vergrößernverkleinern
Fernando Santos trainierte zuletzt drei Jahre lang PAOK Saloniki © imago

Der Trainer von PAOK Saloniki beerbt "Rehakles". Nigerias Dickson Etuhu ist entsetzt über den Ausschluss seines Teams. WM-Splitter.

München - Der Portugiese Fernando Santos wird neuer griechischer Nationaltrainer und damit Nachfolger von Otto Rehhagel.

"König Otto" hatte die Hellenen neun Jahre lang betreut und 2004 zum EM-Triumph in Portugal geführt.

Der 55-jährige Santos erhält einen Zweijahresvertrag und soll am Freitag auf einer Pressekonferenz offiziell vorgestellt werden.

Er verfügt über Griechenland-Erfahrung, er war zuletzt drei Jahre Coach von PAOK Saloniki und zuvor bei Panthinaikos Athen und AEK Athen tätig.

Santos erlebt sein Premierenspiel als griechischer Auswahlcoach am 11. August im Länderspiel gegen WM-Teilnehmer Serbien.

Der 71 Jahre alte Rehhagel war mit den Hellenen in der WM-Vorrunde gescheitert, hatte aber durch ein 2:1 gegen Nigeria den ersten Sieg bei einer WM für Griechenland unter Dach und Fach gebracht.

Rehhagel will weitermachen

Rehhagel hatte angekündigt, seine Trainerkarriere fortsetzen zu wollen.

"Ich höre nicht auf! Ich habe keine Sekunde daran gedacht, aufzuhören. Ich fühle mich fit. Ich kann mich aufregen. Ich mache nur eine kurze Pause. Ich will meine immense Erfahrung weitergeben. Wenn die einer braucht, stehe ich zur Verfügung", sagte er der "Bild am Sonntag".253025(DIASHOW: Tops und Flops der WM)

In den letzten zwei Monaten habe es schon Anfragen gegeben, "aber darüber spreche ich jetzt nicht", sagte der Meistertrainer von Werder Bremen und dem 1. FC Kaiserslautern.

Bundesliga-Comeback vorstellbar

Auch eine Rückkehr auf die Bundesliga-Bühne kommt für Rehhagel durchaus infrage:

"Ich schließe überhaupt nichts aus. Ich habe mich ja selbst in die Freiheit entlassen und mache nur das, was mir passt."

Letztendlich, sagte er, hätten die Griechen insgesamt "mehr erreicht, als uns viele zugetraut haben".

Er selbst habe nach dem 0:2 gegen Argentinien im letzten Gruppenspiel den Verbandspräsidenten Sofoklis Pilavios um die Trennung gebeten: "Lass uns in Freundschaft auseinandergehen."

SPORT1 fasst weitere WM-Meldungen zusammen.

Nigerianer Etuhu nach Ausschluss: "Keine große Hilfe"

Der nigerianische Fußball hat mit Entsetzen auf die Entscheidung von Staatspräsident Goodluck Jonathan reagiert, die Nationalmannschaft für zwei Jahre von allen internationalen Wettbewerben zurückzuziehen.

Nationalspieler Dickson Etuhu zeigte sich "geschockt" über das Dekret. "Vieles funktioniert nicht im nigerianischen Fußball. Uns auszuschließen, ist da sicher keine große Hilfe", sagte der Mittelfeldspieler vom FC Fulham.

Der ehemalige Torhüter Dosu Joseph sprach von "traumatischen Konsequenzen" für das fußballverrückte Land: "Die Spieler, die Trainer, alle werden leiden. Was auch immer die Motive hinter dieser Entscheidung sind, die Nachteile überwiegen deutlich gegenüber den Vorteilen."

Allerdings gibt es auch Befürworter des Schrittes.

"Der Ausschluss ist eine positive Entwicklung, wenn wir aufrichtige Menschen haben, die unseren Fußball neu strukturieren", sagte Sani Toro, ehemaliger Generalsekretär des nigerianischen Fußball-Verbandes NFF.

"Das ist eine großartige Befreiung von großem Mist", sagte der Sportjournalist Osunde Onwude.

Die "Super Eagles" waren bei der WM in Südafrika nach nur einem Punkt aus drei Spielen als Gruppenletzter in der Vorrunde ausgeschieden.

Staatspräsident Jonathan hatte daraufhin zu der drastischen Maßnahme gegriffen, "um den Fußball in Nigeria neu zu organisieren."

Dauereinsatz für Herzspezialisten

Fans haben während der WM offenbar vermehrt Angst vor Herzinfarkten. So haben sich seit Beginn des Turniers in Südafrika am 11. Juni die Nachfragen nach Herzspezialisten im Vergleich zum Vormonat fast verdoppelt.

Das ergab eine Analyse der Stiftung Gesundheit. Demnach gingen bei der Arzt-Auskunft deutlich mehr Suchanfragen nach Kardiologen sowie Ärzten mit Schwerpunkten wie Herzrhytmusstörungen und Bluthochdruck ein.

"Bei so manchem Spiel kann der Puls schon mal nach oben gehen. Bei gravierenden akuten Beschwerden sollte man aber je nach Sachlage den Notruf 112 oder die Rufnummer des Bundestrainers wählen", scherzte Dr. Peter Müller, Vorstand der Stiftung Gesundheit.

Bebetos Sohn will Baby-Schaukel bei WM wiederholen

Der 9. Juli 1994 ist für Mattheus Oliveira ein besonderes Datum.

An diesem Tag zeigte Brasiliens damaliger WM-Stürmer Bebeto der ganzen Welt seinen Stolz über den drei Tage zuvor geborenen Nachwuchs, als er sein Tor zum 2:0 beim 3:2-Viertelfinalsieg über die Niederlande an der Seitenlinie, begleitet von Romario und Mazinho, mit der Baby-Schaukel feierte.

Knapp 16 Jahre später hat der Sohn des Selecao-Torjägers nur einen Wunsch. "Ich möchte die Geste bei einer WM wiederholen", erklärt der Juniorenspieler des brasilianischen Meisters CR Flamengo aus Rio de Janeiro.

An den letzten WM-Vergleich gegen Oranje (4:3 i.E.) könne er sich nicht erinnern. "Bei der WM 1998 war ich zwar im Stadion, aber ich war ja erst vier Jahre alt", so der U-16-Nationalspieler.

Japans Nakamura beendet internationale Karriere

Spielmacher Shunsuke Nakamura hat seine Karriere in der japanischen Nationalmannschaft nach dem WM-Aus in Südafrika beendet.

Er werde nie wieder für Japan antreten, erklärte der Mittelfeldspieler der Yokohama Marinos bei der Ankunft des Teams in Osaka.

Der 32-Jährige hat 98 Länderspiele bestritten, seine beste Zeit hatte er von 2005 bis 2009 bei Celtic Glasgow.

Japan war im Achtelfinale mit 3:5 im Elfmeterschießen an Paraguay gescheitert.

Jagger von Argentinien beeindruckt

Mick Jagger, Frontmann der Kultband Rolling Stones, zeigt sich als Fußball-Fan bei der WM-Endrunde in Südafrika beeindruckt vom deutschen Viertelfinalgegner Argentinien.

"Ich finde, sie sind ungeheuer torgefährlich, darüber haben wir ja schon gesprochen: genau das, was England bei diesem Turnier gefehlt hat. Bei Carlos Tevez konnte man gegen Mexiko sehen, wie gut er ist", sagte der 66-Jährige im Interview mit "FIFA.com".

Vor dem Turnier hätten alle Spanien als Topfavoriten gehandelt, so Jagger: "Wir werden sehen, aber ich bin nicht sicher, ob sie so gut wie Argentinien sind. Deutschland hat auch ein paar sehr gute Spielzüge gezeigt. Ich glaube, bei diesem Turnier ist sozusagen alles offen."

Gerd Müller: "Argentinien niederkämpfen"

Der frühere Weltklasse-Stürmer Gerd Müller traut der DFB-Elf den WM-Titel zu.

"Ich glaube, dass wir die Argentinier niederkämpfen und Weltmeister werden können", sagte der Weltmeister von 1974 am Donnerstag in Johannesburg. Er tippe im schwierigen Viertelfinale gegen Argentinien auf einen deutschen Sieg nach Verlängerung.

Der ehemalige Bayern-Star hofft zudem, dass der aktuelle Nationalspieler Thomas Müller in seine Fußstapfen treten wird. "Er ist ein guter Junge, auch charakterlich. Er kann mein Nachfolger werden. Ich bin sehr stolz auf ihn", sagte Müller.

Gerd Müller ist mit 68 Toren in 62 Länderspielen der beste Torschütze in der Geschichte der deutschen Nationalmannschaft.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel