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Nigeria schied bei der WM mit einem Punkt als Schlusslicht der Gruppe B aus © getty

Nach dem frühen WM-Aus zeiht Nigerias Staatspräsident die Nationalmannschaft von allen internationalen Wettbewerben zurück.

München - Das fast kollektive Versagen der afrikanischen Teams bei der WM in Südafrika hat in Nigeria zu einer drastischen Maßnahme geführt.

Nigerias Staatspräsident Goodluck Jonathan hat die Nationalmannschaft nach dem Debakel bei der Endrunde für zwei Jahre von der Teilnahme an allen internationalen Wettbewerben ausgeschlossen 256788(DIASHOW: Tops und Flops WM-Achtelfinale).

"Diese Anweisung war notwendig aufgrund der schwachen Vorstellungen bei der Weltmeisterschaft", sagte ein Sprecher des Präsidenten in Abuja.

"Fußball neu organisieren"

Die "Super Eagles" hatten bei der WM in Südafrika gegen Argentinien (0:1) und Griechenland (1:2) jeweils verloren, waren gegen Südkorea (2:2) über ein Unentschieden nicht hinausgekommen.

Damit wurden die hochgehandelten Nigerianer nur Gruppenletzter. Nun entschied sich Jonathan zu diesem drastischen Schritt, "um den Fußball in Nigeria neu zu organisieren".

Verband entschuldigt sich

Auch den Funktionären des nigerianischen Fußball-Verbandes NFF drohen Konsequenzen.

"Sollten finanzielle Missstände entdeckt werden, werden die Verantwortlichen zur Rechenschaft gezogen", sagte der Sprecher.

Der NNF entschuldigte sich einer Stellungnahme "bei der Regierung und allen nigerianischen Fußball-Fans für das frühe Ausscheiden der Super Eagles" und kündigte an, Nigeria werde mehr Länderspiele absolvieren, um mehr Erfahrung zu sammeln.

Suspendierung durch die FIFA?

Nach dem Dekret des Staatsoberhauptes droht nun aber dem gesamten nigerianischen Fußball-Verband die Suspendierung durch die FIFA.

"Wir haben noch keine offizielle Information vom nigerianischen Verband über diesen speziellen Fall erhalten. Aber generell ist die FIFA-Politik hinsichtlich politischer Einmischung hinreichend bekannt. Unsere Statuten verbieten jegliche Form politischer Einmischung", teilte die FIFA mit.

"Löwen" machen Nacht zum Tag

Auch in Kamerun hat nach dem Vorrunden-Aus die Selbstzerfleischung eingesetzt. "Was hier passiert ist, ist eine Schande für unser Land", klagte Mohamadou Idrissou in der "Sport Bild".

"Ich dachte, dass ich im falschen Film bin", äußerte der Bundesliga-Profi und rechnete gnadenlos mit seinen Teamkollegen ab: "Viele waren nur bei der WM, um Party zu machen. So etwas Unprofessionelles habe ich noch nie gesehen."

Bis 3 Uhr morgens sollen einige unzähmbare Löwen die Nacht zum Tag gemacht haben. "Wenn man mit so einer Einstellung in eine WM geht, dann hat man auch keine Chance", sagte der Angreifer, der in der kommenden Saison für Borussia Mönchengladbach auf Torejagd geht.

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