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Diego Maradona wurde als Spieler 1986 Weltmeister mit Argentinien © getty

Argentiniens Coach Diego Maradona will nicht weitermachen - Staatspräsidentin Cristina Kirchner will dies nun verhindern.

Buenos Aires/Rio de Janeiro - Diego Maradona will nicht mehr. "Meine Zeit ist vorüber, ich habe alles gegeben", erklärte er am Montagabend.

Eine Zukunft ohne Maradona scheint für die Mehrheit der Argentinier aber offensichtlich kaum vorstellbar.

Und so begann fast zeitgleich die Staatspräsidentin, den amtsmüden Nationaltrainer zum Bleiben zu bewegen (DATENCENTER: Der WM-Spielplan).

"Halte durch, Diego", rief Cristina Kirchner bei einer öffentlichen Veranstaltung (PERSONALIE: Diego Maradona).

Bei ihrer Rede in San Miguel, einem Vorort von Buenos Aires, traf Kirchner offenkundig den Nerv der Zuhörer.

Am Ende ihrer Rede rief die Menge: "Ole, ole, ole, ole, Diegoooo, Diegooooooo!"

"Die Spieler weigerten sich"

Zuvor hatte die Staatspräsidentin unter anderem davon berichtet, dass die Nationalmannschaft ihre Einladung in den Präsidentenpalast abgelehnt habe.

"Die Spieler weigerten sich, weil sie glauben, sie verdienten eine solche Auszeichnung nicht", teilte Kirchner mit.

Die Absage ans "Rosa Haus" will Kirchner, derzeit die Mutter einer traurigen Nation, allerdings nicht so einfach hinnehmen.

Kirchner will warten

"Die Spieler liegen falsch, sie haben es verdient zu kommen, und deshalb werde ich warten, bis sie da sind", sagte die Politikerin.

Zugleich bot sie Maradona ihre uneingeschränkte Unterstützung an, "denn kein Mensch hat uns auf dem Fußballplatz mehr Freude bereitet als Diego Armando Maradona". 256716(DIASHOW: Maradona bei der WM)

Während sich Maradona am Montag in Andeutungen über seinen Rücktritt erging, das entscheidende Wort jedoch nicht in den Mund nahm, hielt der argentinische Fußball-Verband AFA weiter still.

"Ganz alleine Maradona entscheidet"

Zu Wort meldete sich nur Luis Segura, Präsident von Maradonas früherem Klub Argentinos Juniors und enger Freund des AFA-Präsidenten Julio Grondona - er sagte, was ohnehin jeder weiß.

"Ganz alleine Maradona entscheidet, ob er weitermachen will."

Auch Segura schlug vor, Maradona solle doch seinen Vertrag erfüllen.

Die Vereinbarung gilt bis zur Copa America im kommenden Jahr, Argentinien ist dann Gastgeber der Südamerika-Meisterschaft.

Mancuso dementiert

Die Nachrichtenagentur Reuters zitierte einen "guten", namentlich nicht genannten "Freund" von Maradona mit den Worten:

"Diego ist zu Hause bei seiner Familie und denkt nach. Ich kann nicht bestätigen, dass er bereits zurückgetreten ist. Es wird darüber diskutiert."

Maradonas ehemaliger Mitspieler und bisheriger Assistent Alejandro Mancuso versicherte unterdessen, Maradona werde nicht zurücktreten 259139(DIASHOW: Tops und Flops WM-Viertelfinale).

"Wie ich Diego kenne, kann ich mir nicht vorstellen, dass er zurücktritt, ohne den WM-Titel zu gewinnen", sagte er einer lokalen Radiostation und betonte:

"Wir können nicht einfach all die guten Dinge außer Acht lassen, die er getan hat."

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