Sean Dundee schreibt in seiner SPORT1-Kolume, wie sehr Südafrika von der WM profitiert - und den ganzen Kontinent vereint.

Hallo Fußball-Fans,

Südafrika kann wirklich stolz auf sich sein - und ist es auch.

Die WM ist sehr gut gelaufen, besser als viele gedacht haben. Es gab fast gar keine Probleme, trotz aller Bedenken.

Südafrika hat ein sehr gutes Bild abgegeben und dabei auch die anderen afrikanischen Länder überzeugt.

Ich finde, dass wir alle richtig zusammengewachsen sind. Nicht nur zwischen schwarz und weiß, zwischen reich und arm. Vielmehr ist ganz Afrika näher zusammengerückt.

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Die WM hat den Menschen ein neues Wir-Gefühl gegeben. Es ist ein bisschen so, als seien wir nun alle afrikanische Brüder.

Man hat das auch gemerkt, als Ghana noch im Turnier war als letztes afrikanisches Team: Da waren plötzlich alle Südafrikaner für die "Black Stars" und haben sie unterstützt.

Ich hoffe nun, dass der ganze Kontinent aus dieser WM Kraft zieht. Die Atmosphäre im Moment ist noch besser als 1995, als Südafrika Rugby-Weltmeister wurde.

Es ist zu wünschen, dass wir alle gelernt haben: Zusammen ist es einfacher.

Es wäre nämlich schlimm, wieder in alte Zeiten zurückzufallen, als es eine große Ausländerfeindlichkeit gab und die Kriminalität sehr hoch war.

Gerade diese Dinge sind während der WM ja enorm zurückgegangen. Nicht nur, weil mehr Polizei auf den Straßen war, sondern auch, weil die Menschen in Südafrika der ganzen Welt zeigen wollten, dass es anders geht.

Natürlich ist jetzt aber auch die Politik gefordert: Vor und während des Turniers haben die Leute durch die WM neue Jobs bekommen.

Es ist wichtig, dass auch jetzt gegen die Arbeitslosigkeit vorgegangen wird und die Menschen eine Perspektive haben.

Was die neuen Stadien angeht, bin ich noch eine bisschen zwiespältig: Die Arenen werden künftig natürlich nicht immer voll sein - das waren sie ja auch schon während der WM nicht.

Ich hoffe aber, dass das Fußball-Interesse sich verstärkt, vor allem auch bei den Weißen.

In Durban und Kapstadt wird auch versucht, mit Konzerten und anderen Events die Leute in die Stadien zu locken. Die Rugby-Teams haben ja leider alle schon ihre eigenen Stadien.

Fußball ist dennoch ungemein wichtig für Südafrika - viele haben das jetzt gemerkt.

Nur ein Wintermärchen war's leider nicht: Dafür hätte Südafrika weiterkommen müssen.

Umso wichtiger war es deshalb, das Bafana Bafana das letzte Vorrunden-Spiel gegen Frankreich gewonnen hat. Das macht das Volk noch stolzer.

Und die Südafrikaner freuen sich nun auf das Finale, wo dann hoffentlich auch Nelson Mandela anwesend ist.

Die Massen wollen allerdings, dass Spanien Weltmeister wird, auch wenn mehr Holländer im Stadion sein dürften.

Für die Südafrikaner, die die Primera Division aus dem Fernsehen kennen, haben die Spanier einfach die interessanteren Spieler.

Und viele Südafrikanerinnen finden die Spanier auch attraktiver, vor allem wegen Xabi Alonso.

Ich tippe ebenfalls auf Spanien als Weltmeister - besonders, wenn es so spielt wie gegen Deutschland.

Euer Sean Dundee

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