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Nicolas Anelka erzielte 15 Tore in 65 Länderspielen für Frankreich © imago

Der scheidende Verbandspräsident ist sich sicher, dass dem Stürmer nicht verziehen wird. Malouda übt heftige Kritik am Umfeld.

Paris - Für Enfant terrible Nicolas Anelka bleibt die Tür zur französischen Nationalmannschaft offenbar geschlossen:

Laut Ex-Verbandschef Jean-Pierre Escalettes wird der Stürmerstar nie mehr das Trikot der "Equipe Tricolore" tragen.

"Niemand, weder ich noch mein Nachfolger noch der künftige Coach werden vergessen, was geschehen ist, und jeder wird klar machen, dass Anelka nicht mehr für Frankreich spielt", sagte Escalettes bei der Anhörung durch eine Kommission der französischen Nationalversammlung unter der Woche.

Ein entsprechender Hinweis ist auf der Homepage der Nationalversammlung zu lesen.

Üble Beschimpfungen

In der Halbzeitpause des WM-Vorrundenspiels gegen Mexiko hatte Chelsea-Ass Anelka Nationaltrainer Raymond Domenech auf das Übelste beschimpft.

Anschließend wurde der Angreifer vom nationalen Verband FFF suspendiert und vorzeitig nach Hause geschickt.

Die französische Mannschaft protestierte gegen die Entscheidung und initiierte einen Trainingsboykott.

Politik beschäftigt sich mit dem Skandal

Die Franzosen, Weltmeister von 1998, schieden in der Vorrunde aus und lösten beinahe eine Staatskrise aus.

Selbst die höchste Politik beschäftigte sich mit dem skandalösen Auftreten der französischen Mannschaft in Südafrika. (GAMES: Das WM-Tippspiel)

Anelka selbst hatte bislang offen gelassen, ob er Frankreich auch in Zukunft zur Verfügung steht.

Malouda: "Spieler brauchen hochprofessionelles Umfeld"

Anelkas Chelsea-Teamkollege Florent Malouda hat derweil eine schonungslose Analyse des peinlichen Auftretens der "Equipe Tricolore" bei der Weltmeisterschaft in Südafrika geliefert.

Er warf dem französischen Verband amateurhaftes Handeln vor.

"Ein Systemfehler hat zum Debakel geführt.", sagte der England-Legionär vom englischen Meister FC Chelsea im Interview mit dem "L'Equipe"-Magazin.

"Die Spieler, die bei Vereinen wie Chelsea, Barcelona, Bayern oder Lyon unter Vertrag stehen, brauchen ein hochprofessionelles Umfeld, um aufzublühen."

"Schlechte Schwingungen" bei "Les Bleus"

Es sei schwierig für ihn gewesen, das System Nationalmannschaft zu akzeptieren, wenn man es mit den Umständen bei einem Klub wie Chelsea vergleiche.

Malouda: "Jedes Mal, wenn ich in die Nationalmannschaft berufen wurde, wurde ich wieder mit negativen Geschichten und schlechten Schwingungen konfrontiert."

Der Chelsea-Star kritisierte die fehlende Kommunikation mit WM-Trainer Domenech:

"Nicht einmal in den letzten Jahren haben meine Worte irgendeinen Einfluss beim Trainer hinterlassen."

Am Freitag hatte der französische Verband FFF Laurent Blanc als neuen Nationaltrainer und Nachfolger von Domenech, der keinen neuen Vertrag mehr erhielt, berufen.

Zuvor hatte bereits FFF-Präsident Jean-Pierre Escalettes seinen Rücktritt verkündet.

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