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Im Hinspiel entkam Mario Frick (r.) Heiko Westermann äußerst selten © imago

Liechtenstein will in der WM-Quali gegen die DFB-Elf an die erste Halbzeit des Hinspiels anknüpfen. Doch der Kader ist klein.

München - In der Weltrangliste liefern sie sich mit den Niederländischen Antillen ein heißes Rennen um Platz 151, gegen Deutschland (Sa., 19.30 Uhr LIVE) wollen Liechtensteins Fußballer zumindest ein Debakel vermeiden. (Mario Gomez im Sport1.de-Interview: "Ich spüre ein gewisses Misstrauen")

"Wir dürfen den Deutschen auf keinen Fall wie im Hinspiel ins offene Messer laufen", sagte Kapitän Mario Frick.

Der Rekordnationalspieler war bisher bei allen drei Spielen gegen den dreimaligen Weltmeister dabei.

Beim 0:6 im Hinspiel der WM-Qualifikation im September hat es für den Profi des AC Siena aus Italiens Serie A nicht zu einem Tor gereicht, dafür traf Frick beim 2:8 in Freiburg vor neun Jahren zum zwischenzeitlichen 2:2.

In dem früheren Dresdner Regionalligaspieler Martin Stocklasa steht am Samstag ein weiterer Torschütze von damals in der Startelf.

Volle Konzentration gefordert

Im ausverkauften Leipziger Zentralstadion erwartet Trainer Hanspeter "Bidu" Zaugg über 90 Minuten volle Konzentration. Im Hinspiel lag seine Elf zur Halbzeit nur 0:1 zurück, erst im zweiten Abschnitt wurde es das erwartete Schützenfest. (Kapitän in der Pflicht: Ballack stellt sich der Verantwortung)

"Da glaubten einige Akteure, dass wir ausgleichen können. Individuelle Fehler machten es Deutschland in der Folge dann leicht", sagte Zaugg der Tageszeitung "Vaterland".

Auf der Anlage "Verlängerte Rietschelstraße" des achtklassigen TuS Leutzsch erhielten seine Jungs den letzten Feinschliff für die Partie am Samstag. (Enke Nummer eins - Wiese der "weinende Dritte")

Nur 16 Spieler bereit

Den Ex-Profi von Xamax Neuchatel plagen vor dem Match gegen die schier übermächtigen Deutschen auch noch Personalsorgen. Zwar reisten 21 Kicker aus dem Fürstentum in Leipzig an, doch aufgrund von Sperren und Verletzungen stehen nur 16 Spieler zur Verfügung.

Bidu Zaugg nimmt's mit Humor: "Wir haben vier Feldspieler auf der Bank und können ohnehin nur drei einwechseln." Wenn es um die Chancen seiner blau-rot gekleideten Kicker geht, greift Zaugg tief in die Phrasenkiste.

"Das ist wie ein Pokalspiel, wenn ein Kleiner auf einen Großen trifft. Oft sehen die Kleinen wegen ihrer Motivation und Bereitschaft nicht so schlecht aus. Das muss unser Ziel sein", sagte der 57-Jährige.

Überraschung ausgeschlossen

An eine Überraschung glaubt dennoch niemand ernsthaft, obwohl Liechtensteins erst 27-jährige Länderspiel-Historie einige Glanzpunkte aufweist. In der WM-Qualifikation 2004 feierte der 35..000 Einwohner zählende Zwergstaat ein sensationelles 2:2 gegen Portugal.

In der EM-Qualifikation 2008 holte man erstaunliche sieben Punkte aus zwölf Spielen und schoss dabei Island mit 3:0 aus dem Rheinpark-Stadion von Vaduz.

In der Weltrangliste kletterte das Team im Januar 2008 bis auf Platz 118, doch seitdem geht es wieder kontinuierlich bergab.

Streit gegen Berti Vogts

In der deutschen Gruppe 4 streitet sich Liechtenstein mit Berti Vogts' Aserbaidschan um den vorletzten Platz.

Im Hinspiel gab es ein 0:0 und bis zum zweiten Aufeinandertreffen lautet die Devise: So viele Gegentore wie möglich verhindern.

Gegen Deutschland wollen sie damit anfangen.

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