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Diego Forlan und Jerome Boateng (re.) lieferten sich harte Duelle in Port Elizabeth © getty

Nach hartem Kampf holt Deutschland Platz drei bei der WM. Uruguay wird nach Rückstand noch geschlagen. Müller trifft erneut.

Aus Südafrika berichtet Martin van de Flierdt

Port Elizabeth - Die deutsche Nationalmannschaft hat die WM in Südafrika als Turnierdritter abgeschlossen.

Das Team von Bundestrainer Joachim Löw setzte sich im kleinen Finale in Port Elizabeth mit 3:2 (1:1) gegen Uruguay durch.

Thomas Müller (19.), Marcell Jansen (56.) und Sami Khedira (82.) erzielten die deutschen Treffer in dem ausgeglichenen Spiel. Edinson Cavani (28.) und Diego Forlan (51.) waren für die Südamerikaner erfolgreich. 261784(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Deutschland landet damit zum elften mal bei einer WM-Endrunde unter den ersten drei Mannschaften.

Vor 36.254 Zuschauern im Nelson Mandela Bay Stadium hatte Löw im Vergleich zum Halbfinale gegen Spanien (0:1) gleich fünf frische Kräfte gebracht (Der WM-Spielplan).

Im Tor gönnte er Jörg Butt bei dessen dritter Turnierteilnahme seinen ersten Einsatz. Manuel Neuers erster Ersatzmann Tim Wiese hatte wegen einer Schleimbeutelentzündung passen müssen.

Für den grippekranken Kapitän Philipp Lahm wechselte Jerome Boateng auf die rechte Abwehrseite. Links kam der Hamburger Dennis Aogo zu seinen ersten WM-Minuten.

Müller kehrt zurück

Müller übernahm nach abgelaufener Gelbsperre wieder seinen Platz im rechten offensiven Mittelfeld von Piotr Trochowski, über den linken Flügel sollte Jansen anstelle des grippegeschwächten Lukas Podolski Druck machen. 261782(DIASHOW: Die DFB-Elf in der Einzelkritik)

Für Miroslav Klose, der mit Rückenbeschwerden auf der Bank Platz nahm, stürmte Cacau.

Uruguays Coach Oscar Tabarez wechselte drei Spieler aus, die bei der 2:3-Halbfinalniederlage gegen die Niederlande bei Anpfiff auf dem Feld standen (GAMES: Das WM-Tippspiel).

Lugano, Fucile und Suarez wieder dabei

Abwehrchef Diego Lugano, Linksverteidiger Jorge Fucile und Angreifer Luis Suarez, der seine Rotsperre nach dem Handspiel in der Schlussminute der Verlängerung gegen Ghana abgesessen hatte, kehrten ins Team zurück.

Alvaro Pereira, Mauricio Victorino und Walter Gargano mussten weichen.

Die deutsche Mannschaft begann die Begegnung gleich im Vorwärtsgang. Schon nach vier Minuten zappelte der Ball im Netz.

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Müllers frühes Tor nicht gegeben

Doch Schiedsrichter Benito Archundia aus Mexiko verweigerte dem Treffer von Müller wegen Abseits die Anerkennung (4.).

Nachdem Forlan mit einem Freistoß knapp am Tor vorbei die erste Möglichkeit für Uruguay ausgelassen hatte (7.), verhinderte der Querbalken bei einem Kopfball von Arne Friedrich aus sieben Metern die deutsche Führung (10.).

Das 1:0 ließ aber nicht mehr lange auf sich warten. Als Uruguays Torhüter Fernando Muslera den Ball nach einem Distanzschuss Bastian Schweinsteigers nach vorne abprallen ließ, war Müller zur Stelle und staubte aus zehn Metern ab (19.).

Fünftes WM-Tor für Müller

Es war das fünfte Turniertor des Münchners. Er schloss damit zu den bisherigen Toptorjägern David Villa (Spanien) und Wesley Sneijder (Niederlande) auf.

Die deutsche Mannschaft lehnte sich mit der Führung im Rücken zurück. Das ging nicht lange gut. Zwar verhinderte Per Mertesacker mit einem langen Bein einen Kopfballtreffer Forlans (25.).

Doch kurz darauf war auch er machtlos. Schweinsteiger hatte sich im Mittelfeld von Diego Perez den Ball abjagen lassen (Die WM-Kader im Überblick).

Cavani schiebt ein

Suarez spielte diesen in den Lauf von Cavani, der ihn von der Strafraumgrenze flach rechts zum 1:1 einschob (28.).

Das deutsche Spiel war nach dem Gegentor noch mehr von Fehlabspielen durchsetzt als zuvor schon.

Insofern durfte sich die DFB-Auswahl glücklich schätzen, nicht noch vor der Pause in Rückstand geraten zu sein. Denn nach Steilpass von Forlan setzte Suarez den Ball einen halben Meter neben den linken Pfosten (42.).

Butt zweimal stark

Nach dem Seitenwechsel blieb Uruguay am Drücker. Zunächst parierte Butt bravourös gegen den durchgebrochenen Cavani und den Nachschuss von Suarez (48.).

Doch dann zeigte Forlan seine Klasse. Eine Hereingabe von Egidio Arevalo setzte er aus 20 Metern mit einem artistischen Volley-Aufsetzer zum 1:2 in die Maschen (51.). Auch für Forlan war es der fünfte Treffer in Südafrika.

Die deutsche Mannschaft war nun gefordert. Und sie antwortete. Muslera tauchte unter einer langen Flanke Boatengs vom rechten Flügel durch. Jansen war per Kopf zur Stelle und glich zum 2:2 aus (56.). Es war das dritte Länderspieltor des Hamburgers.

Kießling kommt

Die Partie wogte im Anschluss hin und her. Löw wechselte, brachte Stefan Kießling für Cacau (73.). Der Leverkusener hätte fast umgehend getroffen.

Nach schöner Übersteiger-Finte scheiterte er zunächst aus 14 Metern an Muslera (76.) und verpasste dann eine Flanke Boatengs nur knapp (80.). Kaum war Toni Kroos für Jansen auf dem Platz (81.), fiel das 3:2 für die DFB-Auswahl.

Khedira nutzte das uruguayische Abwehr-Durcheinander nach einer Ecke von Mesut Özil mit einem Kopfball aus Nahdistanz zu seinem ersten Länderspieltreffer (82.).

Kießling hätte das Ergebnis noch in die Höhe schrauben können. Doch er verzog freistehend aus zwölf Metern (88.). In der Schlussminute kam mit Serdar Tasci für Özil auch der letzte deutsche Feldspieler noch zu seinem WM-Einsatz.

Weil Forlan mit einem Freistoß nur noch die Latte traf (90.+2), brachte Deuschland den Vorspung über die Zeit.

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