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Carlos Queiroz war Trainer von Real Madrid in der Saison 2003/2004 © getty

Nach drei Nullnummern in Folge gelingt Portugal ein Sieg im Test gegen Südafrika. Trainer Queiroz muss sich von seinem Bart trennen.

Lausanne - Der Bart ist ab bei Portugals umstrittenem Nationaltrainer Carlos Queiroz.

Bereits drei Tage nach dem enttäuschenden 0:0 im WM-Qualifikationsspiel gegen Schweden (Portugal in Not) durfte der frühere Assistent von Sir Alex Ferguson bei Manchester United seine Wette einlösen und wieder zur Klinge greifen.

"Ich werde mich erst wieder rasieren, wenn wir mal wieder zwei Tore schießen", hatte Queiroz am Samstag nach der dritten Nullnummer in Serie in der Qualifikation für die WM-Endrunde 2010 in Südafrika versprochen.

Beim 2:0 (1:0) in einem Freundschaftsspiel gegen den WM-Gastgeber am Dienstagabend in Lausanne erlösten ihn seine Spieler.

Queiroz' Posten weiter gefährdet

An der insgesamt kritischen Haltung gegenüber dem 56-Jährigen hat der Sieg allerdings nicht viel verändert.

Das weiß auch Queiroz selbst, der nach der EM 2008 mit dem Viertelfinal-Aus der Seleccao gegen Deutschland die Nachfolge von Luiz Felipe Scolari angetreten hatte. "Es war gut, zu gewinnen. Aber wir müssen jetzt auch in Pflichtspielen mal wieder Tore schießen", sagte Queiroz.

Auf dem Weg nach Südafrika, dessen "Bafana Bafana" Queiroz einst zur WM 2002 in Japan und Südkorea führte, dann aber noch vor dem Turnier wegen Meinungsverschiedenheiten mit dem Verband verließ, lief es bislang alles andere als rund.

Sechs Punkte sind zu wenig

Nur ein Sieg (4:0 gegen Malta) gelang den Zauberern um Weltfußballer Cristiano Ronaldo. Danach gab es eine 2:3-Heimniederlage gegen Dänemark und drei 0:0, gegen Albanien und zweimal gegen Schweden.

Die Konsequenz: Mit nur sechs Punkten müssen die Portugiesen um das WM-Ticket zittern, jeweils vier Punkte mehr haben die Dänen und Ungarn auf dem Konto.

Wie beim Unentschieden gegen die Schweden am Samstag ließen seine Spieler auch in Lausanne gegen Südafrika viele Chancen aus. "Wir hätten mehr Tore schießen müssen", sagte Queiroz, der drei Debütanten testete und Stars wie Ronaldo oder Simao erst in der Schlussphase einwechselte, als es schon 2:0 stand.

Almeida auf der Bank

Bruno Alves hatte die Portugiesen in der dritten Minute per Kopf nach einem Eckball in Führung gebracht. Neuling Edinho zwang Südafrikas Lucas Twala in der 56. Minute zu einem Eigentor.

Der Bremer Hugo Almeida und der Bochumer Torhüter Daniel Fernandes saßen wie bei den Südafrikanern der Bielefelder Schlussmann Rowen Fernandez 90 Minuten auf der Bank.

Dänemark und Ungarn warten

Die Monate der Wahrheit für Queiroz, der Portugals Junioren 1989 und 1991 zum U20-WM-Titel führte und als Entdecker der Stars der "Goldenen Generation" wie Luis Figo und Rui Costa gilt, beginnen am 6. Juni.

Dann steht das nächste WM-Qualifikationsspiel in Albanien auf dem Programm (DATENCENTER: WM-Quali).

Am 5. und 9. September geht es dann innerhalb von fünf Tagen bei den beiden derzeitigen Top-Teams der Gruppe 1 in Dänemark und Ungarn fast schon um alles.

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