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Beim größten Public-Viewing-Event in Berlin sahen 300.000 Menschen das Halbfinale © getty

An knapp 1500 Orten zittern die Fans öffentlich mit der deutschen Nationalmannschaft. In der Hauptstadt steigt die größte Party.

München - Sangria in Berlin, "Poldi-Mania" in Köln, Vuvuzela-Lärm in München - doch am Ende tiefe Trauer: Als der Halbfinal-K.o. gegen Europameister Spanien feststand, wichen Freude und Begeisterung landesweit einer beklemmende Stille.

Ganz Deutschland hatte sich zuvor gerüstet und rund um das WM-Halbfinale zwischen Deutschland und Spanien die nächste schwarz-rot-goldene Fiesta gefeiert.

Epi-Zentrum der Begeisterung war einmal mehr die Fanmeile in Berlin: 300.000 Menschen drängten sich bei sommerlichen Temperaturen auf der Straße des 17. Juni und drückten der deutschen Mannschaft die Daumen.

Sangria bei 30 Grad

Gut zwei Stunden vor dem Anpfiff hatten sich bereits mehr als 100.000 Besucher auf Deutschlands größter Partyzone eingefunden.

Bei Temperaturen von über 30 Grad stillten zahlreiche Fans ihren Durst passend zum Gegner mit Sangria aus Eimern. Fußballfrei blieb einzig der Berliner Dom.

Wer wollte, konnte sich die Begegnung dennoch mit Gottes Segen ansehen: Die evangelische Kirche legte sich wie schon 2006 ins Zeug und richtete in der Hauptstadt 72 Public-Viewing-Stationen ein.

1500 Mal Public Viewing

Insgesamt wurde an knapp 1500 Orten zwischen Flensburg und Garmisch-Partenkirchen gezittert, gejubelt und gefeiert.

Auf dem Hamburger Heiligengeistfeld waren wie schon bei der 4:0-Gala gegen Argentinien 70.000 Fans vor der 70 Quadratmeter großen Leinwand dabei.

Anders als in München, wo 35.000 in schwarz-rot-gold gekleidete Anhänger das altehrwürdige Olympiastadion in ein Tollhaus verwandelten, galt in der Hansestadt wie in vielen anderen Städten ein komplettes Vuvuzela-Verbot.

Party in der Kölnarena

In Köln waren schon seit dem Morgen zahlreiche Fans mit Deutschland-Trikots ihres Idols Lukas Podolski unterwegs.

Hatten beim 4:0-Sieg gegen Argentinien noch heftige Gewitter für pudelnasse deutsche Fans gesorgt, waren gegen Spanien in und um die Kölnarena herum gut 40.000 Zuschauer bester Laune.

Auch im Schatten des Stadions des 1. FC Köln, im Sand der sogenannten Playa, und am Aachener Weiher sorgten tausende von Fans für beste Partystimmung.

Freier Eintritt für Weltmeister-Jahrgänge

Im benachbarten Düsseldorf verfolgten mehr als 10.000 Zuschauer die Partie im Stadion der Fortuna.

Die Weltmeister-Jahrgänge 1954, 1974 und 1990 hatten freien Eintritt, um das Spiel auf der 100 Quadratmeter großen Leinwand zu verfolgen.

Auf Hessens größter Public-Viewing-Veranstaltung in der komplett überdachten Frankfurter WM-Arena feierten knapp 20.000 Zuschauer eine große Fußball-Party.

Papst lässt sich informieren

Im Leipziger Zentralstadion fanden sich 20.000 deutsche Fans ein, in Dresden strömten wie schon in den vergangenen Wochen tausende Fans an das Königsufer.

Stille Post herrschte dagegen im Vatikan.

Papst Benedikt XVI. konnte das Spiel nicht live sehen, wurde aber von Vatikan-Staatssekretär Tarcisio Bertone über die Zwischenstände auf dem Laufenden gehalten.

Doch auch der Draht nach ganz oben half der Mannschaft von Joachim Löw nicht.

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