Klaus Augenthaler bemängelt beim WM-Aus gegen Spanien fehlende Aggressivität - und wünscht sich Löw weiter als Bundestrainer.

Hallo Fußball-Freunde,

das war's nun, Deutschland ist raus aus der WM. Und das geht auch in Ordnung.

Das Halbfinale war kein Vergleich zum Argentinien-Spiel. Man hatte immer das Gefühl, die Spanier seien ein oder zwei Mann mehr auf dem Platz.

Nach meinem Empfinden war das deutsche Team auch zu ängstlich - sie sind nicht in die Zweikämpfe gekommen.

Da hätte ich mir auch mal gewünscht, dass nicht nur Klose als allein gelassener Stürmer aggressiv auf den Mann gegangen wäre.

Viele sind nur neben ihrem Gegenspieler hergelaufen, und das kann man gegen diese fast perfekten Spanier kaum machen.

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Gegen Argentinien waren wir einfach spiel- und auch lauffreudiger. Das habe ich vermisst - genauso, dass einer mal ein Zeichen setzt. Unabhängig von der Erfahrung dieser jungen Mannschaft, man muss auch mal einen "rasieren".

Doch wer in die Gesichter gesehen hat in der zweiten Halbzeit und nach Abpfiff, der hatte auch das Gefühl, die Mannschaft sei total platt.

Es wäre jedoch ein großer Fehler zu sagen, es habe vor allem am Ausfall von Thomas Müller gelegen.

Der Junge hat sich nach einem Jahr Profi-Dasein zwar sensationell eingefügt ins DFB-Team. Aber man darf nun doch nicht alles von einem 20-Jährigen abhängig machen.

Alles schlecht reden muss man sowieso nicht: Die Erwartungen hat das deutsche Team erfüllt und durchaus eine große Zukunft vor sich, wenn die Entwicklung so weitergeht:

Müller, Özil, Marin und Khedira - das sind ja alles junge Leute, die ihre besten Jahre noch vor sich haben.

Parallel dazu sehe ich auch für Michael Ballack noch immer eine feste Rolle in der Nationalmannschaft - sofern er weiter seine Leistung bringt. Warum soll er das nicht noch bis 35 können?

Ballack ist für mich nach wie vor ein Fundament im mannschaftlichen Gerüst, und das genauso in der Hierarchie dieser Mannschaft. Wer immer nun Kapitän ist nach der WM.

Dass Philipp Lahm zu diesem Thema öffentlich seine Meinung kundgetan hat (und Kapitän bleiben möchte, Anm. d.Red.), finde ich in Ordnung. Er soll ruhig sagen, was er denkt.

Und dass er damit oder auch Kritik mal gewisse Dinge anstößt, empfinde ich keineswegs als schädlich. Da würde es auch zu kurz greifen, zu behaupten: Hätte Lahm mal lieber geschwiegen vor dem Halbfinale.

Ich glaube nicht, dass er in diesem Zusammenhang wegen der Spanien-Niederlage nun an Reputation verloren hat.

Vor allem aber hoffe ich, dass Jogi Löw als Bundestrainer weitermacht: Die Querelen vor der WM wie zum Beispiel um die Vertragsverlängerung sind wohl ausgeräumt.

Auch Oliver Bierhoff sollte als Teammanager bleiben. Löw und seine Crew haben die Entwicklung der Nationalelf vorangetrieben. Es wäre fatal, jetzt was Neues auszuprobieren.

Bis demnächst,Euer Klaus Augenthaler

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