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Sepp Blatter wurde suspendiert
Joseph "Sepp" Blatterist seit 1998 Präsident des Weltverbandes FIFA © getty

38 Millionen Dollar investierte die FIFA für Südafrika - die Basis ist geschaffen. Völlig offen ist der Gastgeber 2018 und 2022.

München - Hart umkämpft wie nie zuvor ist die Gastgeberrolle bei den Weltmeisterschaften 2018 und 2022.

Elf Bewerbungen, die 13 Länder von vier Kontinenten repräsentieren, wurden bis zur Deadline beim Fußball-Weltverband registriert.

Offiziell bestätigt wurden am Dienstag von der FIFA die Kandidaturen von Australien, Belgien und den Niederlanden, England, Indonesien, Japan, Südkorea, Mexiko, Katar, Russland, Spanien und Portugal sowie USA. ad

Blatter: "Viele erstklassige Kandidaten"

"Es ist bemerkenswert, dass sich so viele erstklassige Kandidaten für die Ausrichtung unseres wichtigsten Wettbewerbs interessieren", erklärte FIFA-Präsident Joseph S. Blatter.

"Unsere Welt ist so schön und kulturell so vielfältig, aber auch voller Menschen, für die elementarste Rechte und Frieden noch immer nicht Alltag sind. Die FIFA hat deshalb die Pflicht, der Welt die Hand zu reichen und sie über den Hoffnungsträger Fußball zu berühren und zusammenzuführen."

Für Asien gehen Südkorea und Japan, die zusammen die Endrunde 2002 ausgerichtet hatten, sowie Indonesien, Katar und Australien ins Rennen.

Entscheidung fällt Ende 2010

Da ein Kontinent nach Ausrichtung einer Endrunde bei den folgenden zwei Turnieren nicht mehr berücksichtigt wird, gelten die Länder eines Kontinents als große Rivalen.

Für Europa haben England und Russland die besten Chancen.

Die Entscheidung über die Vergabe der beiden Endrunden fällt die FIFA im Dezember 2010.

Absage an Doppel-Bewerbungen

Die Doppel-Bewerbungen von Europameister Spanien mit Portugal und Niederlande und Belgien scheinen hingegen aussichtslos.

Blatter hatte am Freitag bei einer Pressekonferenz in Asuncion in Paraguay gemeinsamen Bewerbungen bereits eine Absage erteilt.

Mexiko, WM-Gastgeber 1970 und 1986, und die USA, der Ausrichter von 1994, vertreten die CONCACAF-Gruppe in Nord- und Mittelamerika und der Karibik.

USA hofft auf lukratives Sportereignis

Vor allem in den USA hat die finanziell lukrative Gastgeberschaft Euphorie ausgelöst. "Es ist eine große Ehre und Herausforderung, das größte Sportereignises der Welt auszurichten", sagte Präsident Sunil Gulati vom US-amerikanischen Fußball-Verband.

Gulati machte keinen Hehl daraus, dass sein Land lieber 2018 Gastgeber der Endrunde sein würde. "Früher ist immer besser", sagte der Verbands-Chef und erinnerte daran, dass sein Land über beste Erfahrungen mit dem "Soccer"-Großereignis verfüge: "Schon 1994 war die WM bei uns ein großer Erfolg, obwohl es im Vorfeld viele Zweifler gab."

China verzichtet

China galt nach der Austragung der Olympischen Sommerspiele 2008 ebenfalls als Kandidat, doch brachte das Reich der Mitte überraschend keine Bewerbung ein.

In Medienberichten wurden Defizite im sportlichen Bereich sowie Bestechungsskandale, Wettbetrug und Hooligan-Krawalle als Gründe für den Verzicht angeführt.

"Wir müssen unseren Sport zunächst reinigen, ehe wir an die Ausrichtung einer Fußball-Weltmeisterschaft denken können", wurde ein namentlich nicht genannter Funktionär zitiert.

Bewirbt sich Ägypten?

Verwirrung herrschte hingegen um Ägypten. Nachdem die FIFA die Nordafrikaner zunächst als Kandidat bestätigt hatte, dementierte Präsident Samir Zaher vom ägyptischen Fußball-Verband EFA ein Interesse. "Da ist nichts dran", sagte Zaher der Nachrichten-Agentur Reuters.

Bei der offiziellen Auflistung am Dienstagnachmittag fehlte dann der Name Ägyptens.

Südamerikanische Nationen sind von der Bewerbung ausgeschlossen, da Brasilien bereits als Ausrichter der WM-Endrunde 2014 feststeht.

Afrikanische Nationen können sich lediglich für die Endrunde 2022 bewerben, da Südafrika als erstes Land vom schwarzen Kontinent im kommenden Jahr Gastgeber der WM-Endrunde ist.

Vorfreude auf WM in Südafrika

Derweil berichtete der stellvertretende FIFA-Generalsekretär Jerome Champagne von den Vorbereitungen auf die Weltmeisterschaft 2010.

Auf der ISPO-Messe in München schilderte er die große Vorfreude auf die WM in Südafrika.

"Die FIFA glaubt nach wie vor an die größte Show der Sportwelt nach Olympia - in Südafrika. Der Stolz der Afrikaner, insgesamt sechs Mannschaften bei der WM dabei zu haben, ist mindestens so groß wie ihre Würde, dieser Event ausrichten zu dürfen", sagte Champagne.

Er führte weiter an: "Wir haben in ganz Afrika insgesamt 52 Fußballfelder gebaut und die Nationalteams beraten und betreut. Insgesamt hat der Weltverband 38 Millionen Dollar investiert."

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