Klaus Augenthaler sieht den Bayern-Spieler aus einer starken Elf herausragen. Für SPORT1 analysiert der Weltmeister die DFB-Spiele.

Hallo Fußball-Freunde,

natürlich habe ich gehofft, dass die deutsche Mannschaft gegen Argentinien gewinnt. Aber dass es so deutlich wird - damit war nicht zu rechnen.

Ich hebe ungern einen Spieler hervor. Nur: Am Samstag war schon offensichtlich, dass Bastian Schweinsteiger bei einer geschlossen Mannschaftsleistung herausgeragt hat. Er hat die Note eins oder das Prädikat "Weltklasse" verdient.

Dabei darf man nicht die Leistung von Sami Khedira vergessen, der unheimlich viele Löcher gestopft hat.

Auch Thomas Müller war wieder unglaublich wertvoll für das Team. Jetzt ist der junge Stürmer von den Bayern zwar gesperrt. Ich glaube jedoch, dass die Mannschaft nach dem 4:0-Sieg diesen Ausfall kompensieren kann. Denn sie strotzt vor Selbstbewusstsein.

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Die Argentinier waren vor Spielbeginn vielleicht etwas zu selbstsicher. Dann unterläuft Maradonas Elf bereits nach drei Minuten dieser Stellungsfehler, das hat der deutschen Mannschaft natürlich in die Karten gespielt.

In den ersten 30 Minuten ist Argentinien überhaupt nicht ins Spiel gekommen. Mit großem Laufaufwand hat Joachim Löws Mannschaft den Gegner mit Spielern wie Lionel Messi oder Angel Di Maria in Schach gehalten. Sie haben die Vorgaben sehr gut umgesetzt.

Ich denke nicht, dass Deutschland jetzt als Favorit gegen Spanien ins Spiel geht. Aber sie sagen sich sicherlich: Jetzt wollen wir weiterkommen! Gegen Argentinien musste man auf Messi und auf Tevez aufpassen, jetzt gilt es die spanischen Mittelfeldstrategen Xavi und Andres Iniesta in den Griff zu kriegen.

Es wird wieder auf Khedira und Schweinsteiger ankommen, die mit intensiver Laufarbeit die beiden ausschalten müssen. Schweinsteiger ist sich auch nicht zu schade, diese Arbeit zu verrichten.

Die Spanier werden den deutschen Sieg sicherlich bis ins kleinste Detail analysieren und der alte Trainerfuchs Vicente del Bosque wird schon wissen, was zu tun ist.

Die Spieler des Europameisters haben bereits bekundet, dass sie großen Respekt vor der deutschen Mannschaft haben. Das gehört sich einfach so, dass sich die Gegner vor einem solchen Spiel mit großem Respekt begegnen. Das hat gar nichts damit zu tun, dass Deutschland jetzt 4:0 gegen Argentinien gewonnen hat und Spanien "nur" 1:0 gegen Paraguay.

Das ist dann alles Schall und Rauch. Wenn das Halbfinale angepfiffen wird, beginnt alles wieder bei Null. Dann entscheiden wieder viele Faktoren: Wie kommt man ins Spiel rein? Wie ist die Tagesform? Was macht der Schiedsrichter?

Man sollte jetzt nicht gleich wieder vom Titel sprechen. Gegen Ghana hatte die Mannschaft Glück, dass die Afrikaner ihre Chancen nicht genutzt haben. Was wäre gewesen, wenn Englands "Wembley-Tor" gezählt hätte? Jetzt hat die Mannschaft erstmals voll und ganz überzeugt, aber auch ein ganz schweres Halbfinale gegen Spanien vor der Brust.

Wenn die DFB-Elf aber die Leistung aus dem Argentinien-Spiel wiederholen kann, ist der Finaleinzug möglich.

Bis demnächst,Euer Klaus Augenthaler

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