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Joachim Löw (l.) bei der Pressekonferenz mit Christian Wulff (M.) und Theo Zwanziger © getty

Der Bundestrainer wird für den WM-Erfolg ausgezeichnet, auch das DFB-Team soll geehrt werden. Löws Zukunft bleibt aber weiter offen.

Von Mathias Frohnapfel und Martin van de Flierdt

Centurion/München - Bundestrainer Joachim Löw bekommt für die harte Arbeit der vergangenen Wochen eine außerordentliche Anerkennung:

Löw soll das Bundesverdienstkreuz erhalten.

Und auch sein Team, das sich durch einen 3:2-Sieg über Uruguay WM-Platz 3 sicherte, wird ausgezeichnet.

261784(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Die Nationalspieler werden mit dem Silbernen Lorbeerblatt geehrt.

"Für ihre sportlich und gesellschaftliche Leistung", wie Christian Wulff sagte.

Der neugewählte Bundespräsident nahm am Sonntagmittag als Überraschungsgast an der Abschlusspressekonferenz des DFB in Südafrika teil.

"Das Turnier hat mich viel Kraft gekostet"

Und natürlich hätte auch der oberste Repräsentant der Republik nur allzu gerne erfahren, ob Löw weiterhin die Nationalelf trainiert.

Doch der Bundestrainer hielt sich bei dem Thema eisern an den Fahrplan, den er seit Wochen verkündet hat.

Entgegen aller anderen Meldungen ist also ein Verbleib von Löw am Steuerpult der DFB-Truppe nicht sicher.

"Ich brauche jetzt zwei, drei Trage Ruhe, das Turnier hat mich auch viel Kraft gekostet", sagte Löw, sichtbar und hörbar von einer Grippe gezeichnet.

Löw hat Thema ausgeblendet

Und er versicherte: "Ich habe während des Turniers jeglichen Gedanken an eine Situation nach der WM verdrängt. Ich habe geschafft, das auszublenden."

Was seine Zukunft anbetrifft, so sei trotz des intensiven Werbens der Nationalspieler alles offen.

DFB-Präsident Theo Zwanziger betonte indes, dass es jetzt wichtig sei, in "Gespräche zu kommen":

Zwanziger will "Abschlus, der allen dient"

"Wir wünschen sehr, dass wir zu einem Abschluss kommen, der allen dient."

Zwanziger hofft auf eine zeitnahe Entscheidung, mahnte zugleich aber Geduld an.

Seine eigene Zukunft beim DFB will Zwanziger, dessen Amtszeit im Oktober abläuft, aber nicht an die Entscheidung Löws knüpfen.

Bei Oliver Bierhoff ist aus den Zwischentönen herauszuhören, dass Löw tatsächlich im Moment zögert.

"Er hatte in den vergangenen Wochen die größte Last zu tragen, der Druck bei ihm während eines solchen langen Turniers ist enorm hoch", sagte der Team-Manager in der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung".

"Deshalb ist es derzeit schwer einzuschätzen, ob er weitermachen will oder nicht."

Entscheidung hängt auch von Bierhoff ab

Löw hatte am Samstagabend erklärt, er werde in einigen Tagen zunächst das Gespräch mit Bierhoff suchen.

Dessen Zukunft beim DFB hängt ebenfalls von einer Vertragsverlängerung des Bundestrainers ab.

"Es fällt mir derzeit schwer, das Gefühl dafür zu entwickeln, ob ich weitermachen will. Es ist viel passiert, ich habe mir mein Bild gemacht", meinte Bierhoff.

"Die Arbeit und das gegenseitige Vertrauen in unserem Team der Nationalmannschaft ist unheimlich aufbauend. Aber ich bin mir im Klaren, dass ich auf meiner Position als Manager auch der Prellbock bin."

Die sportliche Bewertung des WM-Turniers fällt den DFB-Verantwortlichen leichter. "Die Spieler haben sich wie Champions verhalten, eine unglaublich Spielfreude ausgestrahlt", lobte Löw.

Schweinsteiger glaubt an einen Titel

Auch Nationalspieler Bastian Schweinsteiger, der gegen Uruguay die Kapitänsbinde trug, schöpfte daraus während der Pressekonferenz Zuversicht.

Der Bayern-Profi hofft jedenfalls auf "eine große Zukunft" mit dem Team.

"Wenn wir uns stetig verbessern, werden wir auch irgendwann einen Titel holen", versprach er.

261782(DIASHOW: Die DFB-Elf in der Einzelkritik)

Spielführer Philipp Lahm ist ebenfalls nach Platz drei positiv gestimmt. Gegen Uruguay musste er wegen einer Erkältung passen.

Umso wichtiger war ihm ein Kompliment an die Fans in Deutschland loszuwerden: "Die Fanmeilen zu sehen, war für uns alle eine große Motivation vor den Spielen".

Bundespräsident Christian Wulff schätzt auch das Verhalten der Nationalspieler außerhalb des Platzes. Die Auszeichnungen Silbernes Lorbeerblatt solle das anerkennen.

"Das ist vielleicht die beste Mannschaft seit 1972. Unser Land kann dankbar und stolz sein auf die hier gezeigte Leistung", sagte er.

"Die Mannschaft ist der beste Botschafter für Deutschland in der Welt."

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