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Luca Toni (r.) rettete Italien mit seinem Kopfballtor das Remis gegen die Griechen © imago

Während Lippi einen Rekord knackt, bekommt Portugal von seiner früheren Kolonie ein halbes Dutzend Tore eingeschenkt.

München - Weltrekord für Marcello Lippi, Ende der Torflaute für Luca Toni, Achtungserfolg für Otto Rehhagel sowie erhebliche Probleme für Karel Brückner und Berti Vogts.

Die Testspiele am Mittwoch boten ein Auf und Ab der Emotionen.

Grund zur Freude hatte insbesondere Italiens Coach Marcello Lippi.

Durch das 1:1 in Griechenland blieb Lippi zum 31. Mal nacheinander mit der Squadra Azzurra ungeschlagen und stellte die Bestmarke von Alfio Basile mit Argentinien und Javier Clemente mit Spanien ein.

Toni durchbricht den Bann

"Toni rettet unbesiegten Lippi", titelte "Corriere dello Sport", nachdem der Münchner Torjäger Toni die griechische Führung durch Theofanis Gekas (50.) in der 54. Minute egalisiert hatte.

"Ich bin natürlich stolz. Aber am glücklichsten bei dieser langen Strecke macht mich der Gewinn der Weltmeisterschaft. Ohne diesen wichtigen Sieg wäre diese Serie bedeutungslos", sagte Lippi und fügte an:

"Das wird mich nun in jedem Spiel verfolgen."

Verfolgt hatte auch Luca Toni seine Serie ohne Torerfolg im Nationaltrikot seit dem 6. Februar (3:1 gegen Portugal).

"Toni gelingt endlich wieder ein Treffer", schrieb Tuttosport nach dem Duell mit Griechenlands Coach Otto Rehhagel, dem gegen den Weltmeister immerhin ein Achtungserfolg gelang.

Vogts-Elf nur Remis gegen Albanien

Für Berti Vogts nimmt dagegen der Druck als Coach in Aserbeidschan nach dem 1:1 gegen Albanien zu.

Unter dem ehemaligen Bundestrainer gelang der Auswahl des Kaukasus-Staates in acht Spielen nur ein Sieg, ein 2:1 in Bahrain.

Die vom Verband angestrebte WM-Qualifikation hat der deutsche Gruppengegner schon so gut wie verpasst.

Vogts selbst war den überzogenen Forderungen seiner Arbeitgeber zuletzt nur noch mit Sarkasmus begegnet: "Ich habe schon ein Quartier für die WM 2010 gebucht."

"Überforderte Lehrlinge"

Ungewiss ist auch die Zukunft des Tschechen Karel Brückner als Nationaltrainer von Österreich nach dem 2:4 gegen die Türkei.

Der 68-Jährige steht nach den Rückschlägen in der WM-Qualifikation schon seit einigen Wochen in der Kritik.

In österreichischen Medien wird bereits darüber spekuliert, dass der Abschied von Brückner bervorsteht.

"Wir haben Probleme bekommen, nachdem wir 40 Minuten sehr, sehr gut gespielt hatten. Dann hat die Defensive nicht funktioniert, da müssen wir uns verbessern", meinte Brückner nach der Pleite, an der Tuncay mit drei Treffern maßgeblichen Anteil hatte.

"Überforderte Lehrlinge" oder "Abwehr außer Rand und Band" kritisierte Österreichs Presse.

Ernüchterung bei Frankreich

Auch in Frankreich herschte nach dem 0:0 gegen Uruguay erneut Tristesse.

Zwar hatte sich die Verbandsführung zuletzt für einen Verbleib von Raymond Domenech ausgesprochen, derartige Ergebnisse stärken aber nicht unbedingt die Position des viel kritisierten Natioaltrainers. "Es lebe 2009. Wir müssen das schwarze Jahr 2008 möglichst schnell vergessen", titelte die L'Equipe.

Brasilien schießt Portugal ab

Auf Portugals Coach Carlos Queiroz kommen ebenfalls ungemütliche Zeiten zu.

Die Portugiesen wurden von Brasilien vorgeführt.

6:2 gewann die Selecao nach zuletzt drei Nullnummern vor heimischer Kulisse.

Luis Fabiano vom FC Sevilla war mit drei Toren Mann des Abends in Brasilia und nahm seinen Coach Dunga etwas aus der Schusslinie, nachdem zuletzt heftig über dessen Ablösung spekuliert wurde.

Siege für Schweiz und Holland

Einen positiven Jahresabschluss feierte auch Ottmar Hitzfeld als Schweizer Nationaltrainer durch ein 1:0 gegen Deutschlands Gruppengegner Finnland.

Europameister Spanien setzte seine beeindruckende Serie fort und ist durch das 3:0 gegen Chile nun schon 28 Spiele unbesiegt.

Die Niederlande mit Bondscoach Bert van Marwijk und dem Münchner Mark van Bommel besiegte Schweden mit 3:1.

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