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Ottmar Hitzfeld ist in der Schweiz Nachfolger von Jakob "Köbi" Kuhn © imago

Beim europäischen Testspiel-Marathon am Mittwoch mit 24 Länderspielen feiern neben Ottmar Hitzfeld sechs Trainer ihren Einstand.

München - Wenn am Mittwochabend (ab 19 Uhr LIVE) im Stade de Geneve die erste Strophe des Schweizerpsalm erklingt, wird es Ottmar Hitzfeld vermutlich kalt den Rücken herunter laufen.

"Ich freue mich wirklich sehr auf die Nationalhymne und verspüre einfach eine starke Vorfreude. Es ist ein neuer Lebensabschnitt, ich spüre eine leichte innere Anspannung. Das ist alles sehr spannend und speziell", bekannte der neue Schweizer Nationalcoach.

Lippi bereut seinen Rücktritt

Während Hitzfeld als Nationalcoach Neuland betritt, kehrt Italiens Weltmeister-Trainer Marcello Lippi nach rund zweijähriger Abstinenz wieder auf die Bank der Squadra Azzurra zurück.

"Es ist fantastisch, wieder da zu sein. Ich war ein wirklicher Idiot, als ich 2006 gegangen bin", sagte der 60-Jährige vor dem Nachbarschaftsduell mit Österreich in Nizza. Lippi setzt bei seinem zweiten Debüt auf Konstanz: Immerhin 13 Weltmeister von 2006 stehen im Kader.

Aus dem EM-Aufgebot fehlen der verletzte Bayern-Stürmer Luca Toni und Antonio Cassano (Genua), dafür hat Alberto Gilardino, der vom AC Mailand zum AC Florenz wechselte, wieder Beachtung gefunden.

Einstand für del Bosque und van Marwijk

Beim "Debütantenball" steht am Mittwoch neben Hitzfeld und Lippi auch Vicente del Bosque als Chef des Europameisters Spanien im Blickpunkt.

Auf einen Einstand nach Maß hoffen zudem Bert van Marwijk bei den Niederlanden, Österreichs neuer Chef Karel Brückner, Carlos Queiroz mit Portugal sowie Tschechiens Petr Rada.

Hitzfeld verstärkt den Druck

Die Länderspiele dienen gut sieben Wochen nach der EM als Test für die am 6. September beginnende Qualifikation für die WM 2010 in Südafrika. Bei diesem Großereignis in zwei Jahren will auch der 59-jährige Hitzfeld mit den bei der Europameisterschaft früh gescheiterten Eidgenossen dabei sein.

Der "General", der in der Bundesliga mit Bayern München und Borussia Dortmund insgesamt 26 Titel gewann und zum Trainer 2008 gewählt wurde, verstärkte bereits vor dem Spiel am Mittwoch gegen Zypern den Druck: "Jeder Spieler muss sich dieser Verantwortung bewusst sein. Ich möchte eine Mannschaft sehen, die das Spiel dominiert. Wir müssen agieren und nicht nur reagieren."

Van Bommels Berufung sorgt für Diskussionen

Vor einer besonderen Aufgabe steht auch van Marwijk. Mit der Elftal peilt der frühere Dortmunder Bundesliga-Trainer gegen Russland in Moskau die Revanche für das Aus im EM-Viertelfinale (1:3 n.V.) an.

Nicht nur auf Gegenliebe stieß im Team die Nominierung von Bayern-Kapitän Mark von Bommel, van Marwijks Schwiegersohn. "Ich habe die besten Spieler nominiert, Mark ist einer von ihnen. Er ist stark und gnadenlos", rechtfertigte der Oranje-Coach die Rückkehr des Mittelfeldspielers nach zweijähriger Abstinenz.

Del Bosque nominiert Krkic

Dagegen muss Spanien Fußball-Ikone Raul weiter auf sein Nationalmannschafts-Comeback warten. Obwohl del Bosque große Stücke auf den Dauerbrenner von Real Madrid hält, verzichtete er auf eine Nominierung des Rekordtorschützen für das Länderspiel in Kopenhagen gegen Dänemark.

Dafür steht der erst 17-jährige Bojan Krkic im Kader. Del Bosque setzt große Hoffnungen in den Teenie des FC Barcelona und träumt sogar schon vom WM-Titel. "Wir können Weltmeister werden. Wir haben eine ganze Generation von Siegertypen", sagte der frühere Real-Coach.

Capello verbreitet Selbstbewusstsein

Auch Otto Rehhagel berief nach der peinlichen EM-Vorstellung seiner Griechen im 18-jährigen Sotiris Ninis einen Youngster für die Partie in der Slowakei. Deutschlands erster WM-Qualifikationsgegner Liechtenstein tritt in Albanien an.

EM-Zuschauer England will sich im Duell mit Tschechien zurückmelden. Zumindest verbal gab Trainer Fabio Capello schon einmal die Richtung vor. "Wir sind gut genug, um auch gegen einen Europameister Spanien gewinnen zu können", meinte der Italiener.

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