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Giordano absolvierte zwischen 1985 und 1988 für Neapel 78 Spiele und erzielte 23 Tore © imago

Bruno Giordano spricht über den neuen "Gaucho"-Coach. Der ehemalige Weggefährte kennt Maradona aus gemeinsamen Neapel-Zeiten.

Von Mathias Frohnapfel

München - Mit Diego Armando Maradona hat er in Neapel zusammengespielt.

Gemeinsam mit Careca feierten sie die Tifosi als magisches Dreieck "MaGiCa".

Noch heute sind Bruno Giordano und der argentinische Nationalcoach befreundet, der am Freitag Gerüchte dementierte, er denke bereits über einen Rücktritt nach. "Ich habe nie daran gedacht", teilte Maradona mit.

Sport1.de hat mit Giordano gesprochen: Über Maradona, dessen Stärken als Trainer und die heilende Kraft des Fußballs.

Sport1.de: Herr Giordano, Sie kennen Diego Armando Maradona bestens aus Ihrer Zeit als Profi in Neapel. Wie sehen Sie seinen Schritt hin zum Nationaltrainer Argentiniens?

Bruno Giordano: Diese Aufgabe bedeutet ihm sehr viel. Er hat immer davon geträumt, die argentinische Nationalelf zu trainieren. Und ich finde, es ist die richtige Belohnung für einen, der mit Argentinien international Großartiges geleistet hat.

Sport1.de: Wird er Erfolg haben?

Giordano: Ich bin überzeugt, er wird es gut machen.

Sport1.de: Sie haben ihn als Mitspieler erlebt, haben mit Maradona 1987 auch den "Scudetto", die italienische Meisterschaft, gewonnen. Wird er als Trainer ähnlich agieren wie als Spieler? Oder ist das eine ganz andere Rolle?

Giordano: Es ist logisch, dass er ein Leader-Typ ist. Auch als Spieler hat er es geschafft, geliebt zu werden. Als Trainer wird er es genauso machen. Das ist ein großer Vorteil - egal für welchen Trainer.

Sport1.de: Für Maradona ist es das erste Mal, dass er als Nationaltrainer arbeitet. Vorher hat er sich bekanntlich weniger erfolgreich bereits als Vereinstrainer in Argentinien versucht. Was kommt jetzt auf ihn zu?

Giordano: Natürlich ist es etwas anderes, ob man eine Klubmannschaft oder das Nationalteam coacht. Er muss die besten Spieler auswählen, kann aber nicht so sehr auf die Taktik einwirken wie ein Klubtrainer, weil ihm da die Zeit fehlt. Es gibt in Argentinien sehr viele gute Spieler. Aus diesem Grund wird er kein Problem haben, eine starke Mannschaft zusammenzustellen.

Sport1.de: Kann man auch behaupten, dass es ihm gut tun wird, sich auf den Fußball zu konzentrieren?

Giordano: Sicher. Ich denke sogar, dass sie (gemeint ist der argentinische Verband, d. Red.) ihm mit dieser Aufgabe auch sein Leben zurückgeben haben. Es sind mittlerweile vielleicht schon zwei, drei Jahre, seitdem er ein ziemlich geordnetes Leben führt. Dass er jetzt Argentinien trainiert, gibt ihm viel Verantwortung und motiviert ihn unheimlich.

Sport1.de: Stehen Sie aktuell in Kontakt mit Maradona?

Giordano: Ja, wir telefonieren und wenn er nach Rom kommt, sehen wir uns oft. Es ist eine Freundschaft, die über den Fußball hinausgeht.

Sport1.de: Ein wenig ähnelt sich Ihr Weg. Wie Maradona jetzt, sind Sie auch nach Ihrer Karriere als Spieler ins Trainer-Fach gewechselt.

Giordano: Klar, spreche ich mit Diego viel über den Fußball, die Erfahrungen, die wir gemacht haben. Und er lässt dabei immer wieder erkennen, wie genau er den Fußball weltweit beobachtet.

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