Huub Stevens hofft, dass die DFB ihren Schwung beibehält. Das Training in der Bundesliga ist für ihn die Basis des Erfolgs.

Hallo Fußball-Freunde,

die Achtelfinals sind vorbei und die größte Enttäuschung für mich war, wie sich England gegen Deutschland präsentiert hat.

Ich habe in der letzten Woche schon vermutet, dass Deutschland leicht im Vorteil ist, weil den "Three Lions" die Frische fehlt.

Deutschland hat sehr gut gespielt und hatte die nötige Frische.

Die deutschen Spieler haben eine ganz andere Trainingsphilosophie, die - wie ich denke - nach einer langen Saison besser geeignet ist, um sich für so ein Turnier zu erholen.

Es wird anders trainiert als in den übrigen Ländern Europas.

In der Bundesliga wird vielmehr auf eine bestimmte Basis in der Ausdauer geachtet.

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Natürlich ist Fußball ein Intervallsport. Aber mit einer guten konditionellen Basis erholt man sich schneller und verletzt sich nicht so schnell.

Die Trainer bei den Bundesliga-Vereinen sorgen so dafür, dass die Spieler das ganze Jahr hindurch fit bleiben.

Und das macht sich dann bei der WM bezahlt. Das DFB-Team hatte die Spritzigkeit, die den Engländern gefehlt hat.

Das gilt aber nicht für alle Mannschaften. Die Spanier etwa spielen das ganze Jahr über ihren technisch hochwertigen Fußball, der weitaus weniger kraftraubend ist.

Das deutsche Team braucht die Kraft und Frische und andere Mannschaften auch. Und wenn die dann nicht da ist, merkt man das gleich.

Deutschlands nächster Gegner Argentinien allerdings spielt wie Spanien weniger kraft- und körperbetont. Sie werden nicht erschöpft sein.

Joachim Löws Team muss wieder die Unbekümmertheit an den Tag legen, die es bisher gezeigt hat.

Das schnelle Umschalten des DFB-Teams ist wirklich hervorragend. Aber ich weiß nicht, ob das auch gegen Argentinien so gelingt.

Die Argentinier sind besser in Form als die Engländer und das wird eine neue Herausforderung für die junge deutsche Truppe.

Zu den Auftritten der Niederlande kann ich nur sagen: Hut ab! Sie haben alle Spiele gewonnen und sich dabei schonen können.

Jetzt im Viertelfinale gegen Brasilien werden sie erstmals richtig gefordert und müssen sich steigern.

Und ich weiß nicht, ob sie das können. Sie müssen über sich hinauswachsen. Wenn die Brasilianer nicht ihren besten Tag erwischen, haben die Niederlande eine Chance.

Vor allem Wesley Sneijder ist gefragt. Er hat mich noch nicht überzeugt.

Gegen die Slowakei hat er etwas mehr Gefahr ins Spiel gebracht, aber er ist noch nicht der Sneijder, den ich mir vorstelle. Aber auch Robin van Persie muss sich steigern.

Zuletzt gab es Schlagzeilen um van Persie, der sich nach seiner Auswechslung enttäuscht geäußert hatte.

Aber ich finde, Bert van Marwijk hat das hervorragend gelöst. Er hat direkt nach der Partie alle Spieler zusammen getrommelt und das mit ihnen geklärt.

Van Persie hat sicherlich ein paar warme Worte gesagt bekommen. Aber damit ist das vom Tisch.

Ich bin gespannt, wie van Marwijk es taktisch lösen wird. Ob Dirk Kuyt auf der linken Seite bleibt, oder ob Rafael van der Vaart wieder in die Startelf zurückkehrt, wenn er fit ist.

Arjen Robben kann in so einem Spiel natürlich den Unterschied machen. Er hat jetzt 70 Minuten gespielt und es bleibt zu hoffen, dass er wieder frischer ist, wie in den Spielen vorher.

Insgesamt ist es schade, dass sowohl bei dem Spiel zwischen Deutschland und Argentinien wie auch bei den Niederlanden gegen Brasilien jeweils ein Team, dass ich ganz vorn dabei gesehen hätte, auf der Strecke bleibt.

Aber so ist das eben bei einer Weltmeisterschaft.

Euer Huub Stevens

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