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Martin Fenin spielt erst seit Anfang 2008 bei der Eintracht Frankfurt © getty

Der tschechische Verband wirft Trainer Petr Rada und sechs Spieler "vorübergehend" raus. Auch Frankfurts Martin Fenin ist betroffen.

Prag - Tabula rasa in Tschechien: Nationaltrainer Petr Rada und sechs Nationalspieler, darunter Martin Fenin von Bundesligist Eintracht Frankfurt, wurden rausgeworfen.

Sportdirektor Karel Poborsky ist zurückgetreten. Im Fall von Rada reagierte der tschechische Verband (CMFS) auf die sportliche Talfahrt, im Fall der sechs Profis auf verfängliche Fotos in der Presse.

Zwei Siege in acht Spielen ist zu wenig

Die Nationalmannschaft ist damit bis zum 28. April führungslos.

Erst zu diesem Zeitpunkt wollen sich die Entscheidungsgremien des Verbands treffen, um über das weitere Vorgehen zu beraten. Rada hatte seit seinem Dienstantritt als Nachfolger von Karel Brückner im vergangenen Sommer lediglich zwei Siege in acht Spielen geholt.

In der WM-Qualifikation liegt Tschechien in der Gruppe 3 mit fünf Punkten Rückstand auf Spitzenreiter Nordirland nur an vierter Stelle.

Damenbegleitung führt zum Rauswurf

Zuletzt hatten zudem verfängliche Bilder von einem Treffen der sechs suspendierten Nationalspieler, die laut Verband vorerst nur "vorübergehend" rausgeworfen wurden, in einer Prager Kneipe für Aufsehen gesorgt.

Das Foto, auf dem die Profis in Damenbegleitung zu sehen sind, soll nach der 1:2-Niederlage der Tschechen im WM-Qualifikationsspiel gegen die Slowakei am vergangenen Mittwoch aufgenommen worden sein.

"Das Ergebnis der Ergebnisse"

Tomas Ujfalusi hatte daraufhin seine Karriere im Trikot seines Heimatlandes beendet.

"Ich gebe meine Karriere aufgrund der derzeitigen Situation des tschechischen Verbands und der tschechischen Medien auf. Das ist das Ergebnis der Ereignisse nach den jüngsten Qualifikationsspielen", hieß es in einer Erklärung Ujfalusis, der zuletzt das Kapitänsamt vom verletzten Mittelfeldstar Tomas Rosicky übernommen hatte.

Frankfurt zieht keine Konsequenzen

Fenins Arbeitgeber Eintracht Frankfurt will aus der Affäre vorerst keine Konsequenzen ziehen.

"Martin Fenin hat der Darstellung der tschechischen Boulevardmedien widersprochen und uns schon vor Tagen vollständig über den Sachverhalt informiert", sagte der Frankfurter Vorstandsboss Heribert Bruchhagen:

"Die Darstellung von Fenin ist eine völlig andere. Aus diesem Grund sehen wir zum jetzigen Zeitpunkt keine Veranlassung, irgendwelche Maßnahmen zu ergreifen."

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