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Anthony Yeboah erzielte in 223 Bundesliga-Spielen 96 Tore © getty

Der frühere Bundesliga-Stürmer ist enttäuscht vom Abschneiden der afrikanischen Teams. Auch Lehmann kritisiert den WM-Ball.

München - Anthony Yeboah ist entsetzt über das Abschneiden der afrikanischen Teams bei der WM in Südafrika.

"Bis auf Ghana haben die Afrikaner versagt, das ist traurig", sagte der ehemalige Bundesliga-Profi der "Sport Bild".

"Sportlich ist das Turnier für Afrika insgesamt eine Blamage."

Neben dem großen Druck, der auf den Spielern beim ersten Turnier auf dem Schwarzen Kontinent laste, sieht Yeboah die Hauptschuld bei den Trainern:

"Die Trainer aus Europa bringen Afrika gar nichts. Sie verstehen die Spieler nicht, und sie können die Mentalität der Nationen nicht verstehen."

Lediglich Yeboahs Ghanaer halten die afrikanischen Fahnen in der Kap-Republik hoch. "Auf Ghana bin ich unglaublich stolz. Da steht ein echtes Team auf dem Platz, alle geben ihr Leben für den Erfolg", sagte Yeboah.

Ghana hat am Freitag (ab 20 Uhr im LIVE-TICKER) die Chance, mit einem Erfolg gegen Uruguay als erste afrikanische Mannschaft ein WM-Halbfinale zu erreichen.

SPORT1 fasst weitere WM-Meldungen zusammen.

Kevin-Prince Boateng: "Wir siegen für Afrika!"

Sein Einsatz im Viertelfinale gegen Uruguay steht wegen einer Oberschenkelverletzung auf der Kippe, doch Kevin-Prince Boateng ist dennoch oben auf.

"Die Mannschaft und ich, wir haben einen Lauf", sagte der Mittelfeldspieler der "Sport Bild" und ist sich sicher: "Als erstes afrikanisches Team überhaupt werden wir ins WM-Halbfinale einziehen. Wir siegen für Afrika!"

Der in Berlin geborene Profi vom FC Portsmouth traut auch der deutschen Nationalmannschaft mit seinem Halbbruder Jerome noch einiges zu.

"Deutschland hat das, was auch uns fehlt. Die spielen nach dem 1:0 knallhart weiter und nutzen ihre Chancen. Ich bin mir sicher: Deutschland wird Argentinien schlagen."

Dunga kritisiert Hotelwechsel

Mit der Ruhe in der brasilianischen Nationalmannschaft ist es vorbei. Wie alle Viertelfinalisten muss der Rekordweltmeister zum Duell gegen die Niederlande seine "Festung" Randpark Golf Club verlassen und in ein vom Weltverband FIFA ausgewähltes Hotel umziehen.

"Jetzt müssen wir die Hotels mit anderen Gästen teilen. Das wird ein Durcheinander geben", schimpfte Nationaltrainer Dunga.

Der 46-Jährige hatte über 40 Tage lang im Fairway Hotel die Presse, Familienangehörige und Neugierige auf Distanz gehalten.

"Wir waren gut und ruhig in einer gesunden Atmosphäre untergebracht. Das hat sich für die Selecao ausgezahlt", sagte der Weltmeister-Kapitän von 1994, der befürchtet, dass jetzt die "totale Konzentration auf den Fußball" verloren geht.

Brasilien reiste am Mittwoch nach Port Elizabeth, wo am Freitag das Duell gegen die Niederlande ansteht.

Lehmann: Ball macht Spielern das Leben schwer

Die auffällig vielen Flattereinlagen der Torhüter sind nach Meinung von Jens Lehmann vor allem auf den WM-Ball Jabulani zurückzuführen.

"Er ist sicher attraktiv für die Zuschauer. Aber inzwischen sehen ihn nicht nur die Torhüter, sondern auch die Spieler kritisch", sagte der ehemalige deutsche Nationaltorhüter in München.

Selbst den technisch perfekten brasilianischen Feldspielern würde der Ball auffällig oft verspringen. "Wir haben uns schon bei der WM 2006 über den Ball aufgeregt. Aber jetzt ist es noch schlimmer geworden", so der "Sky"-Experte Lehmann.

Im Achtelfinale zwischen Spanien und Portugal (1:0) sei das besonders beim spanischen Torhüter Iker Casillas zu sehen gewesen: "Das ist eigentlich ein sehr konstanter und stabiler Torwart. Aber auch er hatte zwei-, dreimal Probleme beim Fangen."

Neben dem unberechenbaren Ball spiele natürlich auch die Qualität der Torhüter eine Rolle. 253025(DIASHOW: Tops und Flops der WM)

"Es gibt halt nur eine Handvoll Torhüter, die wirklich sehr gut sind. Dann gibt es andere, die in ihren Vereinen nicht mal spielen. Die positive Überraschung ist dabei für mich der Torhüter aus Ghana", sagte Lehmann.

Irans Außenminister begrüßt WM-Aus der USA

Der iranische Außenminister Manouchehr Mottaki hat das vorzeitige Aus der USA, von England und Frankreich begrüßt.

"Bei dieser Weltmeisterschaft sieht man die Wechselwirkung von Politik und Diplomatie sowie Fußball. Diejenigen, die eine Schlüsselrolle bei der Verhängung neuer Sanktionen gegen den Iran gespielt haben, wie Amerika, England und Frankreich, wurden frühzeitig eliminiert. Dies gilt auch für andere Länder, die die Sanktionen unterstützt haben und nicht weitergekommen sind", sagte er der Zeitung "Emrouz".

Auf Initiative der USA hatte der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen in diesem Monat eine vierte Sanktion gegen den Iran aufgrund des umstrittenen Atomprogramms des asiatischen Staates verhängt.

Geldstrafe für den "Kabinen-Stürmer"

Fan Pavlos Joseph ist nach seinem plötzlichen Besuch in der Kabine der englischen Nationalmannschaft mit einer milden Strafe davongekommen.

Ein Gericht in Kapstadt verurteilte den 32-Jährigen, der nach dem Spiel der "Three Lions" gegen Algerien (0:0) am 18. Juni unerlaubt in die Katakomben der Engländer aufgetaucht war, zu einer Geldstrafe in Höhe von rund 75 Euro.

Joseph hat die Strafe bereits bezahlt.

Allerdings war der kuriose Vorfall offenbar ein inszenierter Coup einer englischen Tageszeitung. Die südafrikanische Polizei verhaftete daher am Dienstag den englischen Journalisten Simon Wright vom "Sunday Mirror".

Wright muss sich am Mittwoch vor Gericht verantworten. Wright soll dem Kabinen-Besucher Joseph den Zutritt zur Umkleide der Engländer ermöglicht zu haben, um eine gute Story zu bekommen.

"Der englische Journalist wurde wegen einer Verletzung der Einwanderungsgesetze verhaftet", berichtete Südafrikas Polizeichef Bheki Cele am Dienstag und ergänzte:

"Die Polizei ist der Überzeugung, dass der Vorfall in der englischen Kabine inszeniert war und mehrere Personen daran beteiligt waren."

Brasilien schickt Kondome

Kondome statt Tore: Unter dem Motto "Schieß ein Tor - Brasilien und Südafrika im Kampf gegen AIDS" schickt die brasilianische Regierung zwischen dem 1. und 18. Juli einen Bus mit 30.000 Verhütungsmitteln sowie Aufklärungszetteln nach Johannesburg und in umliegende Regionen der WM-Stadt.

Während der Kampagne gegen AIDS und Geschlechtskrankheiten sollen vor allem junge Südafrikaner über die HIV-Übertragung und den Gebrauch der Kondome unterrichtet werden.

In Südafrika sind 18 Prozent der Bevölkerung HIV-infiziert.

"Wir wollen ein bisschen von unserer Erfahrung in der AIDS-Prävention weitergeben", erklärte Mariangela Simao, Direktorin der zuständigen brasilianischen Behörde. SID hg ma

Thailand: Razzia gegen illegale Wetten

Die thailändische Polizei hat bei einer Razzia im Wettmilieu mehr als 1200 Personen festgenommen.

1156 Zocker, die insgesamt 3,4 Millionen Baht (umgerechnet etwa 85.000 Euro) auf Spiele der WM gesetzt hatten sowie 56 Wettanbieter wurden in Gewahrsam genommen.

24 Personen wurden bislang zu einer Gefängnisstrafe von einem bis sechs Monaten verurteilt. Die Mehrzahl der Anklagen sei jedoch fallen gelassen worden sein, teilte die Polizei mit.

Bis auf wenige Ausnahmen sind Wetten im Königreich Thailand verboten. Das Strafmaß variiert von 1000 Baht Geldstrafe bis zu einem Jahr Gefängnis.

Dennoch sind Wetten sehr populär. Die thailändische Handelskammer geht davon aus, das bis zum Jahresende über 37 Millionen Baht für Wetten aufgewendet sein werden.

WM weiter ohne Dopingfall

Auch nach dem Achtelfinale gibt es keinen positiven Dopingfall. Das teilte die FIFA am Mittwoch mit.

Nach den bisherigen 52 Spielen seien bei keiner der 208 Dopingproben Auffälligkeiten festgestellt worden, sagte Professor Jiri Dvorak, Chefmediziner der FIFA.

Nach jeder Begegnung werden zwei Spieler jedes Teams zur Kontrolle gebeten.

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