Nach dem deutschen Aus gibt es Frustbewältigung bei der Weinprobe. Doch nicht einmal in Stellenbosch kann man in Ruhe trauern.

Das Ausscheiden tat weh. Deshalb dachten wir uns, es wäre eine gute Idee, alles hinter uns zu lassen und einmal einen Tag komplett vom Fußball abzuschalten.

Also raus aus Kapstadt und ab in die "wine lands" nach Stellenbosch. Die Stadt ist wunderschön, und mit einem 2008er Chenin Blanc, einem 2010er Pinotage oder einem Cabernet Sauvignon aus dem Jahr 2006 kann man das Elend besser ertragen.

Wir sitzen in der Sonne, genießen die Aussicht auf die Simonsberge und haben Puyols Kopfball schon fast vergessen, da fragt uns die Bedienung, woher wir kommen.

[image id="652b4e2a-6376-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Wir sagen Deutschland - und sofort sind wir wieder mitten im Thema: "Es tut mir so Leid. Deutschland war so gut", bekundet uns die junge Dame ihr Mitleid. Danke für die Blumen, aber dafür können wir uns jetzt nichts mehr kaufen, denke ich.

Als ein roter Kleinwagen vorfährt, geht es weiter. Zwei Jungs steigen aus, und wie sich schnell herausstellt, sind es Holländer. "Ein Endspiel gegen Deutschland wäre super gewesen", sagen sie.

Finden wir auch - und fahren schnell zurück nach Kapstadt.

Als ich auf meinem Zimmer den Fernseher anschalte, beginnt gerade die 187. Wiederholung von Deutschlands 4:1 gegen England.

Ganz nett, aber auch nur ein schwacher Trost.

Zum Forum - jetzt mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel