vergrößernverkleinern
Die WM in Südafrika war für den ganzen Kontinent ein voller Erfolg © imago

Die erste Weltmeisterschaft auf dem afrikanischen Kontinent ist Geschichte. SPORT1 blickt auf die WM zurück und zieht Bilanz.

Aus Südafrika berichtet Thorsten Mesch

Johannesburg - Der Pokal ist in Spanien, die Fans reisen ab.

In der riesigen Shoppingmall in Sandton City werden die letzten Mitbringsel gekauft.

Die erste WM auf dem afrikanischen Kontinent ist Geschichte.

Was in Erinnerung bleibt, ist eine großartige Zeit in einem Land mit tollen Menschen und voller unglaublicher Vielfalt, das den Menschen aus aller Welt eine Menge geboten hat.

SPORT1 blickt zurück auf die WM und zieht Bilanz:

SÜDAFRIKA

Das Land, die Menschen - einfach wundervoll. Südafrika war ein toller Gastgeber, die Leute überall und immer freundlich, hilfsbereit und gut gelaunt. 249109(DIASHOW: Die Schönheiten der WM)

Südafrika ist voller Gegensätze. Reich und arm, schwarz und weiß, Meer und Berge. Als WM-Besucher hat man einen kleinen Einblick bekommen.

Die WM war Werbung für das Land. Viele werden zurückkommen oder anderen einen Besuch schmackhaft machen.

STIMMUNG

Farbenfroh und ausgelassen. Wenngleich die Atmosphäre in den Stadien nicht mit der in europäischen Arenen mithalten konnte.

Viele Zuschauer hatten einfach keinen echten Bezug zum Fußball. Das wird in vier Jahren in Brasilien deutlich anders sein.

ORGANISATION

Im Großen und Ganzen war die WM aus organisatorischer Sicht eine gelungene Veranstaltung.

In Spielorten wie Kapstadt oder Durban gab es stimmungsvolle Fanfeste und Fanmeilen, geschmückte Innenstädte und viel Atmosphäre.

In Johannesburg gab es rund um Soccer City leider gar nichts, der Ellis Park liegt in einer Gegend, in der man sich nicht lange aufhalten will.

TRANSPORT

Das größte Manko. Besonders in Johannesburg musste man stundenlange An- und Abfahrten in Kauf nehmen.

Die Infrastruktur war in dieser Hinsicht einfach nicht ausreichend, die Straßen voll, die Züge überlastet.

[image id="0b18d5f3-65ba-11e5-acef-f80f41fc6a62" class="half_size"]

Es gab zwar Shuttlebusse - aber zumeist nur zu den großen Hotels. In Kapstadt und Durban konnten die Fans dagegen nach den Spielen unbehelligt zu Fuß nach Hause gehen.

SICHERHEIT

In den Spielorten kein Problem. Polizei- und andere Sicherheitskräfte waren rund um die Stadien, auf den Fanfesten und Fanwalks präsent.

Natürlich gab es Diebstähle, aber die gibt es in anderen Ländern genauso. In und um Johannesburg mit dem PKW unterwegs zu sein, war allerdings schon ein kleines Abenteuer.

SKANDALE

Das Auftreten der französischen Mannschaft war eines Vize-Weltmeisters nicht würdig.

Der Eklat um Anelka und der Boykott des Trainings vor dem letzten Gruppenspiel gegen Südafrika haben ein schlechtes Licht auf die "Equipe Tricolore" geworfen, die ohnehin unter ungünstigen Voraussetzungen (Playoff gegen Irland) nach Südafrika gereist war.

SCHIEDSRICHTER

Es gab mehrere drastische Fehlentscheidungen, besonders die Spiele Deutschland gegen England und Argentinien gegen Mexiko waren betroffen.

Das Endspiel mit einem schwachen Referee und einem Rekord an Gelben Karten war ein unschöner Schlusspunkt. Wenngleich auch die Spieler, besonders die Niederländer, ihren Anteil daran hatten.

NIVEAU

Es gab relativ wenige herausragende Spiele. Und wenn, war die deutsche Mannschaft zumeist beteiligt.

Die Vorrundenpartie zwischen Brasilien und Portugal (0:0) war eine der größten Enttäuschungen des Turniers, wie auch das sang- und klanglose Ausscheiden von Weltmeister Italien.

Spanien ist ein verdienter Weltmeister, auch wenn die Mannschaft nicht so schön und überzeugend gespielt hat wie bei der EM vor zwei Jahren. 262177(DIASHOW: Das Finale)

DFB-TEAM

Der moralische Weltmeister.

Dafür können sich die Mannschaft und die Fans zwar nichts kaufen, aber das positive Bild, das die DFB-Elf und ihre Anhänger in Südafrika abgegeben haben, ist mit keinem Geld der Welt zu bezahlen.

Müller und Co. waren perfekte Botschafter für unser Land.

Zum Forum - hier mitdiskutieren!Zurück zur Startseite

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel