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Auch beim deutschen Team tauchten Doping-Fahnder unerwartet auf © getty

Die FIFA zeigt sich mit den negativen Tests zufrieden, rüffelt aber DFB und FA für ihre Pressekonferenzen. Die WM-Splitter.

München - Alle Dopingkontrollen, die bis dato im Rahmen der WM in Südafrika durchgeführt wurden, waren negativ.

Das teilte Professor Jiri Dvorak, Chefmediziner des Weltverbandes FIFA, am Sonntag mit.

"Alle 452 Tests, die die FIFA im Vorfeld und während der WM durchgeführt hat, waren negativ", sagte Dvorak.

Die FIFA hatte vor dem Turnierbeginn 256 unangemeldete Trainingskontrollen durchgeführt.

In der Vorrunde kamen nach den Spielen insgesamt 196 Tests hinzu.

"Damit ist dies die vierte WM in Folge, bei der es keinen Dopingfall gibt", sagte Dvorak.

Zuletzt war 1994 Argentiniens Fußball-Ikone und aktueller Nationaltrainer Diego Maradona positiv auf das Stimulans Ephedrin positiv getestet worden.

SPORT1 fasst weitere WM-Meldungen zusammen.

FIFA rüffelt DFB und FA

Die abschließenden Pressekonferenzen des Deutschen Fußball-Bundes und des englischen Verbandes FA vor dem Achtelfinale in Bloemfontein sind bei der FIFA auf Missfallen gestoßen (DATENCENTER: Das Achtelfinale).

"Wir haben registriert, was auf den Pressekonferenzen beider Teams passiert ist", sagte FIFA-Mediendirektor Nicolas Maingot am Sonntag.

Auf der deutschen Pressekonferenz hatte sich am Samstag anstelle von Bundestrainer Joachim Löw nur Bundestorwarttrainer Andreas Köpke den Fragen der Journalisten gestellt.

Da das Training auf Anweisung der FIFA vom Free-State-Stadion auf einen anderen Trainingsplatz hatte verlegt werden müssen, sei eine pünktliche Teilnahme von Löw nicht möglich gewesen, lautete die Begründung des DFB.

Stattdessen wurden Köpke zusammen mit DFB-Mediendirektor Harald Stenger entsandt.

Der Weltverband hatte die WM-Spielstätte für das Abschlusstraining am Vortag des Achtelfinales gesperrt, da der Rasen geschont werden müsse.

Trainer muss anwesend sein

Die FIFA propagiert allerdings, dass auf der Abschluss-PK vor einem Spiel der jeweilige Chefcoach anwesend sein soll.

Die FA hatte derweil auf seiner PK nur Fragen von britischen Medienvertretern zugelassen.

Eine Strafe droht den beiden Verbänden aber wohl nicht. "Dafür gibt es keine disziplinarische Grundlage", sagte Maingot.

Cesar erwägt Brustschutz gegen Chile

Der brasilianische Nationaltorhüter Julio Cesar zieht für das Achtelfinale gegen Chile am Montag im Ellis Park von Johannesburg (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) einen Brustschutz in Erwägung.

Der Champions-League-Sieger von Inter Mailand hatte sich beim 0:0 der Selecao am Freitag gegen Portugal nach einem Zusammenprall mit Raul Mereiles behandeln lassen müssen und würde den Schutz als "psychologische Hilfe" einsetzen.

Aufkommender Kritik, dass der Brustschutz verbotene Metallstreifen enthalte, trat Nationalmannschaftssprecher Rodrigo Paiva entgegen.

Kaka zurück

Er erklärte, dass es sich um Halterungen handele und alle Hilfsmittel vor den Spielen von den Schiedsrichtern geprüft werden. Cesar hatte einen derartigen Schutz bereits vor zwei Jahren bei Inter verwendet.

Gegen Chile kann der Rekordweltmeister wieder auf den einstigen Weltfußballer Kaka, der gegen Portugal gesperrt war, sowie den von einer Schienbein- und Sprunggelenkblessur genesenen Elano zurückgreifen 253025(DIASHOW: Tops und Flops der WM).

Auch Robinho, der wegen muskulärer Probleme zuletzt fehlte, soll wieder in der ersten Elf stehen.

Melo und Baptista fraglich

Für Felipe Melo und Julio Baptista wird es wohl nicht reichen. Der für Juventus Turin spielende Mittelfeldspieler Felipe Melo laboriert an einer Verletzung im linken Sprunggelenk.

Für ihn würde Josue vom VfL Wolfsburg von Beginn an spielen. Julio Baptista, der gegen Portugal den gesperrten Kaka ersetzte, hat Schmerzen im linken Knie und wird wohl nicht spielen.

Außenseiter Chile muss auf die gesperrten Innenverteidiger Gary Medel and Waldo Ponce verzichten. Sie sollen durch Pablo Contreras und Ismael Fuentes ersetzt werden.

Südkoreas Präsident unterstützt Japan

Südkoreas Präsident Lee Myung-Bak hat nach dem Aus seines Landes gegen Uruguay (1:2) seine Sympathie für den ehemaligen Kolonialherren Japan entdeckt.

"Ich hoffe, dass Japan als einzig verbliebener Vertreter Asiens das Viertelfinale erreicht", sagte Lee dem japanischen Ministerpräsidenten Naoto Kan auf dem G8-Gipfel in Kanada.

Die "Blue Samurai" treffen am Dienstag in Pretoria auf Paraguay (ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER). Naoto bedankte sich und versprach, die Wünsche an die japanische Mannschaft weiterzuleiten.

Beide Länder hatten nach Japans brutaler Herrschaft über die koreanische Halbinsel zwischen 1910 und 1945 lange Zeit ein angespanntes Verhältnis, das sich erst langsam normalisierte. 2002 waren Südkorea und Japan gemeinsame Gastgeber der Weltmeisterschaft.

Weniger Verletzte bei WM

Die Anzahl der bei Spielen der WM in Südafrika erlittenen Verletzungen ist im Vergleich zu vorherigen Veranstaltungen zurückgegangen.

Das teilte der Weltverband FIFA am Sonntag auf einer Pressekonferenz mit. So betrüge die Anzahl der Verletzungen pro Spiel bei der diesjährigen WM 2,0.

2006 in Deutschland waren es 2,3 Verletzungen pro Spiel, 2002 2,7 und 1998 2,4.

"Die Zahl der Verletzungen geht zurück", sagte FIFA-Chefmediziner Professor Jiri Dvorak, "für mich als Wissenschaftler ist das sehr befriedigend."

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