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Lionel Messi hat in 40 Partien für Argentinien 19 Mal getroffen © getty

Argentinien feiert nach dem Sieg gegen Frankreich seinen "neuen Mythos". Englands Beckham ist trotz Rekord enttäuscht.

München - Argentinien liegt dem Mythos Maradona zu Füßen, ganz England feiert "Bobby" Beckham: Zwei Fußball-Idole sorgten am Donnerstag nach den Länderspielen am Mittwochabend für die größten Schlagzeilen.

"Maradona weckt den schlafenden Riesen", titelte die argentinische Tageszeitung "La Nacion" nach dem 2:0 der Albiceleste gegen Vize-Weltmeister Frankreich in Marseille. Und Nationaltrainer Diego Maradona war selbst ganz aus dem Häuschen.

"Ich bin sehr stolz. Wir haben das Spiel der Franzosen entschlüsselt und sie phasenweise der Lächerlichkeit preisgegeben", sagte der Weltmeister von 1986. (Zum Spielbericht) ad

Viel Lob für Messi

Am 100. Tag seiner Amtszeit schwärmte die Ikone des argentinischen Fußballs in höchsten Tönen von seinem designierten Nachfolger.

"Lionel Messi ist ein fantastischer Fußballer. Der Ball ist Teil seines Körpers, es ist unmöglich, sie zu trennen." Ein Solo des Superstars vom FC Barcelona über 40 Meter sorgte vor rund 60.000 Zuschauern im Stade Velodrome für die Entscheidung (83.).

Damit ging der "Messi-as" auch als Sieger aus dem Duell der Mittelfeldstars mit Bayern Münchens Franck Ribery hervor. "Wir haben ihn völlig aus dem Spiel genommen. Er war neutralisiert", meinte der "alte Mythos" (Tageszeitung "Clarin") Maradona.

Rekord für Beckham

In England drehte sich alles um Beckham, der beim 0:2 in Spanien mit seinem 108. Länderspiel den Feldspieler-Rekord von 66er-Weltmeister-Kapitän Bobby Moore einstellte.

Die verdiente Niederlage gegen den Europameister geriet völlig in den Hintergrund. "Es ist unglaublich, diesen Rekord erreicht zu haben. Es ist sehr bewegend", sagte "Becks": "Bobby ist ein Idol, eine Legende."

Wechsel steht weiter im Raum

17 Spiele fehlen Beckham nun noch zur Bestmarke des früheren Nationaltorhüters Peter Shilton (125 Einsätze). "Ich möchte weitere Spiele machen", sagte Beckham: "Aber ich weiß jetzt nicht, wo meine Zukunft liegt."

Ein dauerhafter Wechsel von Los Angeles Galaxy nach Italien zum AC Mailand wäre sicherlich förderlich. "Ich habe meinen Wunsch geäußert, es liegt nicht in meiner Hand."

Enttäuschung trotz Bestmarke

Der "Daily Mirror" feierte den 33-Jährigen am Donnerstag als "einen der Größten" und druckte eine Fotomontage, auf der Beckham einen verschwitzten Bobby Moore auf dem Feld umarmt.

"Ich bin trotz des Rekords enttäuscht, denn das Wichtigste war ja das Spiel", sagte Beckham. EM-Torschützenkönig David Villa (36.) und Fernando Llorente (81.) trafen für die Spanier.

Remis für deutsche Trainer

Für die deutschen Nationaltrainer und die Gruppengegner der DFB-Auswahl in der WM-Qualifikation gab es nichts zu feiern. Otto Rehhagel erreichte mit Griechenland ein 1:1 gegen Dänemark, Ottmar Hitzfeld mit der Schweiz ein 1:1 gegen Bulgarien. (DATENCENTER: Alle Testspiele im Überblick)

Im Sandsturm von Kuwait-Stadt holte Berti Vogts mit Aserbaidschan gegen die Gastgeber ebenfalls ein 1:1.

"Ein Spiel zum Vergessen", schrieb der Basler "Tages-Anzeiger" nach einem dürftigen Auftritt der Schweizer, und Hitzfeld blickte auf die anstehende Qualifikationsaufgabe gegen Moldawien in sechs Wochen. "Wir müssen uns steigern, alles kann dort schon wieder ganz anders sein."

Aserbaidschan war das einzige Team der deutschen Gruppe, das nicht als Verlierer vom Platz ging. Wales unterlag in Portugal mit 0:1 gegen Polen, Finnland musste sich den Portugiesen 0:1 geschlagen geben, Liechtenstein verlor in Spanien 0:2 gegen Island. Russland, härtester Konkurrent der deutschen Elf um den Gruppensieg, war nicht im Einsatz.

Doppelpack von Bradley

In der CONCACAF-Zone wurde es in der Nacht zu Donnerstag bereits ernst. Mit einem Doppelpack gegen den ewigen Rivalen Mexiko bescherte Michael Bradley den USA dabei einen perfekten Start in die Endrunde der WM-Qualifikation.

Der Bundesliga-Profi von Borussia Mönchengladbach erzielte beim 2:0 (1:0)-Sieg der US-Amerikaner in Columbus am ersten Spieltag beide Treffer.

Donovan mit Vorlage

Bradley traf vor 22.778 Zuschauern zunächst per Abstauber in der 43. Minute, auf Vorlage von Bayerns Leihstürmer Landon Donovan sorgte er in der 90. Minute für die Entscheidung.

"Das sind die besonderen Spiele, die jedem Spieler großen Spaß machen. In der Kabine haben wir uns angeschaut und wussten, dass wir bereit sind", sagte Bradley.

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