neuer Trainer Steve McClaren war bis 2007 englischer Nationaltrainer. Bei SPORT1 spricht er über das Spiel gegen Deutschland.

München/Wolfsburg - Wenn Steve McClaren über das englische Nationalteam spricht, weiß er, wovon er redet.

Als Co-Trainer betreute er die "Three Lions" ab dem Jahr 2000, nach der WM 2006 übernahm er als Chefcoach die englische Auswahl.

Und der 48-jährige musste die ganze Härte des Jobs kennenlernen. Nach der verpassten Qualifikation zur Europameisterschaft 2008 musste er abtreten.

McClaren rehabilitierte seinen Ruf als internationaler Klasse-Trainer indem er den FC Twente Enschede zur ersten niederländischen Meisterschaft führte.

In der kommenden Saison wird er nun beim VfL Wolfsburg auf der Bank sitzen und als erster Engländer ein Bundesligateam trainieren.

Trotzdem sind seine Sympathien vor dem Achtelfinal-Kracher zwischen Deutschland und England (So., ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) klar verteilt. "Ich bin Engländer und möchte natürlich, dass England gewinnt", sagt McClaren zu SPORT1.

Nicht ohne allerdings einzuschränken: "Es ist Fußball, es ist eine Weltmeisterschaft und es ist Deutschland! Wir wissen, was das heißt: Nämlich dass alles passieren kann. Die deutsche Mannschaft ist in Turnieren immer sehr stark."(GAMES: Das WM-Tippspiel)

Ferdinand denkt an München

Längst haben die Psychospielchen auf beiden Seiten begonnen. Englands Verteidiger Rio Ferdinand hofft in der "Sun" auf eine Wiederholung des 5:1-Sieges der "Three Lions" in der WM-Qualifikation in München 2001.

"Ich weiß, dass wir es am Sonntag schaffen können", sagt der Abwehrchef von Manchester United.

"Wenn ich an Deutschland denke, fällt mir immer wieder das 5:1 im Olympiastadion ein", erklärt Ferdinand weiter: "Ich liebe das Foto von der Anzeigetafel. Ich habe eine Kopie zu Hause."

Auch damals saß der neue "Wölfe"-Coach McClaren schon als Co-Trainer auf der Bank der Engländer. Bei SPORT1 schätzt er die Lage vor dem Klassiker im Achtelfinale ein.

Steve McClaren über?

die Begegnung zwischen England und Deutschland allgemein:

"Eine interessante und faszinierende Paarung. Es besteht im Fußball natürlich aus der Geschichte heraus eine große Rivalität zwischen beiden Ländern. Die Partie klingt nach mehr als nur einem Achtelfinale."

die bisherigen Leistungen von England und Deutschland:

"England und Deutschland sind für mich von den Leistungen her vergleichbar: In beiden Mannschaften steckt noch mehr drin. England ist ordentlich gestartet, hatte ein schwaches zweites Spiel und zeigte sich zuletzt gegen Slowenien deutlich verbessert. Deutschland ist gut gestartet, hat dann gegen Serbien trotz Unterzahl lange Zeit nicht schlecht gespielt. Gegen Ghana stand das Weiterkommen auf dem Spiel ? und das hat man der Leistung insgesamt angemerkt."

seinen Tipp zum Spielausgang:

"Ich glaube, dass in der englischen Mannschaft die größere Erfahrung steckt. Das kann in großen Spielen den Ausschlag geben. Für viele Spieler wird es vielleicht das letzte große Turnier sein. Ich habe das Gefühl, dass dies Englands Jahr werden könnte. Ein großer Teil des Kaders ist schon seit langer Zeit zusammen, hat schon die WM 2006 mitgemacht. Die Mannschaft hat auch schon große Enttäuschungen erlebt.

Das alles führt zu dem Erfahrungsschatz, den man für ein solches Turnier nutzen kann - den man auch braucht, um in einem solchen Turnier erfolgreich zu sein. Ich glaube, dass die Mannschaft nun dazu bereit ist. Die deutsche Mannschaft ist hingegen noch nicht am Ende ihrer Entwicklung. Ihre große Zeit wird noch kommen."

die Chancen von England oder Deutschland nach einem Weiterkommen:

"Welche Mannschaft auch immer das Spiel gewinnt: Sie wird durch diesen Sieg den Glauben bekommen, dass sie es schaffen kann, dass sie den Titel holen kann."

Elfmeterschießen:

"Niemand, und zwar nicht nur Engländer, möchte, dass Spiele erst im Elfmeterschießen entschieden werden. Nach 90 Minuten oder Verlängerung: in Ordnung. Aber nicht im Elfmeterschießen."

die englische Schwäche im Elfmeterschießen:

"Ich glaube, dass nach den vielen bitteren Erfahrungen England in einem großen Turnier mal ein Elfmeterschießen gewinnen muss, um dieses Thema zu beenden. Vielleicht gewinnen wir gegen Deutschland im Elfmeterschießen. Das wäre zwar ein Märchen, aber im Fußball ist bekanntlich nichts unmöglich."

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