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Diego Armando Maradona wurde am 28. Oktober als neuer "Gaucho"-Trainer vorgestellt © getty

Bei seiner Stippvisite lobt Maradona seine argentinischen Schützlinge und setzt sich hohe Ziele: "Es geht nur um den WM-Titel."

Von Tobias Schneider

München - Diego Armando Maradona kann nicht vorgeworfen werden, sein Amt als neuer argentinischer Nationalcoach gemächlich anzugehen.

Wenige Tage nach seiner spektakulären Berufung brach der Kapitän der Weltmeister-Elf von 1986 nach München auf, um seine Schützlinge Martin Demichelis und Jose Ernesto Sosa, beide in Diensten des FC Bayern, kennenzulernen.

"Es sind zwei richtig nette Jungs. Genau so, wie es mir berichtet wurde", lobte "Armandolio" in einem Interview mit der Münchner "tz".

Maradona auf Achse

Maradona halst sich bei seiner Tour durch Europa ein regelrechtes Mammutprogramm auf.

Zwölf Stunden weilte er nur in München, anschließend ging es sofort weiter nach London, "um Tevez von ManUnited und Mascherano vom FC Liverpool zu besuchen."

Vor seiner München-Visite machte Maradona bereits Halt in Spanien, besuchte Gago und Higuain (beide Real Madrid) sowie Lionel Messi vom FC Barcelona.

Der 48-Jährige gönnt sich seit Amtsantritt kaum eine Pause, sucht ständig Kontakt zu seinen Spielern. "Ich habe Großes vor und will, dass die Jungs wissen, dass sie auf mich zählen können."

Nur der WM-Titel zählt

Tiefstapeln ist für den vermeintlich besten Spieler aller Zeiten ein Fremdwort, Maradona hat den WM-Titel 2010 fest im Visier, 24 Jahre nach dem letzten WM-Triumph der "Gauchos" soll in Südafrika wieder der Titel her.

"Darum geht's doch, oder? Nur darum. Wenn das nicht das Ziel wäre, hätte ich auch zu Hause bleiben können und mir weiter gemütliche Fernsehabende machen können. Wir wollen das Ding."

Dickes Lob für Demichelis

Bei seiner Kurzvisite in München fand Maradona ausnahmslos wohlwollende Worte und verdeutlicht den Stellenwert von Martin Demichelis: "Er ist Weltklasse. Viel bessere Innenverteidiger gibt es nicht."

Auch Jose Ernesto Sosa, der bei den Bayern über die Reservistenrolle nicht hinauskommt, hat der 48-Jährige noch längst nicht abgeschrieben:

"Sosa ist ein junger und richtig talentierter Spieler. Er wird sich hier durchsetzen und auch für Argentinien wichtig sein."

"Ganz besondere Schlachten"

Ein Gespräch mit Bayern-Coach Jürgen Klinsmann habe es aber nicht gegeben, die Erinnerungen an gemeinsame Zeiten sind aber noch präsent:

"Die Spiele gegen ihn und Deutschland waren ganz besondere Schlachten. Klinsmann bleibt seiner Linie treu, ist immer für die Spieler da. Er weiß, woher er kommt. Derjenige, der denkt, er wäre etwas Besonderes, kann auch gleich in sein Essen spucken."

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