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Diego Maradona begeisterte im Mai 2000 bei Matthäus-Abschiedsspiel letztmals in München © getty

Der neue argentinische Nationaltrainer kam für wenige Stunden zu Gesprächen mit Martin Demichelis und Jose Sosa nach München.

Von Martin van de Flierdt und Christian Stüwe

München - Kaum war er da, war er auch schon wieder weg:

Diego Maradonas Visite in München dauerte nur eine Nacht.

Auf seiner Antrittsreise durch Europa war der neue argentinische Nationalcoach am Donnerstagabend auf dem Flughafen Franz Josef Strauß gelandet.

Noch am Abend traf sich Maradona zu einem Gespräch mit Martin Demichelis und Jose Ernesto Sosa zusammen. Die beiden Akteure von Bayern München stehen im Aufgebot des neuen argentinischen Nationaltrainers für dessen erste Begegnung am 19. November, ein Testspiel in Glasgow gegen Schottland.

Demichelis vom Treffen mit seinem Idol begeistert

Demichelis war am Tag danach noch immer begeistert vom Treffen mit seinem großen Vorbild. "Ich habe mich wahnsinnig gefreut, dass er sich 50 Minuten Zeit genommen hat für mich", sagte der Verteidiger.

"Für mich ist es das Allergrößte, mit dem Kapitän der Weltmeister-Mannschaft von 1986 und größten Idol meines Landes zusammenzuarbeiten. Wir nennen ihn einfach nur Diego."

Der frühere Weltstar habe auf ihn einen sehr ruhigen und besonnenen Eindruck gemacht, so Demichelis weiter, der vor der WM 2006 kurzfristig aus dem Kader der Albiceleste geflogen war.

"Ich erwarte in Zukunft ein sehr offensiv ausgerichtetes argentinisches Team. Die WM 2010 ist zwar noch weit weg, aber ich träume davon, dort mit Diego Erfolg zu haben."

Klinsmann freut sich für Sosa

Erfreut über den Besuch zeigte sich auch Bayern-Coach Jürgen Klinsmann, der in seiner aktiven Zeit unter anderem im WM-Finale 1990 gegen Maradona gespielt hatte.

"Ich freue mich ganz besonders, dass er sich auch für Jose Sosa interessiert, den ich für ein Riesentalent halte", meinte "Klinsi".

Auch hoffe er auf einen weiteren Besuch Maradonas an der Säbener Straße: "Diego ist jederzeit bei uns willkommen."

Bilardo auch dabei

Maradona war gemeinsam mit seinem persönlichen Berater Gabriel Buono und Teamchef Carlos Bilardo, unter dem er 1986 Argentinien zur Weltmeisterschaft geführt hatte, aus Barcelona nach München gereist.

Dort hatte er seinen alten Freund Josep Gardiola noch einmal gebeten, Lionel Messi für die Partie im Hampden Park freizugeben.

Argentiniens Verbandspräsident Julio Grondona steht bei den Katalanen im Wort, Messi in diesem Jahr für Freundschaftsspiele nicht anzufordern.

"Es ist gut zu wissen, dass Leo den Willen hat, in allen Spielen der Nationalmannschaft dabei zu sein", sagte Maradona nach seinem Gespräch mit dem Dribbelkünstler. "Das beruhigt uns alle."

Gesprächstermin mit Laporta verschoben

"Wir werden noch mit Barcelonas Präsident Joan Laporta sprechen", kündigte Bilardo an. "Wenn er ja sagt, ist das schön. Wenn er nein sagt, werden wir das respektieren."

Das bereits geplante Treffen mit Laporta während Maradonas Besuch in Barcelona war geplatzt, weil der Funktionär am Donnerstag vor dem Europaparlament in Brüssel sprach.

Am Mittwoch hatte sich Maradona bereits in Madrid das 0:2 von Real in der Champions League gegen Juventus Turin angeschaut und anschließend mit Gabriel Heinze und Fernando Gago zum Nachtmahl getroffen.

Ähnlich lief offenbar auch der Donnerstagabend ab, ehe sich Maradona am Freitagmorgen auf die Weiterreise nach England machte.

Geschenk für Ferdinand

Dort traf er sich zunächst mit Angreifer Carlos Tevez von Manchester United, um diese auf seine Linie einzuschwören.

Zudem bekam ManU-Verteidiger Rio Ferdinand zu seinem 30. Geburtstag ein signiertes Trikot von Maradona. "Wir waren wie Schulkinder um einen Star, denn er ist einer der besten Spieler der Welt", sagte Ferdinand und Trainer Alex Ferguson bestätigte, "dass die Spieler erfreut waren, Maradona zu sehen."

Langes Gespräch mit Mascherano

Anschließend reiste der Nationalcoach nach Liverpool und verbrachte dort zwei Stunden auf dem Trainingsgelände.

Er unterhielt sich lange mit seinem zukünftigen Kapitän Javier Mascherano, der anschließend nichts zu der Unterhaltung sagen wollte.

Dafür Liverpools Coach Rafael Benitez: "Die Gespräche waren sehr positiv und Javier hätte alle Voraussetzungen, ein großer Kapitän zu werden. Aber darüber ahbe ich nicht zu entscheiden."

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