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Joseph Blatter ist seit 1998 Präsident des Weltverbandes FIFA © getty

Der FIFA-Präsident macht sich für das Gastgeberland der WM stark. Zudem sollen die Diskusionen um Olympia endlich ein Ende haben.

Peking - Konfrontation mit olympiamüden Vereinen, Vertrauen für Südafrika 2010.

FIFA-Präsident Joseph S. Blatter bastelt weiter intensiv an der Zukunft seiner Fußball-Welt - und geht dabei keinem Konflikt aus dem Weg.

Der Schweizer kündigte am Donnerstag in Peking an, das olympische Fußballturnier gegen aufsässige Klubs schützen zu wollen und rief Zweifler an der WM-Tauglichkeit des Gastgebers der kommenden Weltmeisterschaft gleichzeitig zur Mäßigung auf.

Blatter wirbt um Verständnis

"Sie werden die WM gut über die Bühne bringen, das versichere ich Ihnen. Sie können es tun, und sie werden es tun. Bitte vertrauen Sie ihnen", sagte der Chef des Weltverbandes über die Organisatoren der Endrunde.

Die problematische Sicherheitslage in Südafrika ist für Blatter kein Gegenargument. "Nennen Sie mir ein Land auf der Welt, das hundertprozentige Sicherheit garantieren kann."

FIFA will Olympia in Kalender aufnehmen

Neben den WM-Skeptikern nahm er die Klubs ins Visier, die im Vorfeld und während der Spiele in Peking letztlich erfolgreich versucht hatten, die fehlende Abstellungspflicht für ihre Profis nachzuweisen.

"Wir werden Entscheidungen treffen, um das olympische Turnier besser zu schützen. Wir werden das Turnier der Spiele in London 2012 in unseren internationalen Terminkalender aufnehmen - das werden wir Ende Mai beschließen", sagte Blatter.

Sollte das Olympia-Turnier tatsächlich neben Klubwettbewerben, Welt- und Europameisterschaften in den Spielekalender aufgenommen werden, müssten die Vereine ihre Spieler für diese Wettbewerbe auch zur Verfügung stellen. Ein regulärer Ligabetrieb während der Spiele - wie aktuell in der Bundesliga - wäre dann wohl nicht mehr möglich.

Blatter will mit IOC sprechen

Die deutschen Klubs Schalke 04 und Werder Bremen sowie der FC Barcelona hatten vor dem Internationalen Sportgerichtshof CAS erfolgreich gegen die Abstellungspflicht für ihre Profis geklagt.

Der CAS befand, dass Spieler unter 23 Jahren nicht für die Spiele freigestellt werden müssen.

Dennoch will Blatter bei Olympia "mit den U23-Teams weitermachen, aber im Rahmen des internationalen Kalenders, um Probleme wegen der Abstellung der Spieler zu umgehen. Es sollten Spieler unter 23 Jahren sein - und Schluss. Das werden wir mit dem IOC besprechen."

Inspektionsreise im September

Ausführliche Gespräche soll es auch bei einer Inspektionsreise einer FIFA-Delegation unter Blatters Führung durch Südafrika vom 15. bis 18. September dieses Jahres geben.

Dort wolle er "zwei bis drei" Ausrichterstädte besuchen, mit Staatspräsident Thabo Mbeki und Jacob Zuma, Parteichef des Afrikanischen National-Kongresses (ANC) und möglicher Mbeki-Nachfolger, sowie mit Ex-Präsident Nelson Mandela sprechen, kündigte Blatter an.

"Das Ziel der Reise besteht darin, den Organisatoren Vertrauen zu geben", sagte er.

Plan-B in der Schublade

FIFA-Generalsekretär Jerome Valcke hob am Donnerstag in Peking allerdings erneut hervor, dass der Weltverband im Notfall auf einen Alternativplan zurückgreifen werde.

"Wir haben einen Plan B, wenn etwas passiert, worauf wir keinen Einfluss nehmen können", sagte er.

Valcke verwies auf die Frauen-WM 2003, die wegen der SARS-Epedemie von China in die USA verlegt worden war. "Zur Zeit steht die Ampel nicht auf Rot, aber wie jede gute Firma müssen wir potenzielle Alternativen erarbeiten."

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