Der wöchentliche Fußball-Blog auf Sport1.de. Heute über den Selbstversuch, über das Fifa-Portal WM-Tickets für Südafrika zu bestellen.

So, jetzt mal eben. Heute ist es so weit, die ersten Tickets für die WM 2010 sind online zu haben.

Da wäre es doch gelacht, wenn man nicht für einen Augenblick Arbeit Arbeit sein lassen könnte, um die zukünftige Urlaubsplanung voranzutreiben. Soll ja nicht so lange dauern.

Also auf fifa.com und? ah, da ist es schon. Gleich im Kopfbanner werde ich zum Ticketverkauf weitergeleitet, dann noch ein Klick zum Antrag. Na, super: Karten gibt?s nur für Mitglieder des fifa.com-Clubs. Bin ich nicht.

Na gut, was soll?s, registriere ich mich eben. Seine Daten gibt man doch immer wieder gerne online preis. Dazu noch Username und ? für den Avatar ? meine drei Lieblingsfußballnationen und ?ligen. Da ich eh nicht vorhabe, im fifa.com-Club interaktiv zu werden, werden die Pulldown-Menüs im Zufallsverfahren zum Stoppen gebracht.

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Daher sind meine Lieblingsländer nun Gabun, Nepal und die Vereinigten Arabischen Emirate, besonders intensiv werden von mir die Ligen in Haiti, Honduras und den Niederlanden verfolgt. Immerhin Letzteres ist nicht gänzlich von der Hand zu weisen.

War?s das? Noch nicht ganz: Ob ich den Club-Newsletter abonnieren will? Um Gottes Willen, bloß nicht. Den Fifa-Newsletter mit Hintergrundreportagen? Wenn?s denn sein muss. So, abschicken. Die Mail mit der Registrierungsbestätigung ist ruckzuck da.

"Willkommen im Club", steht da. Danke auch. Darunter lese ich ein "Nehmen Sie sich etwas Zeit für den virtuellen Rundgang". Äh, sorry, ganz falsch jetzt! Zeit habe ich ganz bestimmt nicht, ich muss ja noch was tun. Ich klicke das Fenster weg.

Nochmal zurück zur Homepage von fifa.com, zur Weiterleitung, dann einloggen als Clubmitglied. "Starten Sie Ihren Antrag" ? na also, geht doch. Die erste Frage erinnert mich grammatisch fatal an eine Bedienungsanleitung für taiwanesische Mikrowellengeräte: "Wo haben Sie Wohnhaft?", werde ich gefragt.

Das müsste man wohl mal bei meinem Haftrichter eruieren. Südafrika oder anderes Land - das kann ich aber auch ohne ihn beantworten.

Bemerkenswert der begleitende Text: "Alle Kunden, die ihren Wohnsitz außerhalb von Südafrika haben, müssen diese Option wählen, um Tickets beantragen zu können." Bei südafrikanischen Kartenbewerbern lauten die letzten Worte "beantragen zu wollen".

Dann der Klick auf "Tickets Antragen". Nächster Schritt: Einzelspiel oder mannschaftsspezifisches Ticket. Keine Frage, wenn man schon dort runterfliegt, müssen es mindestens drei Spiele sein. Ich bewerbe mich also nun um ein "MST", wird mir erläutert.

"Germany" auswählen, Ticketanzahl und Kategorie. Bei schmalem Gehalt ist von der Kategorie 1 abzuraten. 528 Dollar sind so wenig ja nun auch nicht. Bei Kategorie 3, die ich anklicke, sind?s nur 264. Das ist erschwinglich.

Auch für den Kollegen, der mir spontan seine Kreditkarte samt der benötigten Nummer leiht (danke dafür). Meine habe ich leider gerade nicht griffbereit. Um nicht zu sagen: Ich habe sie heute Morgen schlicht vergessen.

Kann man ja nicht ahnen, dass sich tatsächlich die Gelegenheit ergibt, Nägel mit Köpfen zu machen. So, fertig und ab dafür. 22 Minuten hat der Spaß gedauert. Nach dem Stress habe ich mir die Mittagspause redlich verdient. Da kann man Arbeit auch noch für einen weiteren Moment Arbeit sein lassen.

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