SPORT1-Experte Udo Lattek ist von den "Black Stars" angetan und traut Afrikas letztem Team bei der WM auch noch mehr zu.

Hallo Fußball-Freunde,

dass Ghana jetzt im Viertelfinale gegen Uruguay steht, ist für mich keine Überraschung. Die "Black Stars" haben mir schon im Spiel gegen Deutschland sehr gut gefallen.

Das letzte verbliebene afrikanische Team ist spielerisch stark. Ghanas einziges Manko ist die Chancenauswertung. Sie machen aus ihren Möglichkeiten einfach zu wenige Tore.

Von der Substanz, vom Läuferischen und Kämpferischen ist die Mannschaft von Trainer Milovan Rajevac auch unter den letzten Acht absolut konkurrenzfähig.

Vielleicht können sie sogar noch weiter kommen.

Ganz anders die Italiener. Vor der WM wurde ich gefragt, wer für mich die Topfavoriten sind. Italien war nicht dabei.

Als Trainer hatte ich so ein Bauchgefühl, dass die Mannschaft tot ist, dass da kein Leben drin ist. Und ich habe Recht behalten.

Nach dem Ausscheiden haben sich die Spieler dann so verhalten, wie sie gespielt haben. Ich vermag nicht zu beurteilen, was da intern passiert.

Aber wenn die Mannschaft nicht funktioniert, wenn die Hierachie nicht da ist, wenn es Unstimmigkeiten und Machtkämpfe gibt, kann das Team nicht zu seiner Leistung finden.

Dabei hat die "Squadra Azzurra" phasenweise richtig guten Fußball gespielt. Aber eben immer erst dann, wenn ihnen das Wasser bis zum Hals stand.

Wenn der Titelverteidiger bei einer WM in der Vorrunde scheitert, muss natürlich der Trainer die Verantwortung übernehmen.

Der Trainer ist immer verantwortlich. Ganz egal, was mit der Mannschaft passiert. Er trainiert das Team. Er stellt sie taktisch ein. Er macht sie zu der Mannschaft, die sie ist.

Deswegen ist es richtig, dass Marcello Lippi nach dem blamablen Aus die volle Verantwortung übernommen hat.

Bis nächste Woche!Euer Udo Lattek

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