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Den Sieg der Löw-Elf gegen Uruguay haben deutlich weniger Fans beim Public Viewing gefeiert © getty

Zum Spiel um Platz drei versammeln sich in Deutschland nur einige Tausend Fans zum gemeinsamen Fußballschauen.

Hamburg - Jogis Jungs schrieben in Port Elizabeth das Happy End ihrer sportlichen Erfolgsgeschichte, doch in der Heimat war es für ein wirklich stimmungsvolles Schlusskapitel des deutschen Sommermärchens 2010 einfach zu heiß.

Glühend heißer Asphalt und brütende Hitze ließen die Besucherzahlen auf den Fanfesten quer durch die Republik zusammenschmelzen - im wahrsten Sinne des Wortes.

Stimmung in Berlin ebbt ab

Selbst auf der Straße des 17. Juni in Berlin wollten "nur" noch etwa 100.000 Menschen den 3:2-Sieg im Spiel um den dritten Platz gegen Uruguay sehen, lediglich ein Drittel der bislang üblichen Zahlen bei Begegnungen der deutschen Nationalmannschaft.

261784(DIASHOW: Die Bilder des Spiels)

Bei Temperaturen um 35 Grad, selbst in den Abendstunden, hatten sich viele Stammbesucher lieber einen Platz in der Nähe des heimischen Kühlschranks oder in klimatisierten Räumen gesucht.

Fan-Flop in Hamburg

Noch drastischer ließ das Interesse in Hamburg nach, statt 70.000 Fans wurden diesmal auf dem sonnenüberfluteten Heiligengeistfeld nur noch etwa 5000 Interessierte gezählt.

249109DIASHOW: Die Schönheiten der WM

"Wir hatten schon erwartet, dass noch einige mehr kommen", sagte dazu Sprecherin Daniela Scherbring.

Immerhin wurde den Hardcore-Fans nach dem Schlusspfiff in Südafrika ein farbenprächtiges Feuerwerk am Nachthimmel der Hansestadt geboten.

Nur 7000 Zuschauer im Olympiastadion München

Auch im Westen und Süden der Republik hielt die drückende Schwüle so manchen Fan vom Besuch einer Partyzone ab. Das Münchner Olympiastadion und das Zentralstadion im Leipzig waren mit 7000 bzw. 3000 Menschen nur spärlich besetzt.

Eine vergleichbare Veranstaltung in der Frankfurter WM-Arena wurde wegen des schwachen Kartenvorverkaufs sogar kurzfristig abgesagt.

Einen Auftritt in Berlin nach der WM-Rückkehr, um sich von ihren Anhängern noch einmal feiern zu lassen, hatten die Nationalspieler bereits nach der 0:1-Niederlage im Halbfinale gegen Europameister Spanien abgesagt.

"Kaiser" rüffelt DFB-Team

Man empfinde es als unpassend, sich für einen dritten oder vierten Platz bejubeln zu lassen, die Mannschaft habe unbedingt ins Finale gewollt, erläuterte WM-Kapitän Philipp Lahm die Entscheidung.

Kein Verständnis für diesen Entschluss hatte Franz Beckenbauer. In seiner "Bild"-Kolumne fand der "Kaiser" kritische Worte:

"Man hätte ruhig noch ein paar Stunden opfern können, um noch eine Dankesrunde zu drehen. Ich halte diesen Verzicht für falsch."

Berlin toppt Rom und Rio

Ein solcher Besuch wäre auch eine Verbeugung vor der ungeachtet des abflauenden Interesses am Samstag zugkräftigsten offiziellen FIFA-Fanmeile gewesen.

Denn während des gesamten WM-Verlaufs wurden in der deutschen Hauptstadt 1,5 Millionen Zuschauer registriert.

Das sind fast so viele wie in den Weltmetropolen Rom, Paris, Sydney, Rio de Janeiro und Mexiko-Stadt zusammen.

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