Auch im WM-Halbfinale spielt die Elftal eher pragmatisch als schön. Gerade daran lässt sich eine Entwicklung erkennen.

Die Niederlande hat das WM-Finale erreicht - in vielen kleinen Trippelschritten zwar, aber nicht unverdient.

Auch gegen Uruguay musste Oranje zittern und hätte sogar zum Schluss noch den Ausgleich zum 3:3 kassieren können.

Kompliment an die tapfer rackernden Uruguayer, die trotz zig Ausfällen den Favoriten um ein Haar ins Wanken gebracht hätten.

Denn bei Hollands Tor zum 2:1 durch Wesley Sneijder hätte Schiedsrichter Rawschan Irmatow durchaus auf Abseits entscheiden können, da Robin van Persie in regelwidriger Position Torhüter Fernando Muslera die Sicht versperrte.

Auch in den anderen Begegnungen wie im Achtelfinale gegen die Slowakei überragten die Niederländer nicht.

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Den Erfolg tüteten sie auf eine neue, nicht immer besonders ansehnliche Weise ein.

Wer daran etwas zu kritteln hat, sollte beachten, dass Ausnahmekönner Arjen Robben lange fehlte (DATENCENTER: Ergebnisse und Tabelle).

Außerdem haben die Niederländer sämtliche WM-Qualifikationsspiele gewonnen und nun auch alle Partien bei der Endrunde und nicht zu vergessen Topfavorit Brasilien rausgeworfen.

Es ist eine kampferprobte, pragmatische Truppe, die der ehemalige BVB-Trainer Bert van Marwijk zusammengeschweißt hat.

Nicht nur Dirk Kuyt und Mark van Bommel stehen für diese beiden Charakterzüge.

Das Team gleicht - endlich, so werden sie im Nachbarland aufseufzen - einem Langstreckenläufer.

Schwächephasen gehören eben bei dem langen Marsch ins Finale genauso dazu, wie die Kraft, diese zu überwinden.

Die Niederländer zeigten sich bei dieser WM daher auch als Strategen, die nunmehr seit 25 Spielen ungeschlagen sind.

Noch bei der EM 2008 starteten sie glamourös, watschten in der Vorrunde Weltmeister Italien 3:0 und Vize-Weltmeister Frankreich 4:1 ab.

Die Euphorie war gigantisch, am Ende scheiterte Oranje aber bereits im Viertelfinale an Russland.

Eine bittere Erfahrung, die die Mannschaft allem Anschein vorangebracht hat.

Nun darf man gespannt sein, ob nach den unnötigen Finalniederlagen 1974 und 1978 sogar der erste WM-Titel nach Holland geht.

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