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Terry, Beckham und Lampard stehen in England vor dem Aus © getty

Capello bleibt im Amt und will den Neustart. Für einige Stars ist die Nationalmannschaft Geschichte. Vorbild ist der Erzfeind.

London - Fabio Capello selbst blieb der Rauswurf erspart, dafür müssen jetzt einige Spieler dran glauben.

Nach dem vorzeitigen unddemütigenden Ausscheiden im WM-Achtelfinale gegen Deutschland will der Teammanager der englischen Nationalmannschaft seinen Kader entrümpeln.

"Für einige war die WM das Ende. Das werden wir jetzt durchziehen. Bis zur Europameisterschaft müssen wir jetzt junge Spieler in das Team integrieren", sagte der Italiener.

Beim Schwingen der Axt, wie es in England heißt, wird Capello wohl David Beckham treffen, der bereits 35 Jahre alt ist und bei der WM verletzt fehlte.

Auch Frank Lampard (32) vom FC Chelsea, Torwart David James (39) und Emile Heskey (32) nähern sich rasant dem Ende ihrer ruhmlosen Laufbahn im Trikot der Three Lions, eventuell auch John Terry.

Capello drängt auf Erneuerung und setzt dabei auch auf seinen Assistenten Stuart Pearce, auch Coach der englischen U21.

Capello sucht nach jungen Talenten

Die Zeit drängt. Schon am 11. August spielt England in Wembley gegen Ungarn, am 3. September beginnt dort die Qualifikation für die EURO 2012 gegen Bulgarien.

Um die Endrunde in zwei Jahren in Polen und der Ukraine zu erreichen muss sich England außerdem gegen die Schweiz, Montenegro und Wales durchsetzen.

Doch Pearce kann offenbar nicht mal annähernd den Nachschub liefern, den etwa Bundestrainer Joachim Löw aus der deutschen U21 erhalten hat 256033(DIASHOW: So schön jubelt Deutschland).

Die englische U17 ist Europameister, doch der Weg in die A-Nationalmannschaft ist noch weit (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Nur eine Handvoll Spieler kommt deshalb für Capello infrage.

"Talente sind meist Iren oder Waliser"

Adam Johnson, Torhüter Joe Hart (beide Manchester City) und Kieran Gibbs (FC Arsenal) stehen bei dem Italiener auf der Kandidatenliste.

Capello hat mittlerweile ernüchtert festgestellt, dass die Geldmaschine Premier League der Nationalmannschaft eher geschadet hat.

"Das große Problem ist doch, dass nur 38 Prozent der Spieler in der Premier League Engländer sind. In anderen Ländern sind es 68, 69 oder 70 Prozent", rechnet er vor.

Und außerdem hat er festgestellt: "Die Klubs bringen Talente hervor. Sie spielen dann in der Premier League, aber die sind Waliser oder Iren."

Deutschland als Vorbild

Capello will sogar den Erzivalen Englands zum Vorbild nehmen: Die deutsche Nationalmannschaft.

"Gegen uns hat Deutschland mit vier Ausländern gespielt", sagte der Italiener - und meint damit Miroslav Klose, Lukas Podolski, Mesut Özil und Sami Khedira.

"Ich habe mit Stuart Pearce gesprochen. Sie kommen alle aus der U21. Sie spielen sehr gut. Sie sind technisch gut. Und sie sind physisch stark. Wir müssen solche Leute auch in England finden."

Capello fordert weniger Spiele

Durch die Blume hat Capello die englischen Klubs erneut auch mit dem Unaussprechbaren konfrontiert: Reduzierung der Spiele, eine längere Pause für die Spieler.

"Nach meiner Erfahrung ist es nicht nur der Körper, der müde ist, sondern auch der Geist. Die Spieler haben zu viele Spiele, und der Geist verbrennt mehr Energie, als wenn du rennst."

Zwischen dem Saisonende in England und dem Beginn benötigten die Spieler vor allem eines: "Mehr Ferien."

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