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Franz Beckenbauer (r.) ist wie Sepp Blatter ein Befürworter Südafrikas © getty

Franz Beckenbauer spricht sich wie der FIFA-Präsident für die WM 2010 in Südafrika aus. Doch der Ausrichter erhält ein Ultimatum.

München - Die Probleme der Südafrikaner bei der Fertigstellung der Stadien und mit der Sicherheit für die WM 2010 sind bekannt.

So existiert beim Weltverband FIFA schon ein "Plan B". Als möglicher Ersatzausrichter hat sich die USA angeboten.

Auch andere Nationen wie Mexiko, Kanada, Australien und sogar Deutschland sind im Gespräch.

Doch noch ist der Kreis der Fürsprecher für die ersten Titelkämpfe auf dem afrikanischen Kontinent groß.

WM wird in Südafrika stattfinden

Dazu gehört auch FIFA-Exekutivmitglied Franz Beckenbauer, der bei Sport1.de appelliert: "Es ist halt Afrika, da laufen einige Dinge etwas anders ab als in Europa."

Der 62 Jahre alte OK-Chef der WM 2006 ist aber "fest davon überzeugt, dass die WM 2010 in Südafrika stattfinden wird".

Seine Bitte: "Sicherlich gibt es noch viel Arbeit, aber man muss an einigen Stellen ein Auge zudrücken."

Confed-Cup als Generalprobe

Auch der FIFA-Präsident hält grundsätzlich am Ausrichter fest. "Im Moment müsste schon ein Erdbeben passieren, damit die WM nicht in Südafrika stattfinden kann. Aber ich wäre ein fahrlässiger Fifa-Chef, wenn nicht ein Plan B in der Schublade wäre", sagte Joseph Blatter.

Auf die Frage, wann spätestens der Zeitpunkt gekommen sei, die WM in ein anderes Land zu vergeben, falls es doch nicht funktioniere, sagte der Schweizer: "Nach dem Confed-Cup würde das sein."

Diese WM-Generalprobe findet vom 14. bis 28. Juni 2009 in Südafrika statt.

Sollte es weiter Rückschläge geben, habe Blatter "mit drei Ländern gesprochen, die in der Lage sind, innerhalb eines Jahres die WM zu organisieren", erklärte er weiter.

Nur vier Stadien

Schon jetzt hat der Weltverband den Veranstaltern jedoch die gelbe Karte gezeigt. Zudem hat Südafrikas Nationales Organisationskomitee (NOK) das Turnier von fünf auf vier Veranstaltungsorte reduziert.

Das Nelson-Mandela-Bay-Stadion in Port Elisabeth wird von der Liste der Ausrichter gestrichen, da die Fertigstellung des 245 Millionen Euro teuren Neubau bis März 2009 nicht sicher sei.

Unverständnis beim Gastgeber

In Port Elisabeth ist man uneinsichtig. Die Stadt sei "defenitiv in der Lage" im kommenden Jahr Gastgeber des Confed-Cups zu sein, sagte Vize-Bürgermeister Bicks Ndoni.

Nun wird der Confed-Cup jedoch definitiv nur in den Stadien von Johannesburg, Pretoria sowie Rustenburg und Bloemfontein ausgetragen.

Teilnehmer werden mit Brasilien, Spanien, den USA, Irak sowie Ägypten und dem noch offenen Meister der Ozeanien-Meisterschaft die sechs Kontinental-Meister des Weltverbandes sein.

Abschwächung des "Plan B"

Jerome Valcke versuchte, die Bedeutung eines "Plan B" herunterzuspielen. "Egal, wo wir die WM durchführen: Es wird immer Fragen zur Eignung des Landes geben, ob es so ein Ereignis ausrichten kann", erklärte der FIFA-Generalsekretär.

Deutschland würde allerdings als Alternativ-Ausrichter definitiv nicht zur Verfügung stehen. Das stellte DFB-Präsident Dr. Theo Zwanziger klar.

"Wir haben nicht die Absicht, 2010 wieder eine Weltmeisterschaft auszurichten", sagte er.

Falls Südafrika die Probleme nicht in den Griff bekomme, müsse sich "die FIFA für 2010 wirklich ein anderes Land suchen".

Nachbarn bieten sich an

Wie Simbabwes Tourismusboss Karikoga Kaseke erklärte, solle der Weltverband einige Länder als Co-Gastgeber in Betracht ziehen.

"Wenn das Hauptproblem tatsächlich die Stadien sind, sollten FIFA und Südafrika in Länder wie Simbabwe schauen", sagte der Vorsitzende der Zimbabwe Tourism Authority: "Das Nationalstadion erfüllt 85 Prozent der Auflagen. Die restlichen 15 kosten im Vergleich zu einem Neubau oder der Fertigstellung eines halbfertigen Stadion nichts."

Schwerer Schlag für Afrika

Für Kaseke, der Sambia, Botswana und Namibia als weitere Partner sieht, wäre der Verlust der WM-Endrunde ein schwerer Schlag für den Kontinent Afrika.

Kaseke: "Die WM-Endrunde würde hierher wahrscheinlich nie mehr vergeben. Es wäre eine sehr schmerzhafte Entscheidung für Afrika."

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