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Hollands van Bommel (l.) und de Jong (r.) wollen zum ersten Mal den WM-Titel holen © getty

Der niederländische Co-Trainer de Boer schärft vorm Achtelfinale gegen die Slowakei den Spielern Selbstvertrauen ein.

Durban - Die erste K.o.-Runde war für die Fußball-Nation Niederlande bei großen Turnieren in der vergangenen Dekade nicht selten ein Albtraum.

2008 bei der Europameisterschaft in der Schweiz erfolgte nach einer perfekten Vorrunde im Viertelfinale gegen Russland das Aus, bei der WM 2006 in Deutschland im Achtelfinale gegen Portugal.

In Südafrika steht Oranje nach der Vorrunde wieder blitzsauber da - und will gegen die Turniersensation Slowakei am Montag in Durban (Mo., ab 15.30 Uhr im LIVE-TICKER) alles besser machen.

Diesmal soll vor allem der Glaube dabei helfen, endlich den ersten WM-Titel zu holen.

"Müssen an den Titel glauben"

"Unser einziges Ziel muss die Weltmeisterschaft sein. Nur so kann man den Titel holen. Ich erinnere an die WM 1998", sagte der ehemalige Verteidiger und jetzige Assistent von Bondscoach Bert van Marwijk, Frank de Boer.

Er erlebte in Frankreich die Enttäuschung als Aktiver mit und berichtet:

"Wir sind im Halbfinale nach Elfmeterschießen gegen Brasilien ausgeschieden. Wenn wir damals an den Titel geglaubt hätten, hätten wir ihn sicher gewinnen können."

Und er ergänzt: "Das Gefühl hatte ich damals nicht. Mit ein oder zwei Prozent mehr Glauben an das eigene Können hätten wir es wahrscheinlich geschafft."

Sneijder betet vor dem Spiel

Mittelfeldstar Wesley Sneijder glaubt jedenfalls. Der Champions-League-Sieger von Inter Mailand trat zum Katholizismus über.

Dazu brachte ihn seine bezaubernde Verlobte Yolanthe Cabau van Kasbergen. Der 26-Jährige betet vor jedem Spiel in seinem Hotelzimmer oder in der Kabine und zeigt das Selbstbewusstsein eines Siegers.

"Unabhängig was passiert, wir müssen am Montag das Stadion als Sieger verlassen.

Die Slowakei ist in der FIFA-Rangliste nur die Nummer 34. Wenn uns das nicht gelingt, haben wir auf einer WM nichts zu suchen", sagt er zum Außenseiter, der Weltmeister Italien mit dem 3:2 aus dem Turnier befördert hatte.

Und van Marwijk, der sein 25. Spiel als Bondscoach hat, sagte:

"Die Spieler wissen, worum es geht. Wir haben eine sehr motivierte Gruppe, es gibt nur Raum für Verbesserungen."

Vorfreude bei Robben

Selbstkritik soll dem Favoriten dabei auch helfen, nie das nächstliegende Ziel aus den Augen zu verlieren.

"Wir haben von Beginn an sehr deutlich gemacht, dass wir bei diesem Turnier von einem Spiel zum nächsten denken. Nun konzentrieren wir uns auf die Slowakei - und allein auf die Slowakei. Darauf freue ich mich schon", sagte Bayern Münchens Star Arjen Robben.

Der Offensivspieler wird aber voraussichtlich wieder auf der Bank sitzen und wie gegen Kamerun in der zweiten Hälfte zum Zuge kommen (Der WM-Spielplan).

Kollege Sneijder trainierte am Samstag wegen Wadenproblemen nicht mit der Mannschaft, hat aber für Montag hinsichtlich seines Einsatzes keine Befürchtungen.

Van der Vaart ist angeschlagen

Aber Rafael van der Vaart droht auszufallen.

Der ehemalige HSV-Regisseur hat seit dem 2:1 der Elftal gegen Kamerun eine Blessur an der linken Wade.

Über einen Einsatz soll am Spieltag entschieden werden. "Es wird ganz schwierig", sagte van Marwijk.

"Jetzt sind wir Helden"

Und die Slowaken? Die mussten sich noch einige Male kneifen.

"Jetzt sind wir Helden, wir sind so glücklich. Vielleicht spielen wir offensiver gegen Holland", meinte Coach Vladimir Weiss.

Und der ehemalige Nürnberger Profi Robert Vittek, mit zwei Toren gegen Italien Matchwinner, erklärte:

"Davon haben wir noch nicht einmal geträumt. Ich bin so glücklich. Wir haben nichts zu verlieren. Wir kamen hier als Neulinge und Außenseiter her und wollten die Leute überraschen. Wir haben es einmal getan und hoffen, es nochmal zu tun."

Die voraussichtlichen Mannschaftsaufstellungen:

Niederlande: 1 Stekelenburg - 12 Boulahrouz, 3 Heitinga, 4 Mathijsen, 5 van Bronckhorst - 6 van Bommel, 8 de Jong - 7 Kuyt, 10 Sneijder, 23 van der Vaart - 9 van Persie

Slowakei: 1 Mucha - 2 Pekarik, 3 Skrtel, 16 Durica, 5 Zabavnik - 20 Kopunek, 19 Kucka - 17 Hamsik, 11 Vittek, 15 Stoch - 18 Jendrisek

Schiedsrichter: Alberto Undiano (Spanien)

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