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Im Jahr 2008 kehrt Maradona zurück auf die Fußballbühne: Überraschend wird er zum argentinischen Nationaltrainer gekürt, um die Qualifikation für die WM 2010 sicherzustellen
Diego Maradona hatte für das Debakel keine Erklärung parat © imago

Nach dem 1:6-Debakel in Bolivien versinkt Argentinien in Tristesse. Beim großen Rivalen Brasilien herrscht Schadenfreude.

La Paz/Porto Alegre - Diego Maradona 28216(DIASHOW: Die Karriere in Bildern) verfolgte mit Leichenbittermiene sein erstes Fiasko als Nationaltrainer Argentiniens.

"Jedes Tor war wie ein Dolchstoß mitten ins Herz", sagte der ehemalige Weltstar, dem das Lächeln der letzten Wochen nach dem desaströsen 1:6 (1:3) in Bolivien aus dem Gesicht gewichen war. (WM-Quali in Südamerika: Ergebnisse und Tabellen)

Im 3650 Meter hoch gelegenen La Paz ging den Gauchos frühzeitig die Luft aus.

Historische Niederlage

Das Massenblatt "Clarin" sprach nach der Pleite auf dem Weg zur WM-Endrunde 2010 von "historischer Prügel".

In der 107-jährigen Länderspielgeschichte des zweimaligen Weltmeisters lässt sich Vergleichbares vor gut fünf Jahrzehnten finden, als die "Gauchos" bei der WM 1958 Schweden mit 1:6 gegen die Tschechoslowakei untergingen. In den Eliminatorias ging 1993 ein 0:5 gegen Kolumbien in die Annalen ein.

Neuanfang nach Euphorie

"Für das Ergebnis gibt es keine Erklärung. Jedes Mal, wenn Bolivien angriff, hat es bei uns eingeschlagen. Wir müssen jetzt wieder von vorne anfangen", gestand "El Diez".

Nach den Länderspielsiegen in Schottland (1:0) und Frankreich (2:0) sowie seinem Pflichtspieldebüt am Samstag gegen Venezuela (4:0) war Maradona als Coach der "Albiceleste" noch auf einer Euphoriewelle geritten.

Maradona trinkt sein eigenes Gift

In La Paz musste Maradona quasi das eigene Gift trinken, schließlich hatte der Weltmeister von 1986 vor rund einem Jahr bei einem Benefizspiel im Anden-Ort als Reaktion auf das inzwischen zurückgenommene Höhenlimit vom Weltverband dem FIFA-Präsidenten Joseph Blatter entgegnet:

"Niemand kann einem verbieten, dort zu spielen, wo man geboren ist. Nicht einmal Gott und noch weniger Blatter."

Platzverweis gibt "Gauchos" den Rest

Der dreifache Torschütze Joaquin Botero (33./Elfmeter, 54., 66.) sowie Marcelo Moreno (11.), Alex da Rosa (45.) und Didi Torrico (87.) nahmen den Gästen, die auswärts nur fünf von 18 möglichen Punkten holten, mit ihren Treffern aber die Luft.

Nach dem Ausgleich durch Lucho Gonzalez (23.) ging der mit dem Münchner Martin Demichelis angetretene Favorit, bei dem noch Angel Di Maria (67.) die Rote Karte sah, fast wehrlos in die Knie.

Schadenfreude in Brasilien

Beim großen Rivalen Brasilien herrschte dagegen Schadenfreude. "Weine nicht, Diego", titelte O Globo in Anlehnung an das bekannte "Don't cry for me, Argentina" aus dem Musical über Argentiniens ehemaliger First Lady Evita Peron.

Und der eigene 3:0 (2:0)-Sieg über Peru sorgte für noch mehr gute Stimmung am Zuckerhut.

Paraguay gibt Punkte ab

Zumal auch noch Paraguay, Tabellenführer der südamerikanischen WM-Qualifikation, beim 1:1 (0:0) in Ecuador Federn ließ und mit 24 Punkten nur noch drei Zähler Vorsprung auf die Selecao (21) hat.

Chile (20), das 0:0 gegen den Fünften Uruguay (17) spielte, und Argentinien (19) halten derzeit bei noch sechs ausstehenden Runden die restlichen zwei Direkttickets nach Südafrika in der Hand.

"Selecao" gewinnt im Schongang

Fast im Schongang beendete Brasilien seine Negativserie von drei torlosen Unentschieden daheim.

Mit dem Münchner Lucio sowie dem wiedergenesenen Kaka auf dem Platz und dessen Milan-Teamkollegen Ronaldinho zunächst auf der Bank dominierte die Selecao in Porto Alegre vom Anpfiff weg die Partie und kam durch Doppel-Torschützen Luis Fabiano (17., Elfmeter, 27.) und Felipe Melo (64.) zu ihren Treffern.

Zwei Remis mit Roten Karten

In Quito stellte Ecuador nach Brasilien (1:1) auch Spitzenreiter Paraguay auf die harte Probe und ging durch Cristian Noboa (63.) in Führung.

Der nach 67 Minuten für den Dortmunder Nelson Valdez eingewechselte Edgar Benitez sorgte in der Nachspielzeit für den Ausgleich der Gäste, die Paulo da Silva (83.) per Platzverweis verloren.

Eine Rote Karte gegen Chiles Mauricio Isla (34.) war der traurige Höhepunkt bei der Nullnummer gegen Uruguay.

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