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Dirk Kuyt (l.) und Giovanni van Bronckhorst bejubeln das 3:0 gegen Schottland © getty

Die Niederlande kann die WM-Qualifikation bereits frühzeitig fix machen. Andere prominente Teams stehen dagegen unter Zugzwang.

Von Martin Hoffmann

München - Noch deutlich mehr als ein Jahr hin bis zur WM 2010 in Südafrika - aber am heutigen Abend könnte das erste Team nach dem Gastgeber mit den Reiseplanungen beginnen.

Mit einem Sieg und einem Remis der Verfolger hätten die Niederlande die Qualifikation in der Tasche - wovon andere große Namen noch weit entfernt sind.

So könnte etwa der von Sturmsorgen geplagte Titelverteidiger Italien ausgerechnet von einem Landsmann vom ersten Gruppenplatz gestürzt werden.

Unter Zugzwang ist weiterhin auch Frankreich, ebenso wie die Türkei, für die das Rückspiel gegen Europameister Spanien schon schicksalhaft ist.

Und im Fernduell der zwei deutschen Trainer bekommt Otto Rehhagel Druck aus den eigenen Reihen.ad

Sport1.de hat die Fakten zur europäischen WM-Qualifikation (ab 15.30 Uhr , ab 19.30 Uhr ).

Gruppe 9:

Die Voraussetzung für die frühzeitige WM-Quali der Niederländer: ein Sieg gegen Mazedonien - und ein Remis zwischen Island und Schottland, den mit je acht Punkten Rückstand abgeschlagenen Verfolgern (Ergebnisse und Tabelle).

Bondscoach Bert van Marwijk muss ohne Stürmer Robin van Persie auskommen, der sich beim 3:0 gegen Schottland am Oberschenkel verletzt hat.

Van Marwijk hat auf eine Nachnominierung verzichtet, an van Persies Stelle könnte also Wesley Sneijder auflaufen, obwohl er am Samstag für einen kleinen Eklat sorgte: Er war wütend vom Platz gestürmt, weil er nur als Joker zum Einsatz kam.

Ärger gab es auch bei den Schotten: Kapitän Barry Ferguson und Torwart Allan McGregor sind vom schottischen SFA wegen mangelnder Disziplin aus dem Kader für das Island-Spiel gestrichen worden. Die beiden sollen sich nach der Pleite gegen Holland bis in die frühen Morgenstunden an der Hotelbar betrunken haben.

Gruppe 8:

Das Spitzenspiel zwischen Tabellenführer Italien (13 Punkte) und dem Zweiten Irland (11) steht im Blickpunkt - und dort vor allem das Duell von Italiens lebenden Trainerlegenden.

Marcello Lippi übernahm die "Squadra Azurra" 2004 von Giovanni Trapattoni und führte sie zum WM-Titel. Nun kann Trapattoni seinem Nachfolger in dessen zweiter Amtszeit die Titelverteidigung verhageln (Italiener fürchten Trapattonis Tricks).

Für Trapattoni aber ist die Rollenverteilung klar: "Wir sind David, Italien ist Goliath."

Lippi sieht das anders: "Es ist übertrieben, Vergleiche zu David gegen Goliath anzustellen", findet er: "Aber Trapattoni ist intelligent und weiß schon, was er sagen muss, um sein Team zu motivieren."

Lippis größte Sorge ist der Sturm: Nach Luca Toni und Alberto Gilardino hat sich am Samstag beim 2:0 in Montenegro auch Antonio di Natale verletzt. Er fehlt mit einem Teilriss des Kreuzbandes mehrere Monate.

Gruppe 2:

Das Fernduell der deutschen Trainer um den Sieg ist am Wochenende richtig spannend geworden.

Nach dem 2:0-Sieg in Moldawien ist Ottmar Hitzfelds Schweiz jetzt punktgleich mit Otto Rehhagels Griechen, die in Israel nicht über ein 1:1 hinauskamen.

Heute Abend stehen die jeweiligen Rückspiele an und Hitzfelds "Nati" kann mit einem weiteren Pflichtsieg auf Platz 1 stürmen.

Hitzfeld warnt aber: "Viele Zuschauer werden den Gegner unterschätzen. Aber Moldawien kann schnell kontern und hat dribbelstarke Spieler."

Bei den Griechen scheint derweil der Haussegen schief zu hängen: Laut griechischen Medienberichten wurde Rehhagel nach dem Israel-Remis vom neuen Verbandspräsidenten Sokratis Pilavios zum Rapport bestellt. Es soll in erhöhter Lautstärke diskutiert worden sein.

Gruppe 4:

Am Samstag war Liechtenstein noch Deutschlands Gegner, jetzt hofft das DFB-Team auf Schützenhilfe des Fußballzwergs.

Er empfängt Russland, Deutschlands härtesten Konkurrenten um den Gruppensieg.

Und Coach Guus Hiddink mahnt seine Spieler auch, den Gastgeber nicht auf die leichte Schulter zu nehmen: "Sie haben hier schon einige Überraschungen geschafft, schon deshalb sind wir gewarnt."

Gruppe 5:

Eine Vorentscheidung im Kampf um das WM-Ticket kann Spanien in der Türkei herbeiführen.

Gewinnt der Europameister auch das sechste Qualifikationsspiel, ist ihm der Gruppensieg kaum noch zu nehmen.

Für die Türkei wird es nach dem 0:1 im Hinspiel am Samstag dagegen schon richtig eng. Bei einer weiteren Niederlage wäre Platz 1 mit zehn Punkten Rückstand außer Reichweite - und Platz 2 womöglich ebenso.

Konkurrent Bosnien, durch das 4:2 in Belgien an Fatih Terims Truppe vorbeigezogen, könnte die Türkei durch einen Sieg im Rückspiel um vier Punkte abhängen.

Türkei-Kapitän Nihat Kahveci gibt sich vor dem Rückspiel aber zuversichtlich: "Ich habe viele Träume, wenn ich schlafe und vergesse sie immer, wenn ich aufwache - aber Spanien zu schlagen, ist kein Traum."

Gruppe 7:

Den ersten Schritt in die richtige Richtung nach dem verkorksten Quali-Start haben Franck Ribery und Co. am Samstag mit dem 1:0 in Litauen geschafft.

Im Rückspiel muss für die Franzosen nun ein weiterer Sieg her, um an den Balten vorbeizuziehen und Platz zwei zu erobern - und bis auf zwei Punkte zum spielfreien Spitzenreiter Serbien aufzuschließen.

Frankreich tut sich mit Litauen allerdings traditionell schwer - daher mahnt der umstrittene Coach Raymond Domenech die Anhänger auch: "Wir haben Geduld auf dem Platz und ich hoffe, die Fans auf den Rängen haben sie auch."

Um ihre letzte Chance spielen derweil Österreich und Rumänien. Beide haben nur vier Punkte aus vier Spielen geholt - nur der Sieger kann sich noch realistische Hoffnungen auf Südafrika machen.

Gruppe 6:

Vier Siege aus vier Spielen - Englands bisherige Bilanz ist makellos.

Gegen Verfolger Ukraine - mit sieben Punkten aus drei Spielen Dritter hinter Kroatien, das aber ein Spiel mehr hat - kann die Mannschaft von Fabio Capello eine wichtige Wegmarke setzen.

"Es wird gefährlich", warnt Capello allerdings vor den Ukrainern: "In allen Spielen, die ich studiert habe, haben sie sehr gut gespielt - es wird richtig hart."

Capello muss die Stürmer Emile Heskey und Carton Cole ersetzen, die beim 4:0-Sieg im Freundschaftsspiel gegen die Slowakei verletzt raus mussten.

Peter Crouch - ebenfalls angeschlagen ausgewechselt - ist dafür wieder fit.

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