Argentiniens Trainer Diego Maradona regt sich vorm Viertelfinale gegen Deutschland über die Schiedsrichterentscheidungen auf.

Wenn Diego Maradona zur Pressekonferenz bittet, ist immer für Unterhaltung gesorgt und immer eine Überraschung drin.

Das war schon im März so, als sich der argentinische Nationaltrainer vorm Testspiel in München zunächst weigerte, neben Thomas Müller zu sitzen, weil er ihn für einen Fan gehalten hatte.

Mittlerweile weiß Maradona, dass Müller ein deutscher Nationalspieler ist, der bei der WM sogar schon drei Tore erzielt hat.

Doch über den Gegner im Viertelfinale wollte Argentiniens Trainer im total überfüllten PK-Raum nicht sprechen.

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Lieber redete er über Fehlentscheidungen der Schiedsrichter bei der WM.

"Ich erinnere mich, dass England mit einem Tor Weltmeister wurde, das keins war", holte er aus.

"Ich weiß nicht, ob das nicht gegebene Tor der Engländer gegen Deutschland eine Art Vergeltung für Wembley 1966 war, aber der Ball war doch eindeutig drin", meinte Maradona.

"Wenn das niemand sieht, frage ich mich, warum wir überhaupt Schieds- und Linienrichter haben."

Bei Spaniens Siegtreffer gegen Portugal, maulte Maradona, sei der Linienrichter nicht auf der richtigen Höhe gewesen und habe deshalb das Abseits nicht gesehen.

"So etwas darf bei einer WM nicht passieren", wetterte der 49-Jährige weiter. Und überhaupt. Er sei "gar nicht zufrieden mit den Schiedsrichterleistungen" in Südafrika.

Dass Argentinien das 1:0 im Achtelfinale gegen Mexiko aus Abseitsposition erzielte, erwähnte er nicht.

"Man hätte die Szene aber nicht im Stadion in der Wiederholung zeigen sollen", sagte er nur.

Doch lustig ist es schon: Ausgerechnet Maradona, der 1986 in Mexiko mit der "Hand Gottes" zum 1:0 im Viertelfinale gegen England selbst eines der skandalösesten Tore der WM-Geschichte erzielt hatte, regt sich am Abend vor dem Viertelfinale gegen Deutschland über falsche Schiedsrichterentscheidungen auf.

Der Mann hat Nerven. Und ist eben immer für eine Überraschung gut.

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